Der leidenschaftliche Gärtner. Von Rudolf Borchardt

Seit 1933 im italienischen Exil lebend, bewohnte Rudolf Borchardt verschiedene Villen, in deren Gärten er zum leidenschaftlichen Gärtner wurde. 1938 begann er seine Überlegungen zur Praxis, Geschichte und Philosophie des Gartens niederzuschreiben. So entstanden neben Auseinandersetzungen mit der Idee des Gartens, dem Unterschied von wilder und gezähmter Natur, dem Zusammenhang von Tod und Garten eine Sammlung von entlegen Wissenswertem und ganz konkreten praktischen Tipps zum Gärtnern und zur Blumenzucht, die im Leidenschaftlichen Gärtner zu einem sprachmächtigen Buch zufammengefasst sind.

ISBN 978-3-95757-284-4     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Das geplante große Gartenbuch erschien nicht mehr zu seinen Lebzeiten, es wurde posthum 1951 herausgegeben und avancierte sehr schnell zum Kultbuch. Lange Zeit vergriffen, wird es hier in einer bibliophilen Taschenbuchausgabe zugänglich gemacht.

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Inhaltsverzeichnis

Die Ideen des Gartens. In Rudolf Borchardts Reflexion über den Garten, wie in der von ihm herausgegebenen Sammlung deutscher Reisebeschreibungen, drückt sich vor allem eines aus: Borchardts Glaube daran, dass der Landschaft und somit auch Gärten die Ordnung des menschlichen Geistes auferlegt ist. Der Garten ist ein geschützter Ort, ein hortus conclusus, ein Exil, das von den Routinen des Alltags erlöst. Der Garten wächst nicht auf Befehl – und bildet so den absoluten Gegensatz zur technischen Zivilisation, in der alles auf Befehl und Knopfdruck geschieht und handelt. Der Garten ist aber daneben auch das Andere der Natur – der gewachsenen wie der industrialisierten, der Plantage. Und zuletzt ist der Garten ein Ideal. Von Thomas Palzer → Deutschlandfunk Kultur 10.06.2018

Presse:

»Der jüdische Gelehrte, Lyriker und Schriftsteller (1877–1945) hat nicht weniger als eine poetische Kulturgeschichte der Humanitas anhand der Pflanzenwelten – inklusive eines enzyklopädischen ›Katalogs der Verkannten‹ – verfasst.« Sabine Vogel, Berliner Zeitung

»Borchardt spürt dem Thema Garten in allen Dimensionen nach. Er setzt sich mit Moden und Ideologien der Gartenarchitektur auseinander, beschreibt Blüten, Stauden und Böden, rezipiert Klassiker der Gartenkunst, schreibt über Barockgärten und die englische Gartenbautradition, befasst sich mit der Differenz zwischen wilden Blumen und Kulturpflanzen [...]. Borchardts Gartenbuch ist ein Zeugnis liebevoller Hingabe an den Garten.« Volker Pesch, Halali

 

Der Autor:

Rudolf Borchardt, 1877 in Königsberg geboren, studierte zunächst Theologie, klassische Philologie und Archäologie in Berlin, erweiterte später seine Studien in Bonn und Göttingen um Germanistik und Ägyptologie. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs diente er als Infanterieoffizier und arbeitete im Generalstab. Nach der Freilassung aus dem Gefängnis Innsbruck, wohin ihn 1944 die SS verschleppt hatte, versteckte er sich in Tirol, wo er 1945 starb. Er hinterließ ein großes, solitäres, u. a. von Theodor W. Adorno hochgeschätztes Werk aus Reden, Gedichten und Übersetzungen.

→ Der Autor auf Wikipedia

 

Erstellt: 11.05.2020 - 10:06  |  Geändert: 02.12.2020 - 17:56