Georg Lukács. Texte zum Theater. Von Georg Lukács. Hrsg. Jakob Hayner. Einleitung von Dietmar Dath. Beiträge von Bernd Stegemann

Georg Lukács gehört zu den herausragenden Denkern des 20. Jahrhunderts. Seine Schriften sind ein Schlüssel zur Ideengeschichte der Moderne und bieten auch Ansätze für die Gegenwart. Ein Bezug auf das Theater durchzieht sein gesamtes Schaffen. Doch die Rezeption seiner Werke ist gekennzeichnet von Brüchen. So war Lukács' differenzierte Ästhetik für marxistische Dogmatiker im Osten in ihrem Beharren auf einen maßgeschneiderten sozialistischen Realismus nicht immer wohlgelitten. Auch im Westen erfreute er sich nur für kurze Zeit einiger Popularität. Entsprechend sind viele Schriften einem breiten Publikum unbekannt.

ISBN 978-3-95749-362-0     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Dieser Reader mit Texten zum Theater, der zu Lukács' 50. Todestag erscheint und einen vorurteilsfreien Blick ermöglichen soll, macht schwer erhältliche Beiträge wieder zugänglich und erstveröffentlicht auch Fundstücke aus den Archiven. Eine Einleitung von Dietmar Dath bezeugt die ungebrochene Relevanz des Denkens von Lukács.

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Durch den Schein hindurch. Imperialistische Bandenforschung und die Grundsätze der Kunstanalyse. Zur ästhetischen Arbeit bei Georg Lukács (Teil I). Von Dietmar Dath → junge Welt 04.06.2021

Kein Weltverdopplungsspiel. Realismus als Vorschein der willentlichen Einhegung des Reichs der Notwendigkeit. Zur ästhetischen Arbeit bei Georg Lukács (Teil II und Schluss) Von Dietmar Dath → junge Welt 05.06.2021

Presse:

„Da Lukács zwar genau beobachtet hat, aber zwischen allen Stühlen saß, hat diese Außenseiterrolle bis heute reale Folgen für seine Rezeption. Während die Bücher von Adorno, Benjamin und Horkheimer in immer neuen Ausgaben zugänglich sind, ist seine spät erschienene Werkausgabe nicht mehr lieferbar. Umso dankenswerter ist es, dass im Verlag Theater der Zeit nun eine Sammlung wichtiger Texte zur Ästhetik erschienen ist.“ Die Welt

„Es muss darum gehen, wie es Hayners und Zielkes Band für die Ästhetik vorführt, die Fragen wieder aufzunehmen, die mit Lukács’ Werk verbunden sind. Nicht zuletzt: Wie können wir an den Bedingungen universeller Emanzipation arbeiten?“ nd

„Es sind starke Gedanken, die der Band an Lukács herausarbeitet, zur Diskussion stellt und damit zu Recht die Schlappe des gegenwärtigen Stands ästhetischer Theorie vor Augen führt.“ nd

Die Autoren:

Georg Lukács (1885–1971) war Philosoph und Literaturwissenschaftler und neben Ernst Bloch, Antonio Gramsci und Karl Korsch bedeutendster Erneuerer der marxistischen Philosophie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Jakob Hayner wurde 1988 in Dresden geboren und ist in Thüringen aufgewachsen. An der Humboldt-Universität zu Berlin studierte er Deutsche Literatur und Philosophie, nebenher hat begonnen, als Journalist zu arbeiten. 2016 wurde er Redakteur bei „Theater der Zeit – Zeitschrift für Theater und Politik“. Neben zahlreichen Beiträgen für die Zeitschrift beteiligte er sich auch an dem Band „Lob des Realismus – Die Debatte“. 2020 veröffentlichte er bei Matthes & Seitz sein Buch „Warum Theater. Krise und Erneuerung“. Im gleichen Jahr wechselte er zur sozialistischen Tageszeitung „nd“, wo er inzwischen im Wissenschaftsressort ist.

Erik Zielke, geboren 1989 in Bergen auf Rügen, ist Autor und Redakteur. Er studierte Buchwissenschaft, Slawistik und Osteuropastudien an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und an der Freien Universität Berlin. Er war von 2015 bis 2021 als Lektor im Verlag Theater der Zeit tätig und hat darüber hinaus auch als Theaterkritiker gearbeitet. Seit 2021 ist er Theaterredakteur der Tageszeitung „nd“.

Dietmar Dath wurde 1970 in Rheinfelden geboren. Er verfasst Romane, Hörspiele, Theaterstücke, Sachbücher und Gedichte. Zudem arbeitet er als Journalist, einst als Chefredakteur der Spex, heute im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zu seinen bekanntesten Romanen zählen „Für immer in Honig“ (2005), „Waffenwetter“ (2007), „Die Abschaffung der Arten“ (2008), „Sie schläft“ (2009), „Der Implex“ (2012, mit Barbara Kirchner), „Venus siegt“ (2015) und „Der Schnitt durch die Sonne“ (2017). Für die Theaterbühne hat er Henrik Ibsens „Ein Volksfeind“ (Schauspielhaus Zürich, 2015) und Mary Shelleys „Frankenstein“ (Schauspielhaus Zürich, 2019) überarbeitet. Nach „Annika oder Wir sind nichts“ (UA Schauspiel Frankfurt, 2011) und „Regina oder Die Eichhörnchenküsse“ (UA Nationaltheater Mannheim, 2011) hat Dath mit „Die nötige Folter“ sein drittes Theaterstück vorgelegt, das am 11. Mai 2019 am Staatstheater Augsburg in der Regie des Intendanten André Bücker zur Uraufführung kam.

Bernd Stegemann ist Professor für Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Er arbeitete als leitender Dramaturg an zahlreichen Theatern und für Festivals, u. a. am TAT in Frankfurt/Main, am Deutschen Theater und an der Schaubühne Berlin. Seit der Spielzeit 2017 / 18 gehört er der Dramaturgie des Berliner Ensembles an. Er hat die Reihe Lektionen bei Theater der Zeit begründet. Bisher erschienen sind die Bände 1 Dramaturgie, 2 Regie, 3 und 4 Schauspielen, 5 Theaterpädagogik, 6 Kostümbild, 7 Theater der Dinge. Zahlreiche Publikationen zur Dramaturgie und Kunst des Theaters, z. B. Kritik des Theaters (2013), Lob des Realismus (2015). 2017 erschien bei Theater der Zeit sein vielbeachtetes Buch Das Gespenst des Populismus. Ein Essay zur politischen Dramaturgie.

Georg Lukács auf Wikipedia

 

Erstellt: 21.07.2021 - 07:51  |  Geändert: 21.07.2021 - 07:52