Man kann mit Russen reden. Man muss mit Russen reden. Dr. Jürgen Todenhöfer München 04.04.26
auf YouTube (04.04.2026) 26:27
Zeitmarken
1. Plädoyer für Diplomatie statt Waffenlieferungen
Todenhöfers Hauptbotschaft lautet: "Wer den Frieden will, muss reden" [11:50]. Er kritisiert, dass führende Politiker wie Friedrich Merz oder Olaf Scholz den Dialog mit Russland oder dem Iran verweigern.
- Erfahrung mit Russland: Er berichtet von seinen eigenen Verhandlungen in Moskau während des Kalten Krieges und betont, dass man mit Russen reden könne und müsse, um Lösungen wie den Abbau von Raketen zu erreichen [08:47].
- Kritik an Waffenlieferungen: Er bezeichnet die Lieferung von Waffen (insbesondere Taurus-Marschflugkörpern) als "feige" und "brandgefährlich" [14:17]. Ein Einsatz deutscher Waffen gegen Ziele in Russland mache Deutschland zur Kriegspartei und gefährde die nationale Sicherheit [15:05].
2. Kritik an der politischen Führung
Todenhöfer wirft der aktuellen Politikergeneration mangelnde Fronterfahrung und fehlendes Verständnis für die Realität des Krieges vor.
- Sicherheitsrisiko: Er bezeichnet Friedrich Merz als "Sicherheitsrisiko", da dieser die Konsequenzen seiner Forderungen nach weitreichenden Waffenlieferungen nicht überblicke [15:53].
- Rüstungsindustrie: Er kritisiert die Profitgier der Rüstungsindustrie (z. B. Rheinmetall) und fordert Transparenz darüber, ob Politiker Rüstungsaktien besitzen [04:21].
3. Bewertung aktueller Konflikte
- Ukraine-Krieg: Er verurteilt den russischen Angriff, sieht aber eine Mitschuld bei den USA, die den Konflikt durch die NATO-Osterweiterung bewusst provoziert hätten [07:06].
- Gaza-Konflikt: Todenhöfer bezeichnet das Vorgehen Israels in Gaza als "Völkermord" und "Kriegsverbrechen" [17:11]. Er kritisiert die deutsche Unterstützung für die Regierung Netanjahu scharf.
- Iran-Konflikt: Den Angriff der USA auf den Iran bezeichnet er als völkerrechtswidrig und kriminell [23:09].
4. Repression und Meinungsfreiheit
Todenhöfer berichtet von einem gegen ihn laufenden Strafverfahren wegen seiner Äußerungen zum Gaza-Konflikt und einer Hausdurchsuchung durch die Staatsanwaltschaft München [18:43]. Er betont, dass er sich nicht beugen werde und bereit sei, für seine Überzeugungen ins Gefängnis zu gehen, um ein Zeichen für die Meinungsfreiheit zu setzen [21:05].
Fazit
Todenhöfer fordert für Deutschland die Rolle eines "ehrlichen Maklers", der sein Prestige weltweit für Verhandlungen und Frieden einsetzt, anstatt sich durch Waffenlieferungen an Konflikten zu beteiligen [25:06].