Digital-Ökonomie. Wie unser Denken und Handeln manipuliert wird. Von Christian Jänig

"Die Intention zu dem vorliegenden Buch entstand im Verlauf einiger Lehrveranstaltungen über kybernetische Strukturen sowie ‚Künstliche Intelligenz‘ (KI) an der Hochschule Bremerhaven. Die intensiven und engagierten Diskussionen mit den KommilitonInnen fokussierten allerdings weniger auf die Programmierung ‚selbstlernender Algorithmen‘, sondern vor allem auf die sozialen und gesellschaftspolitischen Auswirkungen derartiger Systeme ...

ISBN 978-3-948229-28-3     36,00 €  Portofrei     Bestellen

Die Digitalisierung selbst als auch ihre Konsequenzen im Rahmen der DigitalÖkonomie haben disruptive ökonomische, soziale und gesellschaftspolitische Prozesse sowie Strukturveränderungen ausgelöst. Neben der Genese narzisstischer ‚Smartphone- Junkies‘ werden durch die entstandenen sozial- digitalen Netzwerke vor allem auch intrinsisch fokussierte Echoräume, Verschwörungstheorien sowie anonyme Verunglimpfungen Dritter in Gesellschaft und Politik impliziert. Die hierdurch ausgelösten Zentrifugalkräfte lassen postmaterialistische Strukturen implodieren. Diese Tendenz wird zusätzlich durch den Einsatz selbstlernender Algorithmen sowie auf der KI basierender Systeme zur Analyse von Massendaten seitens der monopolistischen ‚Big Five‘ verstärkt. Dies impliziert sowohl die Manipulation des menschlichen Denkens und Handelns als auch die Genese autoritativer Strukturen. Die damit verbundenen subtilen Bewusstseinsveränderungen gehen weit über das Orwell’sche Szenario der ‚Gedankenpolizei‘ hinaus.

Um diese Wirkungsweisen verstehen zu können, sind Kenntnisse über die Funktionsweisen des menschlichen Gehirns erforderlich – ‚wie tickt der Mensch‘. Die Analyse der Funktionsweise von eingesetzten Elementen und Systemen der KI fokussiert sich daher auf die jeweils angesprochenen Gehirnareale, Neuronenketten sowie Gedächtnisstrukturen und -prozesse. Abschließend soll aufgezeigt werden, wie die monopolistische Macht der ‚BigFive‘ durch demokratische legislative Prozesse und Strukturen zumindest reduziert werden kann." (Vorwort)

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Inhalt:

Vorwort ................................................................................................................... 10
1. Einführung .......................................................................................................... 12
1.1 Der Rationalitätsbegriff in den Wirtschaftswissenschaften ........................ 12
1.2 Entwicklungsphasen der Neurologie ........................................................... 21
1.3 Wechselwirkungen zwischen den Neurowissenschaften und der
‚Künstlichen Intelligenz‘ (KI) ............................................................................... 26
1.3.1 Einfluss der Neurowissenschaften auf die KI ........................................ 28
1.3.2 Anwendungsmöglichkeiten der Verfahren und Techniken der KI bei
neurowissenschaftlichen Fragestellungen ..................................................... 31
2. Menschliches Verhalten als Ergebnis der Reiz-, Signal- und
Informationsverarbeitungsprozesse durch das explizite und implizite System des
Gehirns – neurophysikalische, neurobiologische und neuropsychologische
Grundlagen ............................................................................................................. 33
2.1. Das explizite (bewusste) System ................................................................ 42
2.1.1 Wahrnehmung, Gedächtnis und Erinnerung sowie Denken und Lernen
als Wissenstransfer und Wissenstransformation als Grundlagen der
menschlichen Problemlösungsheuristik ......................................................... 43
2.1.2 Soziale Prozesse beeinflussen die Leistungsfähigkeit des Gehirns ...... 66
2.2 Das implizite (unbewusste) System ............................................................. 78
2.2.1 Interdependenzen zwischen dem expliziten sowie dem impliziten
System ............................................................................................................ 78
2.2.2 Das implizite System als ‚Autopilot‘ ..................................................... 82
2.2.3 Das Gehirn sucht keine objektive Wahrheit ......................................... 94
2.3 Das menschliche Bewusstsein – zufallsbedingte ‚Datenkorrelationen‘ oder
‚freier Wille‘? ...................................................................................................... 99
3. Heuristiken und ihre Wirkungsweisen ............................................................. 108
3.1 Die Repräsentationsheuristik ................................................................... 111
3.2 Die Verfügbarkeitsheuristik ....................................................................... 112
3.3 Die Verankerungsheuristik ........................................................................ 120
3.4 Die Affektheuristik ..................................................................................... 125
3.5 Die Simplifizierungsheuristik ..................................................................... 129
3.6 Die Negativitätsheuristik ........................................................................... 131
3.7 Die ‚Muddling- Through‘ -Heuristik ......................................................... 133
3.8 Die Bestätigungsfehler-Heuristik ............................................................... 135
3.9 Die Unaufmerksamkeitsblindheits-Heuristik ............................................. 136M
3.10 Die „Mainstream“-Heuristik .................................................................. 137
3.11 Die Gesprächsheuristik ........................................................................... 140
4. Die Manipulation des menschlichen Gehirns durch die Digitale Ökonomie .... 144
4.1 Die Fremdsteuerung des ‚menschlichen Autopiloten‘ durch die Künstliche
Intelligenz auf der Grundlage artifizieller neuronal-semantischer Netzwerke . 149
4.1.1 Unterschiede zwischen ‚technologischer‘ und ‚humaner‘ Intelligenz ...154
4.1.2 Big Data – die Genese sozialer Dystopien ......................................... 184
4. 2 Die Manipulation des Nutzers durch die ‚Social Media Policy‘ ................ 191
4.2.1 Die technologische Manipulation des Nutzers durch die
‚Ultrakonnektivität‘ ...................................................................................... 197
4.2.2 Algorithmenbasierte Manipulation des individuellen
Entscheidungsverhaltens .............................................................................. 205
4.2.3 Totalitäre Ansätze zur Erschaffung des ‚neuen Menschen‘ .............. 218
4. 3 Soziale Netzwerke manipulieren das implizite System des menschlichen
Gehirns ............................................................................................................. 231
4.3.1 Die zielgerichtete Filterung der menschlichen Wahrnehmung .......... 235
4.3.2 Fake News sowie Verschwörungstheorien als ‚legitime‘
Strukturelemente des digitalen Diskurses .................................................... 237
4.3.3 Echoräume als ‚kognitive Ghettos‘ ...................................................... 252
4.4 Der Verlust kognitiver und kultureller Fähigkeiten ................................... 286
4.5 Disruptive Verwerfungen ökonomischer sowie gesellschaftlicher Strukturen
durch die Digital-Ökonomie ............................................................................. 301
4.5.1 Globale Implikationen ........................................................................ 307
4.5.2 Makroökonomische Veränderungen .................................................. 311
4.5.3 Veränderungen mikroökonomischer Prozesse .................................. 320
4.5.4 Gesellschaftliche Strukturveränderungen .......................................... 322
4.6 Der Einstieg in eine ‚smarte Diktatur‘ ........................................................ 331
5. Die Demokratisierung der Digital- Ökonomie durch gesellschaftspolitisch
legitimierten Datenschutz, Datensicherheit, Datenspeicherungssicherheit sowie
Datenverarbeitungssicherheit. ............................................................................. 347
5.1 Die Determinanten der digitalen ‚Datenunsicherheit‘ .............................. 352
5.2 Realisierungsmöglichkeiten eines demokratischen Datenschutzes sowie
diskriminierungsfreier Datenerhebungs- und Datenverarbeitungssicherheit,
Datenspeicherung und Datentransformation .................................................. 366
5.2.1 Inhaltliche Weiterentwicklung des Datenschutzbegriffes .................. 375
5.2.2 Staatliche Regulierung und Kontrolle der Plattformbetreiber ......... 377
5.2.3 Verankerung der Datenhoheit bei den Nutzern ................................ 384
5.2.4 Bewusste Zustimmung der Nutzer zur Datensammlung ................... 389
5.2.5 Transparenz der Speicherorte ........................................................... 391
5.2.6 Offenlegung der Quellcodes der Algorithmen sowie der Datensätze 392
5.2.7 Installation des Datenverarbeitungsschutzes (algorithmic
accountability) .............................................................................................. 395
5.2.8 Die Verschlüsselung des individuellen Datenaustausches ................. 395
5.2.9 Die vollständige Datenmitnahme sowie Interoperabilität bei einem
Plattformwechsel ......................................................................................... 396
5.2.10 Die langfristige Gewährleistung der Lieferung von Updates .......... 396
5.2.11 Die Installation eines Sicherheits–TÜV für alle Produkte im ‚Internet
of Things‘ ...................................................................................................... 397
5.2.12 Unverzügliche Veröffentlichung und Löschung sogenannter Fake News,
Verschwörungstheorien als auch von ‚Hate speech‘ durch die
Plattformbetreiber ........................................................................................ 397
5.2.13 Gewährleistung einer intensiven Nutzeraufklärung sowie de
lebenslänglichen Aus- und Weiterbildung ................................................... 400
5.2.14 Implementierung einer Digitalen Fehlerkultur .................................. 402
5.2.15 Das Recht zur diskriminierungsfreien Verweigerung der Teilhabe an
der Digitalisierung respektive Digital-Ökonomie ......................................... 402
5.2.16 Genese internationaler Rechtsnormen für Computerethik ............ 403
5.3 Resümee .................................................................................................... 405
Abbildungsverzeichnis .......................................................................................... 408
Stichwortverzeichnis ............................................................................................ 409
Literaturverzeichnis .............................................................................................. 413

Der Autor:

Prof. Dr. Christian Jänig ist an der Bergischen Universität Wuppertal tätig.

 

Erstellt: 20.07.2021 - 07:59  |  Geändert: 20.07.2021 - 08:00