16.10.2025

Im Gespräch Prof. Dr. Rolf Verleger "Hundert Jahre Heimatland"

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auf YouTube (16.10.2025) 1:41:15

Medienpräsenz
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Prof. Dr. Rolf Verleger kommt aus einer jüdischen Familie, studierte Psychologe, lehrte an der Universität Lübeck und war vier Jahre lang Mitglied im Zentralrat der Juden.

Seine Eltern überlebten den Holocaust und lehrten ihrem Sohn, dass Judentum und Zionismus nicht ein und dasselbe sind. Der Zionismus hat das Judentum gekapert, so Rolf Verleger, und dadurch die jüdische Tradition der Nächstenliebe durch Nationalismus und Rassismus ersetzt.

Deutschland, so der Autor Rolf Verleger, hat gegenüber den Juden in Israel eine historische Verantwortung, diese beinhaltet aber eben auch, Menschenrechtsverletzungen offen und ehrlich auszusprechen.

Rolf Verleger war dabei, als im November 2015 fünf Leute an Rupert Neudecks Küchentisch die Gründung eines „Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung“ beschlossen. Heute ist er Vorsitzender des Vereins. www.bib-jetzt.de

Anlass des Gespräches mit KenFM ist das aktuelle Buch des Professors für Psychologie: „Hundert Jahre Heimatland? Judentum und Israel zwischen Nächstenliebe und Nationalismus“.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 41min 15s
Ereignisdatum
11.12.2017

Erstellt: 07.04.2026 - 07:59  |  Geändert: 07.04.2026 - 07:59

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»Das Judentum, meine Heimat, ist in die Hände von Leuten gefallen, denen Volk und Nation höhere Werte sind als Gerechtigkeit und Nächstenliebe.« Rolf Verleger möchte mit seinem Buch dazu beizutragen, dass sich dies ändert. Er beschreibt seine jüdischen Wurzeln als persönlichen Hintergrund und umreißt die Geschichte des Zionismus. Entschieden wendet er sich gegen den Vorwurf, Kritik an Israel habe von vornherein als antisemitisch zu gelten, und dokumentiert exemplarisch Auseinandersetzungen, die er darüber zu führen hatte. Das lange Zeit vergriffene Buch erscheint nun in erweiterter Neuausgabe mit Beiträgen, die Rolf Verleger in der Zwischenzeit veröffentlicht hat.

Geschichte und Aktualität des Nahost-Konflikts. Verzweifelt über israelische Menschenrechtsverletzungen, verblüfft über das Vogel-Strauß-Verhalten deutscher Politiker und aufgrund der jüdischen Tradition seiner Familie sucht der Autor die Ursachen der heutigen Situation und spürt verlorengegangenen Alternativen nach: Im Judentum des Zarenreichs, wo Religiosität, Sozialismus und Nationalismus Wurzeln schlugen, im Zusammentreffen dieser Strömungen mit dem britischen Empire, der Furcht Europas vor dem "jüdischen Bolschewismus" und den Nazi-Verbrechen. Um seinen heutigen nationalreligiösen Fanatismus zu überwinden, braucht das Judentum ein erneuertes Leitbild von Befreiung, Erlösung und Nächstenliebe.