Greta und die Klimaschutz-Industrie. Der nächste Level des Kapitalismus. Von Jochen Mitschka

Die Umweltindustrie im Kampf um die nachhaltige Ausbeutung.

Das vorliegende Buch ist die logische thematische Fortsetzung des Buches »Die Menschenrechtsindustrie im humanitären Angriffskrieg« von Tim Anderson und mir. Auch dort treten Stiftungen, die von Oligarchen und Regierungen gesteuert werden, als »Nicht-Regierungs-Organisationen« auf, um die Öffentliche Meinung zu manipulieren. Der Unterschied zur im vorliegenden Buch kritisierten »Umweltschutzindustrie« besteht darin, dass sich die »Menschenrechtsindustrie« zur Durchsetzung von Ressourceninteressen insbesondere aggressiv gegen Länder richtet, welche sich nicht der Ausbeutung durch die westlichen Großmächte unterwerfen wollen. Dagegen richtet sich die »Umweltschutzindustrie« gegen die eigene Bevölkerung, also nach innen, um jene zu zwingen, die zwar auch profitierten, aber gleichzeitig ausgebeutet wurden, eine Neuauflage des kapitalistischen Systems unter dem Banner der Nachhaltigkeit zu finanzieren.

ISBN 978-3-96607-072-0     19,95 €  Portofrei     Bestellen

Am Beispiel des Phänomens Greta Thunberg zeige ich auf, wie mit modernsten Mitteln der Propaganda, die weit über die ersten theoretischen Überlegungen von Edward Bernays hinaus gehen, und unter Nutzung neuester Technologien, Menschen dazu gebracht werden, gegen ihre eigenen Interessen zu agieren. Ging es der Menschenrechtsindustrie darum, die Akzeptanz in der Gesellschaft für Kriege, Sanktionen und Rüstung zu erhöhen, ist die Aufgabe nun wesentlich schwieriger. Die Gesellschaft muss dazu gebracht werden, die Hauptverursacher beziehungsweise die Hauptprofiteure der Umweltzerstörung zu ermächtigen, die von diesen erzeugten Zerstörungen nicht rückgängig zu machen, sondern zukünftig zu verhindern. Wobei die Kosten dieser Veränderung allerdings nicht die Profiteure der Zerstörung tragen sollen, sondern jene, die durch sie ausgebeutet wurden, insbesondere die Steuerzahler.

Es geht den Protagonisten im Hintergrund in keiner Weise darum, die Natur an sich als grundsätzlich zu schützenden Teil der Erde anzusehen. Sondern in dem Buch wird deutlich, dass es bei der ganzen Klima- und Umweltschutzdebatte vor allen Dingen darum geht, den noch nicht finanzialisierten Dingen der Welt einen Preis zu geben. Außerdem soll das im Westen schwächelnde Wachstum, das für den Kapitalismus Grundvoraussetzung ist, durch die Vermarktung der Natur und damit verbundener Projekte neuen Rückenwind erhalten. Ein Beispiel für ein solches Projekt zeigt auf, wie ein solches Projekt in Wirklichkeit aussieht, wenn man hinter die Fassade schaut.

Die Absurdität der Situation wird klarer, wenn man sich folgendes Beispiel vor Augen hält: Ein Unternehmer kauft ein Gelände mit reichem Baumbestand. Er fällt die Bäume, verkauft das Holz und bietet die Fläche als Campingplatz an. Nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass durch die Baumfällaktion und die Nutzung als Campingplatz das Grundstück droht in den Fluss abzurutschen. Die nun notwendige Aufforstaktion müssen aber die Nutzer des Campingplatzes bezahlen, während der Grundstücksbesitzer mit dem erzielten Gewinn aus der Rodung eine Baumschule gekauft hat, und sein Vermögen durch das Aufforsten weiter steigert. Wie die Campingplatznutzer nun dazu gebracht werden, freiwillig die Aufforstung zu bezahlen, an welcher der Eigentümer des Platzes noch einmal verdient, gehört zu den größten Fortschritten von Bernays Lehren.

Ein Werkzeug ist zum Beispiel die Einführung eines Sozial-Kredit-Systems. Während ein solches System des chinesischen Staates vom Deutschlandfunk als »Weg in die IT-Diktatur« bezeichnet wurde, erhebt sich keinerlei Widerspruch, wenn ein solches System durch NGOs, die von Oligarcheninteressen gesteuert werden, eingerichtet wird. Ein weiterer Baustein dieser neuen »nachhaltigen« Welt ist die implizite Feststellung, dass »Nachhaltigkeit« käuflich ist, wodurch jene ohne Geld noch weiter von der Gesellschaft abgehängt werden. Es ist eine gemeinsame Anstrengung der Medien, von Kreisen der Wirtschaft und letztlich der Politik, welche die neue schöne Welt der Profit generierenden Nachhaltigkeit unterstützen. Die Medien, weil sie längst zum Sprachrohr von Wirtschaft und Politik wurden, gewisse Kreise der Wirtschaft, weil sie sich ein Weiterführen des auf Wachstum und Profit ausgerichteten Handelns erwarten, und die Politik, weil sie die Chance sehen, einen noch größeren Anteil des von den Menschen immer mühsamer erkämpften Geldes, für die Umverteilung durch den Staat in Anspruch zu nehmen. Dabei wird die Erhöhung der Staatsquote aber nicht für eine Umverteilung von Reich auf Arm genutzt, sondern für eine Umverteilung von allen auf jene, die Profit mit »Nachhaltigkeit« verdienen. So können Politiker einerseits Geld einnehmen und andererseits wie ein gutwilliger Monarch über Subventionen wieder verteilen … und ganz gut davon leben.

Mehr Infos...

 KLIMAKRISE PODCAST. → Jochen Mitschka Youtube 06.01.2020

 

Erstellt: 07.10.2020 - 07:05  |  Geändert: 22.10.2020 - 21:14

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