Der NSU-VS-Komplex. Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund - wo hört der Staat auf? 3., aktualis. u. erw. Aufl. von Wolf Wetzel

13 Jahre blieb der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) unentdeckt. Zehn Morde wurden begangen, zehn Mal verschoben die Behörden verschiedener Bundesländer die Mordhintergründe ins 'ausländische Milieu'. Zehn Mal will man keine 'heiße Spur' gehabt haben. Dennoch legte man alle zehn Morde in die Blutspur des 'organisierten Verbrechens'. Nachdem die Existenz des NSU nicht mehr zu leugnen war, reihte sich eine Panne an die andere. Dass in allen Behörden Beweise verschwinden, Akten verheimlicht, Falschaussagen gemacht, ganze Aktenberge geschreddert werden, beweist, dass weder 'Behördenwirrwar' noch 'Kommunikationschaos' herrsch(t)en, sondern der gemeinsame Wille, unter allen Umständen zu verhindern, dass etwas ans Licht kommt, was den bisherigen Erklärungen widersprechen würde.

ISBN 978-3-89771-589-9    14,00 €  Portofrei      Bestellen

Ab wie vielen Pannen muss man von einem System sprechen?
Wenn über zwei Dutzend V-Männer hervorragende Kontakte zur neonazistischen Organisation 'Thüringer Heimatschutz' und zu den späteren Mitgliedern des NSU hatten, waren staatliche Stellen nicht etwa auf dem 'rechten Auge blind', sondern ließen sehenden Auges zu, dass über sieben Jahre hinweg zehn Morde begangen werden konnten.

Eine Spurensuche.
Inhalt
Vorwort zur 3. Auflage 7
Kapitel I
Die Gegenwart der Vergangenheit 12
Kapitel II
Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU), der Verfassungsschutz (VS), der Rassismus und der Terrorismus - eine Zwischenbilanz und Aufforderung zugleich 17
Kapitel III
Der Oktoberfestanschlag in München 1980 und der staatseigene Untergrund 21
Kapitel IV
Der institutionalisierte Rassismus: die Spur von den Pogromen in den 90er Jahren über die Abschaffung des Asylrechts zum Nationalsozialistischen Untergrund 36
Kapitel V
Die Legende von den spurlos Verschwundenen 43
Kapitel VI
Die Mär vom Behördenwirrwar 50
Kapitel VII
Der Nagelbombenanschlag in Köln 2004 55
Kapitel VIII
Der Mord in Kassel 2006 in Anwesenheit eines Verfassungsschutzbeamten 63
Kapitel IX
Der Mordanschlag auf PolizistInnen in Heilbronn 2007 74
Kapitel X
Ganz sicher: Selbstmord? Das gestellte Ende des NSU 2011 86
Kapitel XI
Interview mit Petra Senghaas alias 'Krokus' 95
Kapitel XII
Die Blutspur der Nicht-Aufklärer im NSU-VS-Komplex Baden Württemberg 107
Kapitel XIII
V-Leute im NSU-Netzwerk 125
Kapitel XIV
Über Leichen gehen ....Konsequenzen aus dem 'NSU-Skandal'? 137
Kapitel XV
Drei Grafiken zum NSU-Netzwerk 147
Kapitel XVI
Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund - wo hört der Staat auf?
Über unsichtbare staatliche Tatbeiträge 150
Kapitel XVII
Die Verschwörung der Zufälle - Erhellendes im Darkroom 155
Teil XVIII
Von der schonungslosen Aufklärung bis zum totalen Blödsinn 161
Kapitel XIX
Die parteiübergreifende Angst der Aufklärer 173
Kapitel XX
Die Abschaffung der Geheimdienste - oder: Wer macht's? 179
Kapitel XXI
Stand antifaschistischer Bewegung 188Kapitel XXII
Faschismustheorien:
Von der Renazifizierung über den neuen / institutionellen Faschismus bis zum 4. Reich 197
Kapitel XXIII
Zwischen blindem und tiefem Staat - jenseits obskurer Mächte 210
Kapitel XXIV
Wie viel Staat steckt im Nationalsozialistischen Untergrund? 217
Anhang
Chronologie: Die NSU-Mord- und Terrorserie - die verdächtigen Opfer 221
Literatur und Hinweise 226
Zum Autor 229

weitere Infos...

Der Oktoberfestanschlag in München 1980. 2014 wurde mit der Wiederaufnahme des Verfahrens begonnen, das den Terroranschlag auf das Oktoberfest in München 1980 aufklären sollte. Nach sechs Jahren wurde es eingestellt. Das Ergebnis ist deprimierend, weil sich das Gericht außerstande sah, mögliche Mittäter und Unterstützer zu ermitteln. Es ist ein Lehrstück, denn das Gericht führt aus, dass ein entscheidender Grund für diese Erfolglosigkeit die Ermittlungsbehörden selbst sind. Von Wolf Wetzel → Telepolis 18. Juli 2020

KSK - der bewaffnete Arm von wem … für was? Das KSK ist nicht nur militärisch schwer bewaffnet, sondern auch politisch. Das KSK operiert im Geheimen. Ihre Kriegsaufträge sind weitgehend unbekannt, ihre Kriegshandlungen auch. Von Wolf Wetzel Nachdenkseiten 06. Juli 2020

Wie rechtsextrem sind KSK und Bundeswehr? → DW Deutsch Youtube 02.07.2020

Das „massive Behördenversagen“ in Sachen „NSU“ macht Karriere. Wolf Wetzel setzt seine NSU-VS-Recherche mit dem Beitrag fort, der sich der Frage stellt: Was ist mit all den Akteuren passiert, die an diesem „massives Behördenversagen“ einen maßgeblichen Anteil hatten? → Nachdenkseiten 19.03.2018

Tote laden nicht nach!“ – Wolf Wetzel auf RT Deutsch zum NSU-Prozess 07/28/2017 — Wolf Wetzel „Tote laden nicht nach!“ → Eyes Wide Shut 28.07.2017

Das „Staatsgeheimnis“ NSU Wussten Sie, dass inzwischen erwiesen ist, dass die NATO bis 1991 sogenannte „Stay-behind“-Untergrundarmeen in Europa unterhielt? Klandestine Kampftruppen aus durchaus auch einmal Neo-Faschisten? Und wussten Sie auch, dass inzwischen untersucht wird, ob in den 10. Mord des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrundes nicht womöglich die Sicherheitsdienste involviert, ja, ob Geheimdienste am Mord an deutschen Polizisten beteiligt gewesen sind? Und dass die entsprechenden Verstrickungen zwischen Geheimdiensten und rechtem Terror inzwischen so evident sind, dass die Humanistische Union deswegen unlängst die Kampagne „Verfassung schützen – Geheimdienst abschaffen!“ ins Leben gerufen hat? Zum NSU-VS-Komplex sprach Jens Wernicke mit Wolf Wetzel, der die Aufklärung zum Thema seit Langem vorantreibt, begleitet und kritisch kommentiert. → Nachdenkseiten 24.11. 2015

Wer nicht vor Gericht steht. Kleine Übersicht zum bevorstehenden Prozeß in München: V-Männer als Staatsanteil im Netzwerk der Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« Von Wolf Wetzel in → Junge Welt vom 02,05.2013

Muslim-Markt interviewt Wolf WetzelMuslimmarkt vom 26.04.2013

Der Selbstmord der NSU-Mitglieder – keine Zweifel? Zweifel an der amtlichen Version 17.04.2013 → Wolf Wetzel

V-MÄNNER ALS STAATSANTEIL IM NSU-NETZWERK 05.02.2013  → Wolf Wetzel

 

 

Erstellt: 03.05.2013 - 10:43  |  Geändert: 02.12.2020 - 18:04

 

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