Der Zorn der Feiglinge
Roman in Briefen

Eine bestürzende Bestandsaufnahme aktueller Konflikte und ein seltenes Dokument der Liebe.

"Warum habe ich nichts kommen sehen?", fragt sich Nours Vater verzweifelt, als diese ohne Abschied nach Falludscha aufbricht, um sich dem IS anzuschließen. Zwischen Vater und Tochter beginnt ein leidenschaftlicher Briefwechsel. Der liberale Islamgelehrte beschwört Nour zurückzukommen und versucht sie davon zu überzeugen, dass der IS nichts von dem verkörpert, was für ihn den Islam ausmacht. Nour dagegen ist fasziniert von der neuen Glaubensgemeinschaft und entschlossen, durch Handeln die Welt zu verändern. Nach und nach wachsen in ihr jedoch Zweifel bis hin zum Abscheu. Schließlich trifft sie eine radikale Entscheidung.

ISBN 978-3-924652-43-2 22.09.2017 17,50 € Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover) Neuausgabe, deutsche Erstausgabe

"Warum entscheiden sich junge Frauen und Männer, die in meinem Land geboren und aus meiner Kultur hervorgegangen sind, in den Krieg zu ziehen, um im Namen Gottes, der auch mein Gott ist, zu töten?" Diese Frage treibt Benzine um, und das Pariser Bataclan-Attentat vom November 2015 gab den letzten Anstoß zu diesem Buch.

Buchentstehung

Als ich im Sommer 2016 die Ankündigung dieses Buches im Katalog von Seuil las, war mein Interesse sofort geweckt. Ich hoffe, dass dieses Buch nun auch in Deutschland zum Verständnis des Islam beiträgt. Lisette Buchholz, Herausgeberin. Quelle: personaverlag.de

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Interview

Den Islam lokal organisieren: Moscheegemeinden, die Geld aus dem Ausland erhalten? Auch in Frankreich steht dieses Modell in der Kritik. Der Islamwissenschaftler Rachid Benzine plädiert für eine dezentrale Organisation französischer Muslime und den Erhalt lokaler Vielfalt. Mit Anne Françoise Weber Deutschlandfunk 27.01.2019

Rezension

Multikulturelle Wahrheiten: Vor fünf Jahren haben zwei maskierte Männer, die ihresgleichen als Helden betrachten, in der Redaktion des Satireblatts Charlie Hebdo elf Menschen getötet. Vor fünf Jahren wanderten knapp 900 000 Flüchtlinge von Budapest Richtung Westen, der einstige Oppositionelle Victor Orban hatte gedroht, mit Waffengewalt gegen sie vorzugehen (wird ja oft vergessen, wenn von Merkels „Einladung“ die Rede ist). Tausende hilfsbereiter deutscher und, ja, auch österreichischer Bürger konnten sich nicht vorstellen, dass diese Willkommenskultur binnen weniger Jahre als Auslöser für neuen Rechtsradikalismus gelten würde. Von Hazel Rosenstrauch  culturmag.de 10.2020

Rachid Benzine hat seinen Briefroman auch zu einem Theaterstück umgeschrieben.  In einem Interview des Deutschlandfunks sagt er: „Ich denke, die Fiktion ist vielleicht der kürzeste Weg zur Wirklichkeit. Wenn man das im Theater sieht, kann man sich damit identifizieren.“ Für ihn kann Theater Raum geben, sich gegenseitig zuzuhören und sich dadurch besser zu verstehen. Das Theaterstück hat nach seiner Aussage eine viel größere Auswirkung als jeder Artikel von ihm, weil es in Gefängnissen vor Djihadisten gespielt wird,  aber auch in Theatern und Schulen. Von Susanne Martin schiller-buch.de (ohne Datum)

Das Buch auf der Bühne

„Was habe ich falsch gemacht?“ - Ein leidenschaftlicher Briefwechsel zwischen Vater und Tochter prägt den Roman „Zorn der Feiglinge“ von Rachid Benzine. Das Theater der Stadt Aalen hat jetzt im Wi.Z diesen dramatischen Stoff, der vom Islam und vom IS handelt, in einer szenischen Lesung eindrucksvoll auf die Bühne gebracht. [PDF] Von Edwin Hügler Aalener Nachrichten 27.01.2020

Autoreninfos

Rachid Benzine, geboren 1971 in Kénitra (Marokko), aufgewachsen bei Versailles, 1996 wurde er französischer Kickboxmeister und zählt zu den angesehensten Politologen und Islamwissenschaftlern Europas. Benzine wird regelmäßig nach Brüssel eingeladen, um vor den europäischen Institutionen über den Islam zu sprechen. Drei Autoren, sagt er, haben ihn philosophisch geprägt: Paul Ricœur, Michel Foucault und Jacques Derrida. 2012 erschien im Verlag der Weltreligionen "Islam und Moderne. Die neuen Denker". "Der Zorn der Feiglinge" ist sein erster Roman. Die Bühnenadaption "Lettres à Nour" lief mit Erfolg 2017 im Théâtre de Liège. Als Autor von sechs hochgelobten Romanen und einigen Sachbüchern wurde er in Frankreich und Marokko mit dem nationalen Verdienstorden ausgezeichnet. 2024 erhielt er den Grand Prix du Roman Métis, bei Piper erschien bisher »Als ich ihr Balzac vorlas«.

Übersetzt von

Regina Keil-Sagawe setzt sich seit Jahrzehnten für die Vermittlung maghrebinischer Literatur ein. U.a. hat sie Werke von Assia Djebar, Maryse Condé, Tahar Ben Jelloun, Mohammed Dib, Yasmina Khadra und Habib Tengour übersetzt. Sie lebt in Heidelberg.

Autoren

Erstellt: 13.04.2026 - 08:34  |  Geändert: 13.04.2026 - 09:04