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Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti - die beiden italienischen Immigranten wurden am 23. August 1927 von der US-amerikanischen Justiz hingerichtet. Der Justizmord, der auch ein Klassenmord war, jährt sich in diesem Jahr zum 90. Mal. Sacco und Vanzetti waren beide in der anarchistischen Arbeiterbewegung organisiert. Das passte der US-amerikanischen Regierung zu dieser Zeit nicht. Somit waren Nicola und Vanzetti willkommene Vorzeigeverbrecher für die Öffentlichkeit. Die Verurteilung und Hinrichtung der beiden löste eine internationale Protestwelle aus und war Animation für viele Lieder, Bücher und Filme. 

Wo immer dieser Namenswandler auftritt, wird er Zeuge von Bauernkrieg, ist Teil von Aufständen gegen Klerus und Adel, der Wiedertäufer-Bewegung zu Münster, begleitet dabei den schrittweisen Wandel revolutionärer Ideen zu Wahn, von Befreiung zu Terror, sieht Europas Aufstände auch von Innen her scheitern. Dabei wird diese Zeitzeuge wiederum begleitet. Der zeichnet sich "Q", bleibt form- und gesichtslos. Ist diesem Phantom alles Scheitern zu verantworten?! Dies zu klären, wird fixe Idee des anderen Revoluzzers. Thomas Ebermann hat daraus eine szenische Lesung erarbeitet, die (u.a) in Leipzig gastiert. Radio Corax sprach aus diesem Anlass mit Ebermann.

Quelle: https://www.freie-radios.net/85688