04.05.2025

Michael Rossi: Die Gefahren westlicher Selbstgerechtigkeit

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Dr. Michael Rossi erläutert die Gefahren, internationale Politik durch das Prisma der Moral zu betrachten, da sich die Welt in einen simplen Kampf zwischen Gut und Böse aufspaltet. Die vorhersehbare Folge ist, dass Gegner nicht mehr als Reaktion auf Sicherheitsbedenken wahrgenommen werden, Diplomatie und Verhandlungen kriminalisiert werden und Eindämmung oder Krieg als einzige Wege zum Frieden erscheinen.

Sprache (Ton)
Deutsch
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Erstellt: 06.05.2025 - 03:47  |  Geändert: 06.05.2025 - 03:54

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Glenn Diesen (Jahrgang 1979) ist ein norwegischer Politologe und Professor an der Universität Südost-Norwegen (Universitetet i Sørøst-Norge). Er studierte u. a. an der University of Wollongong und der University of Sydney, absolvierte weitere Studien in Russland und erwarb Abschlüsse in Internationalen Beziehungen; seine Promotion erfolgte 2014 im Bereich Politik und Internationale Beziehungen. Er war an australischen Hochschulen tätig und übernahm später Stationen, die ihn 2020 an die Universität Südost-Norwegen führten. In der Forschung beschäftigt er sich vor allem mit russischer Außenpolitik, geökonomischen Ansätzen, eurasischer Integration und konservativen Strömungen in Russland. Neben wissenschaftlichen Publikationen tritt er regelmäßig als Kommentator in Medienformaten auf und betreibt einen eigenen Interview- und Gesprächskanal, in dem er sicherheits- und außenpolitische Themen diskutiert. 

Wikipedia (DE): Glenn Diesen  |  Wikipedia (EN): Glenn Diesen  |  Website: – (kein Eintrag) | YouTube: G Diesen |  Substack: glenndiesen.substack.com/  |  X/Twitter: x.com/Glenn_Diesen  

Norwegen sieht sich selbst als Modellnation: liberal, tolerant und friedensorientiert. Doch es hat sich eine kollektive Denkweise entwickelt, die von tiefem Misstrauen und Verachtung gegenüber jedem geprägt ist, der von den offiziellen Wahrheiten und Kriegsnarrativen der Regierung abweicht.

Hier ist ein soziales Experiment, um die obige Behauptung zu prüfen. Ich bin Professor für Politikwissenschaft, zugleich aber auch Politiker und kandidiere für das norwegische Parlament. Meine kürzlich gegründete Partei ist im Kern eine Antikriegspartei. Wir lancierten eine Plakatkampagne im öffentlichen Nahverkehr in Oslo. Die zentrale Botschaft lautete: Wir sind für Verhandlungen und gegen Waffenlieferungen für den Krieg in der Ukraine.