Die Deutsche Revolution. 1917 - 1923. Von Pierre Broué (Zwei Bände)

Das 1971 in Paris erschienene und bislang nur ins Englische übersetzte Standardwerk wird nun erst mals in deutscher Sprache herausgegeben. Auf über 1.000 Seiten stellt der Historiker Pierre Broué die Ereignisse der revolutionären Periode in Deutschland bis 1923 dar. Dabei stützt er sich auf umfangreiches Originalmaterial, um die Auseinandersetzungen in der Arbeiter_innenbewegung über eine revolutionäre Politik nicht nur wiederzugeben, sondern er unterzieht sie einer Analyse.

ISBN 978-3-96156-116-2     59,90 €  Portofrei     Bestellen

Dabei verengt er den Blick nicht auf Deutschland, sondern liefert tiefe Einblicke in die Wirkung, die die Russische Revolution auf die Arbeiter_innen in Deutschland hatte und wie die Entwicklungen der Kommunistischen Internationale die Politik der KPD in Deutschland beeinflussten, aber auch, welchen großen Einfluss die revolutionäre Bewegung auf die Geschehnisse in der Sowjetunion hatte. Immer wieder diskutiert der Autor die Entwicklungen und gibt damit einen Ansatzpunkt für Leser_innen, selbst nachzuvollziehen, was warum geschah und sich selbst ein Bild von den Ereignissen zu machen.Broués Werk sollte und wird einen Platz im Regal aller Menschen finden, die sich ernsthaft und tiefgründig mit dem Aufschwung und dem Scheitern der deutschen Revolution in den Jahren 1917 - 23 auseinandersetzen wollen. Zwei Bände.

Finanziert wurde die Übersetzung ins Deutsche und die Herausgabe durch ein Crowdfunding [Definition]. → Start Next

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Inhaltsverzeichnis Band 1

Inhaltsverzeichnis Band 2

Siehe auchBand 1

Siehe auchBand 2

»Was Broués Buch von anderen unterscheidet ist einmal der unglaubliche Quellenreichtum. So hat er ein umfassendes und detailliertes Bild der Entwicklungen, Diskussionen und Haltungen verschiedener Akteur*innen der sozialistischen und kommunistischen Bewegung gezeichnet. Statt eine vermeintliche Neutralität in der Geschichtswissenschaft vorzugaukeln, die es nicht gibt, bezieht Broué Position. Als Internationalist geht er sehr tiefgründig auf die Entwicklungen der Kommunistischen Internationale und die Wechselwirkung zwischen der KPD und ihr ein. Er stellt nicht nur historische Fakten dar, sondern analysiert sie, versucht aus ihnen Entwicklungstendenzen abzuleiten und diskutiert immer wieder die gewonnene Erkenntnis. Selbst wenn man seinen Schlussfolgerungen nicht an jedem Punkt voll zustimmt, bekommt man doch zumindest einen Anhaltspunkt für weitergehende Fragen und die entsprechenden historischen Grundlagen geliefert. Aus meiner Sicht ist das Buch ein Standardwerk, das alle lesen sollten, die sich fundiert mit der revolutionären Periode bis 1923 auseinandersetzen wollen.« Wolfram Klein, Übersetzer und Herausgeber

Pressestimmen:

Das Jahr, in dem Sowjetdeutschland hätte entstehen sollen: Vor 100 Jahren scheiterte der Deutsche Oktober. Nicht nur Sowjetdeutschland rückte in weite Ferne, sondern auch das, was seit 1917 die Strategie der Kommunistischen Internationale gewesen war: die Weltrevolution. Die Folgen waren weitreichend: In der UdSSR beschleunigte sich unter dem Eindruck von Isolation und Demoralisierung die Stalinisierung. Eingeklemmt zwischen Thälmann-Kult, der bürgerlichen Erzählung, die Weimarer Republik sei von »den Rändern« bedroht gewesen, und der späteren Behauptung Heinrich Brandlers und August Thalheimers (1923 KPD-Vorsitzender und -Cheftheoretiker), 1923 sei quasi nix gewesen, konnte sich keine differenzierte linke Beschäftigung mit der Niederlage der Revolution in Deutschland etablieren – zumindest nicht hierzulande. Von Nelli Tügel  → analyse & kritik 19.09.2023

[Rezension zur Englischen Ausgabe 2006] Der vor einiger Zeit verstorbene französische Historiker Pierre Broué ist hier vor allem durch sein zusammen mit Émile Temime verfasstes Standardwerk über den spanischen Bürgerkrieg bekannt geworden. In jüngster Zeit ist dann noch seine Trotzki-Biographie3 hinzugekommen, deren Wert vor allem auf der detaillierten Auswertung des erst seit 1980 zugänglichen Exil-Nachlasses an der Harvard-Universität beruht. Merkwürdigerweise hat sich hier aber nie ein Verlag für seine umfangreiche Geschichte der deutschen Revolution von 1917 bis 1923 finden lassen. Das Buch beruhte auf seiner „thèse“, die ihm den Weg zur Professur am Institut d'Études Politiques der Universität Grenoble eröffnete. Sie erschien 1971 in der prestigereichen Reihe Arguments im Verlag Minuit, wurde hier aber kaum zur Kenntnis genommen, wie das leider oft mit französischsprachigen Arbeiten zur allgemeinen deutschen Geschichte passiert. Von Reiner Tosstorff → H-Soz-Kult 13.10.2008

Der Autor:

Pierre Broué (1926 – 2005) war ein französischer Historiker. In seiner Jugend schloss er sich der französischen kommunistischen Partei an und war im Widerstand gegen die Nazis, die Frankreich im Zweiten Weltkrieg besetzten, aktiv. Weil er sich den Ideen der Vierten Internationale um den russischen Revolutionär Leo Trotzki zuwandte, wurde er noch während des Kriegs aus der PCF ausgeschlossen. Bis Ende der 1980er Jahre war er Mitglied verschiedener trotzkistischer Parteien. Er lieferte bedeutende Beiträge zur Geschichte des Trotzkismus und gab in Frankreich die Schriften Leo Trotzkis heraus. Darüber hinaus schrieb er eine zweibändige Biographie desselben und verfasste ein ausführliches Werk zum Spanischen Bürgerkrieg sowie weitere Bücher zur Russischen Revolution und unzählige Beiträge und Artikel. 1971/72 erschien sein über 1.000 Seiten starkes Werk »Die Deutsche Revolution (1917 – 1923)« in Paris.

Der Autor auf Wikipedia

 

Erstellt: 10.07.2024 - 07:55  |  Geändert: 10.07.2024 - 08:50