30.07.2026

Steve Jermy: Ukraine, Europas Selbstmord & globale Energiekrise

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Medienpräsenz

Royal-Navy-Kommodore Steve Jermy befehligte Kriegsschiffe im 5. Zerstörergeschwader und in der britischen Fleet Air Arm. Er diente im Falklandkrieg sowie in der Adria während der Einsätze in Bosnien und im Kosovo. Anschließend ging er nach einer Verwendung im Jahr 2007 als Strategiedirektor an der britischen Botschaft in Afghanistan in den Ruhestand. Er ist Autor des Buches: „Strategy for Action: Using Force Wisely in the 21st Century“.

Zeitmarken

00:03 – Vorstellung des Gesprächspartners Steve Jeremy. Das Gespräch eröffnet mit der These, der Ukrainekrieg entwickle sich zu einer gefährlichen Eskalation. Genannt werden eine stärkere NATO-Beteiligung, mögliche Wechselwirkungen mit dem Nahen Osten sowie eine zunehmende Bedeutung von Energieinfrastruktur und Seewegen.

Strategische Bewertung

01:52 – Jeremy hält ein Ende des Krieges im Jahr 2027 für möglich. Er betrachtet die NATO aufgrund der Waffenlieferungen als unmittelbar beteiligt und argumentiert, Russland verfolge konstante Sicherheitsziele, während sich westliche Zielsetzungen fortlaufend änderten.

Eskalationsrisiko

04:20 – Kritik an Friedenskonferenzen ohne Beteiligung Russlands. Warnung vor Angriffen weitreichender Waffen auf russisches Territorium und vor möglichen Gegenschlägen gegen europäische Rüstungsstandorte.

Luftverteidigung

06:33 – Ausführliche Erläuterung der Grenzen westlicher Luftverteidigung gegen ballistische und Hyperschallraketen. Nach Darstellung des Gesprächspartners besitzt Russland derzeit Vorteile im Luftkrieg.

Diplomatie und Energie

10:30 – Übergang zur These, dass weniger militärische als wirtschaftliche und energiepolitische Entwicklungen über den weiteren Kriegsverlauf entscheiden könnten.

19:01 – Der Gesprächspartner erwartet aufgrund knapper Öl- und Gasversorgung deutlich steigende Energiepreise. Futures und reale Marktpreise würden zunehmend auseinanderlaufen; als Beispiel nennt er außergewöhnlich hohe Preise in Singapur.

Europa als Hauptbetroffener

20:50 – Europa wird wegen seiner Importabhängigkeit als besonders verwundbar beschrieben. Auch die USA seien trotz eigener Förderung auf bestimmte Rohölsorten angewiesen.

Diesel als Schlüsselressource

22:11 – Ausführlich wird die Rolle von Diesel für Landwirtschaft, Transport, Bauwirtschaft, Bergbau, Militär und Versorgungssysteme erläutert. Ein Mangel hätte nach dieser Darstellung weitreichende Folgen für die gesamte Volkswirtschaft.

Wirtschaft als Friedensfaktor

24:06 – Die wirtschaftlichen Belastungen könnten nach Auffassung des Gesprächspartners die politische Unterstützung für die Kriege schwächen und damit eher zu deren Ende beitragen als militärische Entwicklungen.

Langfristige Erholung

25:30 – Selbst nach einem Kriegsende werde sich das globale Energiesystem seiner Einschätzung nach nur langsam erholen; ein Teil der Schäden könne dauerhaft sein.

26:20 – Europa wird als besonders verwundbar beschrieben. Kritisiert werden Sanktionen, die Zerstörung von Nord Stream sowie Angriffe auf Energieinfrastruktur und deren Auswirkungen auf die Energiesicherheit.

Abschreckung

28:00 – Der Gesprächspartner argumentiert, dass aus russischer Sicht eine ausbleibende Reaktion die Glaubwürdigkeit der nuklearen Abschreckung untergraben könne. Daraus leite sich ein wachsender Eskalationsdruck ab.

Verwundbarkeit Europas

29:50 – Als mögliche Schwachstellen werden europäische Energieanlagen und insbesondere die Gasversorgung genannt. Norwegen wird als Beispiel für ein besonders exponiertes Land erwähnt.

Kritik an der westlichen Strategie

30:40 – Dem Westen wird vorgeworfen, vor allem auf Eskalation zu setzen und darauf zu hoffen, dass Russland nicht reagiere.

Hypothetisches Reaktionsszenario

32:10 – Der Gesprächspartner schildert ein hypothetisches Vorgehen Russlands mit vorherigen Warnungen und möglichen Angriffen auf europäische Waffenproduktionsstätten. Er verweist erneut auf die begrenzten Möglichkeiten der Luftverteidigung gegen Hyperschallraketen.

Verwundbarkeit der Energieinfrastruktur

33:41 – Beschreibung möglicher Folgen von Angriffen auf Energieanlagen und Raffinerien sowie der langen Wiederaufbauzeiten.

Risikomanagement

35:10 – Ausführliche Überlegungen zu Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe eines direkten Konflikts sowie Forderung nach einer öffentlichen Debatte.

Ukraine als Beispiel

37:40 – Die Zerstörung der ukrainischen Energieversorgung wird als Warnung für Europa interpretiert; als Alternative wird eine Rückkehr zur Diplomatie genannt.

Historischer Rückblick

39:30 – Diskussion über die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen seit den 1990er Jahren und Kritik an NATO-Erweiterung sowie fehlender sicherheitspolitischer Debatte.

Ziele des Westens

43:44 – Abschließend wird vermutet, das politische Establishment wolle Russland aus einer vermeintlich günstigen Position an den Verhandlungstisch bringen, unterschätze dabei jedoch Russlands militärische Lage.


Militärische Wirkung westlicher Waffen

44:20 – Die Gesprächspartner vertreten die Auffassung, Angriffe mit westlichen Waffensystemen auf russisches Territorium würden den Kriegsverlauf kaum verändern, könnten jedoch das Risiko einer Ausweitung des Konflikts erhöhen.

Kritik an NATO und westlicher Strategie

45:40 – Es werden Hybris nach dem Kalten Krieg, institutionelle Eigendynamik und Fehleinschätzungen der NATO als Ursachen der heutigen Lage genannt. Kosovo und Afghanistan dienen als Beispiele für eine aus Sicht des Gesprächspartners problematische Entwicklung.

Militärische Kräfteverhältnisse

48:00 – Verglichen werden die Streitkräfte der USA, Russlands und Chinas. Daraus wird gefolgert, dass die militärischen Fähigkeiten der NATO überschätzt würden.

Alternativen zur NATO

51:08 – Als Alternative werden stärkere Kooperation über die OSZE sowie langfristig eine neue europäische Sicherheitsordnung mit Russland diskutiert.

Status quo und Legitimität

53:40 – Zum Abschluss wird argumentiert, die NATO habe sich nach dem Kalten Krieg von einer statusquo-orientierten zu einer revisionistischen Allianz entwickelt; anhand des Kosovo-Einsatzes wird die Trennung von Legalität und Legitimität thematisiert.

Legitimität und Völkerrecht

55:19 – Es wird die Auffassung vertreten, dass nach dem Kalten Krieg der Begriff der Legitimität zunehmend vom Völkerrecht gelöst worden sei. Als Beispiele werden humanitäre Interventionen, Regimewechsel und Eingriffe in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten genannt.

Rolle der NATO

56:25 – Die Gesprächspartner stellen die Frage, welche Funktion die NATO nach dem Ende einer unipolaren Weltordnung noch erfüllen könne und ob ihr bisheriges Selbstverständnis tragfähig sei.

Schlussbetrachtung

56:45 – Zum Abschluss wird für eine stärkere Orientierung am Völkerrecht, mehr Zurückhaltung gegenüber Eingriffen in andere Staaten und eine kritische Aufarbeitung westlicher Politik seit dem Ende des Kalten Krieges plädiert.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
59min 31s
Videoautoren

Erstellt: 31.07.2026 - 10:17  |  Geändert: 31.07.2026 - 10:53

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