Kongo Blues. Von Jonathan Robijn

"Mit leiser Traurigkeit und fesselnder Empathie führt uns Kongo Blues direkt in das schmerzvolle Innere des Kolonialismus." Francesca Melandri

Morgan ist Jazzpianist und verdient sein Geld mit gelegentlichen Konzerten in Brüsseler Bars. An seine Kindheit in den Tropen kann er sich kaum erinnern.
Als er am ersten Tag des Jahres 1988 von einem Silvesterkonzert nach Hause kommt, findet er eine elegante junge Frau im schwarzen Abendkleid schlafend in der Nähe seines Hauses liegen. Sie würde erfrieren, wenn er sie liegen ließe, also denkt er nicht lange nach und trägt sie vorsichtig in seine Wohnung. Sie schläft tief und fest, und als er sie vorsichtig ablegt, fällt ein Umschlag mit einer Million Belgischer Franken aus ihrer Tasche.

ISBN 978-3-96054-186-8     16,90 €  Portofrei     Bestellen

Als sie am nächsten Morgen zu sich kommt, verrät sie nicht, wer sie ist. Sie geht, aber sie kommt wieder und zieht mit zwei Koffern bei ihm ein, angeblich, weil in Brüssel alle Hotels ausgebucht sind. Ist ihr Zusammentreffen womöglich gar nicht so zufällig, wie es schien? Morgan beginnt, Erkundigungen über Simona einzuholen ...

Mehr Infos...

Behutsam erzählt Jonathan Robijn über ein bis heute aktuelles Thema aus Belgiens langer unrühmlicher Kolonialgeschichte im Kongo. → Podcast SWR2 lesenswert 13.09.2019

Höchster Neueinstieg auf der Krimibestenliste im April: „Kongo Blues“ des Belgiers Jonathan Robijn. In seinem melancholischen Roman erzählt er vom langen Schatten der belgischen Kolonialzeit. → Deutschlandfunk Kultur 05.04.2019

Presse:

"Gelähmte Melancholie, Wunden kolonialer Herkunft. Starker Sound." Tobias Gohlis, Krimibestenliste April 2019

"Ein stilles, kleines Meisterwerk." Thomas Wörtche, Buchkultur

»Gelähmte Melancholie, Wunden kolonialer Herkunft. Starker Sound.« Tobias Gohlis, Krimibestenliste April 2019

»Nach und nach sammelt Morgan Hinweise auf eine Tragödie ein, die größer ist als er selbst. (…) Es ist fast eine Erleichterung, als die Polizei nach Simonas Verschwinden an Morgans Tür klopft und plötzlich ein internationaler Haftbefehl und ein konkretes Verbrechen im Raum stehen. Aus dem Identitätsdrama wird zuletzt dann doch noch: ein richtiger Kriminalroman.« Kolja Mensing, Deutschlandfunk Kultur

»Auch wenn Robijn vieles im Ungefähren lässt und seine Figuren schattenhaft bleiben, erzeugt er in seinem Roman nicht höchste Spannung, sondern Empathie. Die leisen Töne, die er dabei anschlägt, machen Kongo Blues zu einem musikalischen Roman. Sie hallen länger nach als alles Getöse.« Thekla Dannenberg, Der Freitag

»Kongo Blues von Jonathan Robijn erzählt sehr eindrücklich, was es bedeutet nicht zu wissen, woher man kommt, welche Umstände zum jetzigen Leben geführt haben. Täter und Opfer, vergessene oder verdrängte Schuld? Das Buch hat mir auf extrem spannende und eindrückliche Weise Geschichte erzählt, die ich so noch nicht kannte.« Karin Trappe, hr iNFO

Der Autor:

Jonathan Robijn, geboren 1970 in Gent, studierte Soziologie und Psychologie und arbeitete für Ärzte ohne Grenzen, er schreibt Kurzgeschichten und Romane; sein Debüt »De stad en de tijd« war 2013 für den Gouden Boukenuil nominiert. »Kongo Blues« ist sein erster Roman, der auf Deutsch erscheint.

 

Erstellt: 19.09.2019 - 06:12  |  Geändert: 19.09.2019 - 06:12