Die Abenteuer und Irrfahrten des Gaviero Maqroll (alle sieben Romane). Von Álvaro Mutis

Mit Maqroll, dem Gaviero - dem Späher im Mastkorb -, hat Álvaro Mutis eine der vielschichtigsten und faszinierendsten Figuren der Literatur des 20. Jahrhunderts geschaffen. Maqroll, der philosophische Abenteurer und belesene Seefahrer, ist nirgends zu Hause und immer unterwegs. Getrieben von einer rastlosen Suche irrt er über die Meere und Flüsse dieser Erde, durch den dichtesten Urwald, das Hochland der Anden und die Abgründe der Hafenstädte. Mit jeder Reise zieht er den Kreis enger um sein eigenes Ich, dessen Unergründlichkeit ihn stets aufs Neue scheitern lässt.

ISBN 978-3-293-26011-5     49,00 €  Portofrei     Bestellen

Die sieben Romane als Sonderangebot alle zusammen: Der Schnee des Admirals; Ilona kommt mit dem Regen; Ein schönes Sterben; Die letzte Fahrt des Tramp Steamer; Das Gold von Amirbar; Abdul Bashur und die Schiffe seiner Träume; Triptychon von Wasser und Land

"Álvaro Mutis' gesamtes Werk ist das eines Hellsehers, der genau weiß, dass wir das verlorene Paradies nicht wiederfinden werden. Maqroll ist nicht nur, wie man immer so leichthin sagt, er selbst. Maqroll - das sind wir alle, und deshalb kann er nicht sterben." Gabriel García Márquez

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Presse:

»Eine wunderbare Erzählung, exotisch und vertraut, voller Poesie und in zeitloser Sprache geschrieben.« Heinz Storrer, Schweizer Familie, Zürich

»Es ist ein großer Verdienst des Schweizer Unionsverlages, die sieben Maqroll-Romane des kolumbianischen Meisterautors in einem einzigen Band – und obendrein in guter Übersetzung – herausgebracht zu haben. Prädikat höchst empfehlenswert.« Südwind, Wien

»Natürlich macht Mutis auch die Gewalt zum Thema, als Kolumbianer könnte er kaum anders. Aber mehr noch als ein Kritiker ist er ein Melancholiker. Sein Land sieht er durch die Herausforderungen der ›Modernität‹ bedroht – so äußert er es in Interviews, und im Geiste dieses Vorbehalts schreibt er auch seine Romane. Mitten in das gereifte 20. Jahrhundert gesetzt, atmen sie einen Geist der Freiheit und Zeit-Enthobenheit, einen Sinn für den Charme der Tropen, den man nicht allzu oft antrifft in der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur. Maqroll ist ein moderner Nachfahre des Fliegenden Holländers. Aber als ehemaliger Bewohner des mitunter kühlen Europa weiß er um den Charme der lauen karibischen Brisen. In ihnen zu dümpeln, ist das härteste Schicksal nicht.« Kersten Knipp, Neue Zürcher Zeitung

»Seit dem Erscheinen des ersten Teils im Jahre 1986 sind die sieben kurzen Maqroll-Romane zu Kultbüchern einer kleinen weltweiten Fangemeinde avanciert und liegen nun erstmals in einer Gesamtausgabe vollständig auf Deutsch vor.« Florian Borchmeyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Im Olymp der legendären Vagabunden, die zu Lande und zu Wasser die Welt der Literatur bevölkern, ist ein Neuling zu begrüßen. Zwischen Don Quijote, dem Ritter von der traurigen Gestalt, und Kapitän Ahab, dem rastlosen Moby-Dick-Jäger, hat auf leisen Sohlen ein heimatloser Nomade des 20. Jahrhunderts Platz genommen: der melancholische Abenteurer Gaviero Maqroll.« Rainer Traub, Spiegel Special

»Heute, nachdem jahrzehntelang Ratgeber für alle Lebenslagen das Siegen und Gelingen propagiert haben, mag in Vergessenheit geraten sein, was für eine großartige poetische und humane Sache das Scheitern ist. Darum keine Angst: Dieser Maqroll ist kein flauer Stümper. Ganz im Gegenteil! Nur dass er es sich mit all seinem Mut immer schwer machen muss. Darum führen ihn seine Expeditionen zielsicher stets dorthin, wo Abgründe sichtbar werden und die seelsorgerischen Trostsprüche aller Art verhallen. Álvaro Mutis erinnert uns – wie jeder große Autor – daran, dass es in den wirklich bedeutenden Abenteuergeschichten um mehr geht als um aufregende Ereignisse, nämlich um eine Haltung zur Welt, ja um die Dramatik eines ganzen Lebens. Die sieben Maqroll-Romane sind einzigartig, fesselnd und von völlig eigener Poesie. Und ihr Autor ist ein skeptischer Existentialist, der formvollendet mit jenem Zauber zu spielen weiß, der vom Erzählen ausgeht.« Eberhard Falcke, Deutschlandfunk

»Mutis erzählt mit einem einzigartigen Ton gleichbleibender Ruhe, der eine sinnliche Gelassenheit innewohnt, die einen als Leser süchtig nach immer mehr macht. Märchen, die das Leben schrieb und die mit realistischer Schärfe ins Bild gebracht werden. Das ist ein Fest für Leser – auch für solche, die sonst nichts mit Abenteuerliteratur am Hut haben.« Thomas Linden, Kölnische Rundschau

»Das 800-seitige Epos des Kolumbianers steckt voller erzählerischer Volten, ist der legitime Nachfolger Joseph Conrads, der Zeit enthoben, voller Zeit. Eine Odyssee um die Welt, ums Ich, um uns. Ein ewiges Buch. Lassen Sie Taucherbrille und zweiten Bikini zu Hause. Dieser leicht zu lesende, bibliophile Ziegelstein muss ins Urlaubsgepäck.« Elmar Krekeler, Focus

»Wer bisher nicht ahnte, dass es einen melancholischen, fatalistischen Abenteuerroman geben kann, der spannend und dabei stilistisch perfekt ist, sollte sich vor den Abenteuern und Irrfahrten des Gaviero Maqroll hüten, denn die Lektüre könnte zur Sucht und Wiederholung führen.« Gisbert Haefs, Lesart

»Ein Zyniker ist Maqroll selbst bestimmt nicht. Mögen seine Geschäfte auch manchmal die Illegalität streifen, schmutzig sind sie nie, und sein Ehrenkodex ist von Menschenfreundlichkeit bestimmt. Ein wenig ist er ein Glücksritter und bestimmt ein Nomade. Zugleich verkörpert er ein poetisches Lebensgefühl, dem allerdings auch die Angst vertraut ist. Die sieben Maqroll-Romane von Álvaro Mutis sind einzigartig, außerdem sind sie fesselnd und von völlig eigener Poesie.« Eberhard Falcke, NDR

»Die sieben Kurzromane des Kolumbianers sind sieben Lesewunder, zeitsatt, zeitlos und machen sprachlos.« Elmar Krekeler, Die Welt

»Lässt sich das kombinieren? Ein unbekümmertes, sprudelndes Erzählen, ganz den Gesetzen rückhaltloser Fantasie verpflichtet, mit gebrochenen, in der klassischen Moderne gehärteten literarischen Techniken? Tausendundeine Nacht mit Joseph Conrad? – Es gibt einen, der das Kunststück zu Stande gebracht hat, siebenmal. Er heißt Álvaro Mutis. Er hat in seinen Gedichten und Romanen eine Figur erfunden, an der man sich nicht satt lesen kann. Maqroll, seine Freunde und Freundinnen, Irrläufer, Reisende zur See und zu Land, auf und zwischen allen Kontinenten, Figuren der charmantesten und undurchsichtigsten Art, buchstäblich mit allen salzigen und süßen Wassern gewaschen, ziehen einen von der ersten Begegnung an in ihren Bann.« Christoph Kuhn, Tages-Anzeiger, Zürich

»Ein unglaubliches Leseabenteuer auf weit über 800 Seiten. Süchtig werden kann man davon. Álvaro Mutis erhielt vor vier Jahren den wichtigsten Literaturpreis der spanischen Welt, den Premio Cervantes. Don Quijote ist seit 400 Jahren unsterblich. Maqroll el Gaviero hat das Zeug, neben ihm zu stehen.« Harald Loch, Neues Deutschland

»Eines der Geheimnisse von Mutis’ Erfolg dürfte Maqroll der Gaviero sein, die Hauptgestalt seiner Romane. Maqroll ist eine Art Fliegender Holländer, aber auf die sympathischste Weise lebendig. Er ist ein großer Erzähler vor dem Herrn. Dabei kein Haudegen, kein Aufschneider, eher ein moroser Typ. Ein Mann der Niederlagen, der, müde geworden, einem letzten Abenteuer entgegengeht, hinter dem glücklicherweise schon ein neues wartet. Das Abenteuer darf nicht enden. Das ist die Devise der Erzählung. Im Dienst dieser Spannung stehen sowohl die kunstvollen Retardierungen als auch die intellektuellen Anspielungen. Das freut den anspruchsvolleren Leser, macht ihm aber auch ein bisschen schlechtes Gewissen. Darf er sich noch für die robuste Spannung der Handlung interessieren, für die exotisch-aparten Frauen, die sich dem Helden nicht gleich, aber dann doch umso heftiger hingeben? Am Schluss finden wir Maqroll natürlich wieder auf See. Er ist nun wieder der alte: Maqroll der Gaviero, ohne Vaterland und Gesetz, dem Urteil der uralten Würfel ausgeliefert, die zur Ergötzung der Götter und zum Hohn der Menschen rollen. Zwei Stunden eher menschlichen Ergötzens liegen hinter uns.« Harald Hartung, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Mutis ist ein berückender Stilist. Seine Prosa malt Szenen von oft erschreckender Gewalt und Sinnlichkeit mit einer hypnotisierenden Eleganz. Der Held hat einen ausgesprochen philosophischen Blick auf die Welt, aber er ist dabei weder ein Possenreißer noch ein Langweiler, womit Mutis eine erzählerische List gelingt. Mutis reüssiert so triumphal, weil er Maqrolls reichen Geist mit der Handlung, seinen Gemütszustand mit der Natur verknüpft. Zudem verführt uns die raue Menschlichkeit Maqrolls, ihm auf seine höchst gefährliche und lohnende Reise zu folgen, die Reise, die ihn in sein eigenes Seelen-Labyrinth führt.« Times

Alvaro Mutis auf Wikipedia

 

Erstellt: 03.01.2020 - 09:22  |  Geändert: 03.01.2020 - 09:23

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