Sklaverei als Menschenrecht. Von Rainer Roth

Sklaverei als Menschenrecht. Von Rainer RothÜber die bürgerlichen Revolutionen in England, den USA und Frankreich. Die Versklavung von Millionen Afrikanern gehört zu den barbarischsten Erscheinungen der modernen kapitalistischen Zivilisation. Sie gilt allgemein als Verstoß gegen die universalen Menschenrechte des Liberalismus und der Aufklärung. Nahezu vergessen ist, dass diese Menschenrechte nur Rechte einer Minderheit von Bürgern gegenüber der Aristokratie waren, die zu keinem Zeitpunkt für das ganze Volk galten und erst recht nicht für die Sklaven, dass für diese Bürger der Besitz von Sklaven und der Handel mit ihnen Teil des wichtigsten Menschenrechts, des Rechts auf Eigentum war, dass folglich deswegen die Sklavenbefreiung Verlust von rechtmäßigen Eigentum war und entschädigt werden musste und dass es deshalb ein Verstoß gegen die Menschenrechte war, die Sklaverei sofort beseitigen zu wollen, dass folglich die Sklaverei von Liberalismus und Aufklärung verteidigt wurde.

ISBN 978-3-932246-80-7       15,00 €  Portofrei        Bestellen

Sklaverei gehörte zu den ökonomischen Grundlagen, auf denen die Menschenrechtserklärungen Englands, der USA und Frankreichs fußten. Kapitalismus und Menschenrechte sind wirtschaftliche und rechtliche Grundlage auch der heutigen bürgerlichen Gesellschaften. Die barbarische Vergangenheit ist noch lebendig. Sie existiert in anderen Formen weiter.

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Inhaltsverzeichnis

Das Recht der Besitzenden. Die Geschichte der Menschenrechte offenbart, dass mit diesen vor allem das Eigentum des Bürgertums geschützt werden sollte. Exklusivabdruck aus „Sklaverei als Menschenrecht“
Rubikon (05.12.2019) Teil 1/4
Rubikon (13.12.2019) Teil 2/4

Die Menschenrechtsideologie Wir, die wir uns als “der Westen” verstehen, halten uns gern für die Zivilisiertheit schlechthin und werfen anderen Völkern und Kulturen gerne vor, rückständig oder barbarisch zu sein. Deswegen führen wir Kieg: für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – und die Verwirklichung der Menschenrechte allüberall. Doch was meint das eigentlich: Menschenrechte? Woher kommen und wie entstanden sie? Dazu sprach Jens Wernicke mit Rainer Roth, der aufdeckt, dass selbst die Sklaverei im Namen der Menschenrechte von Liberalismus und Aufklärung verteidigt wurde und deren Realisierung noch nie bedeutete, wirklich alle Menschen würden frei und gleich und brüderlich. → Nachdenkseiten 07.03.2016

Der Autor:

Rainer Roth, geboren 1944, ist emeritierter Professor für Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Armut und Arbeitslosogkeit. Er ist Vorsitzender von KLARtext e.V., einem Verein, dessen Motto lautet: Die Grenzen verlaufen zwischen oben und unten, nicht zwischen den Völkern. Gründer der AG TuWas, einer Arbeitsgemeinschaft an der Fachhochschule Frankfurt am Main, die seit 1976 SozialhilfebezieherInnen bzw. heute überwiegend BezieherInnen von Arbeitslosengeld II berät.

 

Erstellt: 14.12.2015 - 12:16  |  Geändert: 14.12.2019 - 05:46

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