30.03.2026

Verlieren die USA den Iran-Krieg?

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auf YouTube (30.03.2026) 1:35:11

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Der Iran-Krieg läuft für die USA anders als geplant – falls sie überhaupt einen klaren Plan hatten. In dieser Ausgabe von komm:on analysieren Behzad Karim Khani und Pedram Shahyar den bisherigen Kriegsverlauf. Wie verläuft er militärisch und strategisch? Wessen Krieg ist es, und wer verfolgt welche Interessen? Wie ist die Lage seitdem im Iran? Welche Szenarien sind zu erwarten?

Zeitmarken

1. Fehleinschätzungen und militärischer Verlauf

Die Diskussion beginnt mit der Feststellung, dass viele Experten den Kriegsausgang falsch eingeschätzt hätten. Entgegen der Erwartung eines schnellen Zusammenbruchs des iranischen Regimes zeigt dieses eine unerwartete militärische Stärke.

  • Asymmetrische Kriegsführung: Obwohl die USA und Israel die Lufthoheit besitzen, gewinnt der Iran strategisch durch asymmetrische Methoden.
  • Prestigeverluste des Westens: Es werden Berichte über beschädigte US-Flugzeugträger und den Abschuss von F-35-Tarnkappenjets sowie das Versagen von Abwehrsystemen wie dem Iron Dome diskutiert [14:23].
  • Straße von Hormus: Der Iran kontrolliert die Meerenge effektiv. Entgegen westlicher Sanktionen exportiert der Iran laut Wall Street Journal sogar mehr Öl als vor dem Krieg [29:29].

2. Die „Eskalationsfalle“

Ein zentrales Thema ist die sogenannte Eskalationsfalle. Da der schnelle „Enthauptungsschlag“ gegen die Führung nicht zum Erfolg führte, werden zunehmend zivile Infrastrukturen (Strom, Wasser, Krankenhäuser) angegriffen, was jedoch den Widerstand eher festigt [28:17].

  • Bodenoffensive: Eine Invasion wird als logistischer Albtraum beschrieben, für den die USA zwischen 800.000 und 1,2 Millionen Soldaten benötigen würden – eine Kapazität, die derzeit nicht vorhanden sei [32:44].

3. Interessen und Hintergründe

Die Gesprächspartner erörtern, wessen Interessen dieser Krieg dient:

  • Israels Rolle: Es wird die These vertreten, dass Israel die USA in diesen Krieg gezogen habe, um die regionale Bedrohung durch den Iran dauerhaft zu brechen und innenpolitische Krisen (Prozesse gegen Netanjahu) zu überspielen [52:57].
  • US-Innenpolitik: Innerhalb der USA wächst der Widerstand. Es wird auf kritische Stimmen wie Joe Kent verwiesen, die vor einem Desaster warnen [39:03].

4. Szenarien für den Iran und die Region

Die Zukunft des Irans und der Weltordnung wird in mehreren Szenarien durchgespielt:

  • Militärdiktatur im Iran: Das klerikale System könnte durch eine rein militärische Führung der Revolutionsgarden (Sepah) abgelöst werden, ähnlich dem ägyptischen Modell [01:10:11].
  • Regionaler Zerfall: Ein Szenario ist ein „Failed State“ Iran, was zu einem Machtvakuum und Chaos in der gesamten Golfregion führen könnte [01:04:31].
  • Ende der US-Hegemonie: Der Krieg wird als Zeichen für den Niedergang der westlichen Vorherrschaft gewertet, während die Achse Iran-Russland-China an Bedeutung gewinnt [01:18:35].

5. Fazit der Diskussion

Die Teilnehmer kommen zu dem Schluss, dass die USA den Krieg strategisch zu verlieren drohen, da sie keine klaren politischen Ziele verfolgen und der Widerstand des Irans unterschätzt wurde. Eine Lösung könnte am Ende nur über massive Reparationszahlungen der Golfstaaten und einen umfassenden Friedensvertrag führen, da ein einfacher Waffenstillstand nicht ausreichen würde [01:33:31].

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 35min 11s
Thematisierte Personen

Erstellt: 01.04.2026 - 07:19  |  Geändert: 01.04.2026 - 07:19

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