Wider die Grausamkeit. Für einen feministischen und dekolonialen Weg. Von Rita Laura Segato

Strategien der Grausamkeit sind dort am Werk, wo das Unvorhersehbare des Lebens gezwungen ist, sich Aspekten von Messbarkeit und Konsumierbarkeit, also den Nützlichkeitserwägungen des Kapitalismus, zu unterwerfen. Paradigmatisch hierfür stehen das Patriachat, die Gewalt gegen Frauen und die Ausbeutung ihrer Körper. Dieser Grausamkeit gilt es, etwas entgegen zusetzen: eine Strategie des subversiven Ungehorsams und einer widerständigen Unkonventionalität, für die Ambivalenzen zentral sind. Im Denken der Dekolonialität, das sich mit der auch von Marxistinnen unterstellten Prämisseeines vorgefertigten Bildes der idealen Gesellschaft auseinandersetzt, besteht die wahre Utopie der Geschichte in ihrer Unvorhersehbarkeit.

ISBN 978-3-85476-904-0     17,00 €  Portofrei     Bestellen

Für Rita Segato spielt ihre anthropologische Feldforschung zu den Femiziden in Mexiko eine ebenso bedeutende Rolle wie eine spezifische theoretische Rahmung: Die Analyse der lateinamerikanischen Realität zeigt, wie der eurozentrische Blick, der auch die Wissenskonfigurationen Lateinamerikas prägt, die Sicht auf das Entscheidende eher verstellt denn erhellt. Mit diesem Band wird erstmals eine deutsche Übersetzung einer der wichtigsten intellektuellen Stimmen Lateinamerikas vorgelegt.

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Inhaltsverzeichnis und Leseprobe des Verlags

Die Autorin:

Rita Laura Segato, geboren 1951 in Argentinien, ist emeritierte Professorin für Anthropologie und Bio­ethik der Universität Brasília, Brasilien. Sie promo­vierte in Anthropologie an der Queen’s University Belfast, Nordirland und lehrte u. a. in Venezuela, Spanien, Chile sowie den USA und veröffentlichte zahlreiche Bücher. Parallel zu ihrem wissenschaftli­chen Schaffen engagiert sich Segato in vielfältigen Initiativen für Menschenrechte sowie feministi­schen Gruppen.

 

Erstellt: 26.07.2021 - 07:20  |  Geändert: 19.04.2024 - 09:37