Die Macht der Entwässerung
Die Emschergenossenschaft und die Erfindung des Ruhrgebiets
Nach der Renaturierung ist die Emscher endlich wieder ein Fluss. Im gesamten 20. Jahrhundert diente sie jedoch als Abwasserkanal und leitete in Betonschalen gelegt den städtischen und industriellen Schmutz in den Rhein.
Lutz Budrass und Eva-Maria Roelevink fügen der inzwischen reichlich romantisierten Geschichte des »Ruhrgebiets« einen neuen Punkt hinzu, indem sie zeigen, dass die Emschergenossenschaft als dessen eigentliche Begründerin zu betrachten ist: Als Hybrid organisierte und legitimierte sie die sozialräumliche Segregation im Industriebezirk – und war so weitaus mehr als ein bloßes infrastrukturelles Großprojekt.
Aus dem Inhalt
Die innere Kolonisierung des Industriebezirks
Die >Bad Banke Die sondergesetzliche Gründung der Emschergenossenschaft (1899-1913)
Die Verhandlung, 1899
Das Emschergenossenschaftsgesetz, 1904
Die erste Versammlung der Emschergenossenschaft, 1905
Das Statut der Emschergenossenschaft, 1906
Die »Wurmaustreibendec Die Volksseuchen im Ruhrgebiet und die Konzeption der Emschergenossenschaft (1901-1904
R. Koch an K. Studt, 1901
Rede von 0. Hue im Reichstag, 1904
Die durch und durch »Technische«? Wasserbauingenieure und Verwaltungsspezialisten in der Emschergenossenschaft (1900-1906,1926/27)
W. Middeldorf zur technischen Ausführung des Entwässerungsprojektes, 1903
H. Breme: Erwägungen zur Emscherregulierung, 1904
K. Gerstein an den Vorstand der Emschergenossenschaft, 1906
Röhr (Magistratsbaurat): Emscher-Sorgen, 1927.
Die »Autonome«: Die Emschergenossenschaft und die gescheiterte Neuordnung der Wasserwirtschaft (1932-1937)
Der Staatskommissar der Emschergenossenschaft an Beteiligte, 1934
H. Vosberg an den Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, 1935
Der Ausschuss für Reichswasserrecht, 1936
A. Ramshorn an H. Vosberg, 1936
Die »Unternehmerin«: Die Emschergenossenschaft und die beständig druckende Phenolfrage (1914-1975)
Der Bergbauverein an die Vereinszechen, 1922
Der Geschäftsbericht über die Phenolgewinnung, 1937
Emschergenossenschaft, betr. Phenolgewinnungsverträge, 1972
Die »Hybride«: Die Veranlagung und das leidige Thema kommunale Abwassergebühr (1909-1975)
Die Besprechung zur Doppelbesteuerung, 1914
Bergbauverein, betr. Sammelstelle für Einsprüche, 1932
Die Gemeindeabgaben und die Wasserverbandsbeiträge, 1938
Das Urteil in der Streitsache Hibernia ./. Bottrop, 1955
Oie »Ewige«: Vom Problem, Bergwerkseigentum wieder loszuwerden, und der Erfindung der Ewigkeitskosten (1958-1971)
Der Vorstandsbeschluss der Emschergenossenschaft,1965
Der Einfluss der Stilllegung eines Bergwerks auf die Beitragspflicht, 1965
Die »Beharrliche«: Der lange Weg zur zentral vorgenommenen biologischen Klärung (1945-1976)
Fragebogen über einen Unfall an einem Duisburger Kanal, 1950
Die Stellungnahme desWestdeutschen Wasserwirtschaftsverbands, 1952
Die Besprechung bei K. Arnold, 1953
H. Kost an L. Erhard, 1954.
Die weitergehende Abwasserreinigung im Emschergebiet, 1958
Die Sitzung des Ausschusses für Wasserwirtschaft, 1962