18.10.2024

Thomas Fasbender im Gespräch über den Ukraine-Konflikt und Zentralasien als neues Machtzentrum

Remote Video URL
Quelle
Medienpräsenz
Videokanal

Im Interview mit Ramon Schack spricht Thomas Fasbender, Ressortleiter Geopolitik bei der Berliner Zeitung und Co-Autor des Buches „Der Eurasienkomplex. Warum und wie dem Westen die Zukunft entgleitet“ über die zunehmende geopolitische Bedeutung Zentralasiens und die Verschiebung der globalen Machtverhältnisse. Er erklärt, wie der Westen nach dem Ende des Kalten Krieges selbstzufrieden wurde, während Regionen wie Zentralasien und China dynamisch aufsteigen. Fasbender unterstreicht die Innovationskraft dieser Regionen und kritisiert das stagnierende Europa, das sich schwer tut, auf die neuen globalen Herausforderungen zu reagieren.

Fasbender beleuchtet auch die komplexe Geschichte Zentralasiens und die Machtkämpfe zwischen Russland, China und westlichen Einflüssen. Dabei hebt er hervor, dass diese Region zunehmend nach Selbstbestimmung strebt und sich als unabhängiges Machtzentrum positionieren könnte, anstatt sich den Interessen großer Nachbarn zu unterwerfen. Die Rolle der "360°-Außenpolitik" zentralasiatischer Staaten betont er als strategische Ausrichtung zwischen den globalen Blöcken.

Schließlich geht es um die Schwächen der westlichen Geopolitik, die oft von moralischen Argumenten dominiert wird. Fasbender plädiert für mehr nüchterne, geopolitische Analysen, die sich auf Wirtschaft und reale Machtverhältnisse konzentrieren. Er fordert einen neuen Blick auf die Rolle Europas, das sich unabhängiger von den USA und auf seine eigenen regionalen Interessen fokussieren sollte.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
58min 18s

Erstellt: 21.10.2024 - 10:22  |  Geändert: 20.06.2026 - 12:23

verwendet von

Warum und wie dem Westen die Zukunft entgleitet. Entscheidet sich die Zukunft der Welt in Eurasien? Ja, meinte Zbigniew Brzezinski, Präsidentenberater von Johnson bis Obama. Ja und nein, sagen die beiden Autoren, denn die Möglichkeit zur konstruktiven Zusammenarbeit des Westens mit dem Osten besteht durchaus. Wenn sich der Westen korrigierte und statt der Konfrontation die Kooperation suchte, würde er über seine und unser aller Zukunft mitentscheiden können. Doch warum tut er das Vernünftige nicht?