Verbotenes Begehren: das ist eine Grundkonstellation in fast allen Opern von Richard Wagner. Mal zeigt es sich unverhüllt, mal eher verdeckt. Der Zusammenstoß elementarer Kräfte bestimmt auch Wagners radikalpolitisches Engagement. So ist es kein Zufall, daß er die Partitur des »Lohengrin«, das Drama einer trügerischen Rettung, gerade in dem Augenblick fertigstellt, als die demokratische Revolution des Jahres 1848 Sachsen erreicht. Im Mai 1849 wird der sächsische Aufstand von den herrschenden Mächten niedergeschlagen. An vorderster Front der Kämpfenden an den Barrikaden in Dresden steht auch der königliche Kapellmeister Richard Wagner.
Friedrich Dieckmann (Jahrgang 1937) ist deutscher Schriftsteller, Essayist und Publizist. Nach seinem Studium der Germanistik, Philosophie und Physik in Leipzig lebt er seit 1963 als freier Schriftsteller in Berlin. Von 1972 bis 1976 war er Dramaturg am Berliner Ensemble. Sein Werk umfasst Essays, Kritiken, Erzählungen, Gedichte und Radio-Features sowie zahlreiche Studien zu Literatur, Musik, Oper und deutscher Geschichte. Nach 1990 engagierte er sich auch in Debatten über Architektur und Städtebau, u. a. zur historischen Mitte Berlins. Zu seinen Auszeichnungen zählen u. a. der Heinrich‑Mann‑Preis, der Johann‑Heinrich‑Merck‑Preis und ein Ehrendoktorat der Humboldt‑Universität zu Berlin.
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