Feindbild Russland von Hannes Hofbauer

Feindbild Russland  von Hannes HofbauerGeschichte einer Dämonisierung. Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg herrscht im Westen wieder eine russophobe Grundstimmung. Washington und Brüssel erlassen Einreiseverbote gegen Diplomaten, verhängen Sanktionen, sperren Konten, schließen Russland aus internationalen Gremien aus, boykottieren sportliche Großereignisse und mobben "Russlandversteher" in den eigenen Reihen.

ISBN 978-3-85371-401-0     19,90 €  Portofrei     Bestellen

Ein Stellvertreterkrieg in der Ukraine verfestigt das gegenseitige Misstrauen.
Hannes Hofbauer verfolgt das Phänomen der Russophobie zurück bis ins 15. Jahrhundert, als der Zar im Zuge der kriegerischen Reichsbildung gegen Nordwesten zog. Es ging um Herrschaft, Konkurrenz und Meereszugang. Der Kampf um reale wirtschaftliche und (geo)politische Macht wurde auch damals schon ideologisch begleitet: Der Russe galt seinen Gegnern als asiatisch, ungläubig, schmutzig und kriecherisch, Stereotypen, die sich über Jahrhunderte erhalten haben.
Das Feindbild-Paradigma zieht sich wie ein roter Faden durch die Rezeption Russlands im Westen. Aktuell reagiert diese empört auf die Politik des Kreml, der mit der Machtübernahme Wladimir Putins innenpolitisch auf Konsolidierung und außenpolitisch auf Selbständigkeit setzt. Die Wegmarken der neuen Feindschaft sind zahlreich. Sie reichen vom Krieg der NATO gegen Jugoslawien (1999) über die Verhaftung des Oligarchen Michail Chodorkowski (2003) und die Osterweiterung der NATO, den mit US- und EU-Geldern unterstützten "Farbrevolutionen" bis zum Krieg um die georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien (2008) und hinterlassen die bislang tiefste Kluft im Kampf um die Ukraine (2015), die am überwunden geglaubten West-Ost-Konflikt auseinander gebrochen ist.

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Die ewige Konstruktion der russischen Gefahr Rezension des Buches „Feindbild Russland“ von Hannes Hofbauer von: Mirko Petersen. Im Zuge der Ukraine-Krise ab Ende 2013 und dem anschließenden Krieg im Osten des Landes wurden die Abstände zwischen den Schuldzuweisungen und Beschimpfungen Russlands vonseiten der europäischen und nordamerikanischen Politiker_innen, Wissenschaftler_innen und Presseorgane immer kürzer. Es schien außer Frage zu stehen, wer für die Gewalteskalation in der Ukraine verantwortlich war: Moskau, der Kreml, Putin… also die Namen, mit denen das größte Land der Welt in Verbindung gebracht wird. Die Konstruktion des Feindbildes Russland war jedoch keineswegs ein neues Phänomen, das in Zeiten der Ukraine-Krise und dem damit verbunden geopolitischen Konflikt zwischen Russland und dem Westen entstanden war. Dies zu zeigen, ist das Anliegen des Buches „Feindbild Russland. Geschichte einer Dämonisierung“ des Journalisten und Historikers Hannes Hofbauer, das vor kurzem im Wiener Promedia Verlag erschienen ist. Der Autor verfolgt das Phänomen europäischer Russophobie und strategischer Abwertung Russlands bis ins 15. Jahrhundert (als das Moskowiter Großreich entstand) zurück und zeigt Kontinuitäten und Brüche der westlich-russischen Beziehungen auf. Hofbauer stützt sich dabei v.a. auf eine große Bandbreite von Sekundärliteratur sowie auf diverse Interviews mit Expert_innen in Russland.  → IMI 09.05.2016

Der russische Dämon. Die Typisierung „des“ Russen mit allerlei negativen Adjektiven beherrscht aufs Neue die Schlagzeilen deutschsprachiger Medien. Der dabei verwendete Singular ist ein untrügliches Zeichen für Distanz, Abscheu, Hass. Die meinungsbildenden Kräfte im Westen, so lehrt die Zeitgeschichte, freundeten sich mit Russland und seinen Führern nur in der Phase der Zerstörung der Sowjetunion an. Schon kurz darauf schlug die Freude über das Ende der kommunistischen Epoche in Skepsis um. Das alte Feindbild entstand neu und durchzieht nun wie ein roter Faden die Rezeption Russlands im Westen. Jens Wernicke sprach hierzu mit dem Publizisten Hannes Hofbauer, der in seinem soeben erschienenen Buch „Feindbild Russland“ das Phänomen der Russophobie bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgt und als Werkzeug zur Durchsetzung von wirtschaftlicher und politischer Macht skizziert. → Nachdenkseiten 18.03.2016

Historiker untersucht Dämonisierung der Russen. Asiatisch, ungläubig, schmutzig und kriecherisch – das alte Feindbild des „bösen Russen“ wird heute in den Medien zunehmend wiederbelebt. Der österreichische Wirtschafts- und Sozialhistoriker Hannes Hofbauer verfolgt das Phänomen der Russophobie in seinem neuen Buch „Feindbild Russland: Geschichte einer Dämonisierung“. → Sputnik 01.03.2016

Das fünfte Imperium. Hannes Hofbauer Vorabdruck.Ein ethnisch verstandener Nationalismus ist den Russen eher fremd. Einflussreich ist eine antimoderne Eurasien-Ideologie. Die wiederum hat wenig mit der gleichnamigen Wirtschaftsunion zu tun  → Junge Welt 17.03.2016

 

Erstellt: 19.03.2016 - 09:41  |  Geändert: 26.06.2017 - 00:28

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