Die Frauen der IRA. Cumann na mBan und der Nordirlandkonflikt 1968-1986. Von Dieter Reinisch

Das vorliegende Buch ist die erste Studie über Geschichte, Rolle und Tätigkeit der Frauenorganisation der IRA während des Nordirlandkonflikts. Dieter Reinisch greift dabei nicht nur auf klassisches Quellenmaterial zurück, sondern auch auf über zwei Dutzend Interviews mit Aktivistinnen der Cumann na mBan, die er selbst führte. Er beschreibt ihren Wandel von einer IRA-Hilfsorganisation in den 1960er-Jahren zu einer effektiven Frauenarmee in den 1970er-Jahren und schließlich ihre Kaltstellung durch die IRA-Führung in den 1980er-Jahren. Anhand des Beispiels Cumann na mBan zeichnet der Autor ein kritisches Bild zur Rolle von Frauen in paramilitärischen Organisationen. Darüber hinaus liefert Reinisch einen inhaltsreichen Beitrag zur Bedeutung der Geschlechterfrage in modernen sozialen Bewegungen.

ISBN 978-3-85371-423-2     20,00 €  Portofrei     Bestellen

Nordirland durchlebte den längsten und blutigsten Konflikt in Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Sommer 1969 führten die brutale Niederschlagung von Bürgerrechtsmärschen, Pogrome gegen die katholische Minderheit und Attentate zur Entsendung der britischen Armee. Der Krieg sollte fast 30 Jahre andauern und über 3000 Menschen das Leben kosten. Im Jahr 1998 fand er mit einem Waffenstillstand sein – vorläufiges? – Ende.

Als Kriegsparteien kämpften auf der einen Seite die britische Armee, die nordirische Polizei und loyalistische Paramilitärs. Ihnen gegenüber standen republikanische Gruppierungen, die das Ziel einer ungeteilten demokratisch-sozialistischen Republik Irland verfolgten. Die bedeutendste militärische Organisation aufseiten der Republikaner war die Irisch-Republikanische Armee (IRA). Neben der männlich-dominierten IRA existierte jedoch auch eine irisch-republikanische Frauenorganisation namens „Cumann na mBan“ („Organisation der Frauen“).

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Inhaltsverzeichnis

Stimme zum Buch:

In Zeiten institutionalisierter Gender-Forschung mutet es fast unspektakulär an, eine politische Bewegung hinsichtlich ihrer Frauen zu untersuchen. Der österreichische Historiker Dieter Reinisch nutzt für das vorliegende Buch Material aus selbst geführten Interviews mit fast zwei Dutzend Aktivistinnen der Irisch-Republikanischen Bewegung. Mit einer ausführlich kommentierten Literaturübersicht rund um die Themen irische Geschichte und Republikanismus unter speziellem Fokus auf Frauen möchte Reinisch zum Selbststudium anregen. Christian Sprenger, Arbeit-Bewegung-Geschichte. Zeitschrift für historische Studien, Oktober 2018

Irischer Unabhängigkeitskampf. Fatale Verweigerung. Am 5. Mai 1981 starb der IRA-Aktivist Bobby Sands an den Folgen eines Hungestreiks. Er war der erste von zehn Gefangenen, die bis zum August in den »H-Blocks« ihr Leben ließen. Seine Mitkämpfer erinnern sich und sehen das Erreichte mit Skepsis Von Dieter Reinisch → junge Welt 05.05.2021

die IRA auf Wikipedia

 

Erstellt: 11.05.2021 - 12:40  |  Geändert: 11.05.2021 - 12:41