Männer in der Sonne
Roman
Drei Palästinenser wollen sich von einem Vierten in einem leeren Wassertank aus dem Irak nach Kuwait schmuggeln lassen - weit weg von der "Hölle" der Flüchtlingslager und der Armut ins "Paradies" des aufstrebenden Ölstaates. An der Grenze wird der Fahrer wider Erwarten aufgehalten. Der durch die sengende Sonne inzwischen zum Dampfkochtopf aufgeheizte Wassertank droht zum elenden Grab der drei Männer zu werden.
Als die Palästinenser 1948 aus ihrer Heimat vertrieben wurden, verließen sie diese mit gebeugtem Haupt. Und so verharrten sie jahrelang, unfähig, das Geschehene zu bewältigen. Erst Mitte der sechziger Jahre begannen sie sich zu wehren, im Handeln ihr Selbstbewusstsein wiederherzustellen.
Im Roman "Männer in der Sonne" schildert Ghassan Kanafani diese beiden Etappen palästinensischer Existenz: Lähmung und beginnende Selbstbesinnung; er beschreibt Palästinenser, die die Vertreibung ihres Volkes miterlebt haben und daran leiden.
Als zweisprachige Ausgabe (Arabisch-Deutsch) erschien das Buch bei Edition Orient; es ist nur noch antiquarisch zu haben. edition-orient.de
Rezension
"Männer in der Sonne" des palästinensischen Schriftstellers und Journalist Ghassan Kanafani erschien erstmals 1963. Der Roman über den Versuch einer Grenzüberquerung ist heute so aktuell wie damals. [hinter der Abonnementenschranke] Von Almut Scheller-Mahmoud kohero-magazin.de 24.02.2023
Pressestimmen
"Der Roman hat Ghassan Kanafani 1963 mit einem Schlag in der ganzen arabischen Welt berühmt gemacht." (Südwestrundfunk)
»Der Roman ist für das Palästinenserschicksal geradezu paradigmatisch.« (Neue Zürcher Zeitung, 12.5.2007)
»Kanafani war ein meisterlicher Erzähler, der eine tiefe Zuneigung zu seinen Menschen – gewöhnlichen Helden des Alltags – auf hinreissende Art mit der Erkenntnis über die Schicksalhaftigkeit ihrer Entscheidungen zu verknüpfen verstand.« (die tageszeitung)
Autoreninfos
Nachwort und Übersetzung von
Hartmut Fähndrich (* 1944) ist ein deutscher Islamwissenschaftler und Übersetzer aus dem Arabischen ins Deutsche.
Wikipedia (DE): Hartmut Fähndrich