Schöne digitale Welt. Analysen und Einsprüche. Hrsg. Bernhard Pörksen, Andreas Narr

Das Zeitalter der Netzutopien ist zu Ende. Gerüchte und Falschnachrichten diffundieren durch die digitale Welt. Social Bots simulieren Meinungsströme. Troll-Armeen sind in sozialen Netzwerken unterwegs. Profi-Fälscher erstellen mit Hilfe von KI-Programmen realistisch erscheinende Videos, sogenannte 'Deep Fakes'. Und Polit-Propagandisten nutzen Datenanalysen, um einzelne Zielgruppen mit speziellen Propaganda-Postings zu bombardieren.
Die Hoffnungen, die das neue Medium einst auslöste, haben sich in die Dystopie der totalen Manipulation verwandelt. Aus Euphorie ist Ernüchterung geworden. Aber was ist beim Austausch der Zeichen eigentlich passiert? Und wie lässt sich der lähmende Aufklärungs- und Netzpessimismus überwinden?

ISBN 978-3-86962-477-8     21,00 €  Portofrei     Bestellen

Was kann der Einzelne tun? Welche Aufgaben hat der Journalismus? Und wie könnte man Plattformen auf effektive Weise regulieren?

Erhellende, streitbare und überraschende Antworten geben Richard Gutjahr, Sascha Lobo, Georg Mascolo, Miriam Meckel, Ranga Yogeshwar und Juli Zeh. Sie erklären den Medienwandel, analysieren die Neuerfindung unserer Informationswirklichkeit und machen deutlich, warum wir eine digitale Aufklärung brauchen, die sich von Horrorszenarien und Heilserwartungen gleichermaßen fernhält.

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

Dieses Buch ist eine Herausforderung. Sechs Diagnosen zur Gegenwart, formuliert zwischen 2015 und 2019 und damit in einem Zeitraum, in dem sich diese Gegenwart rasant verändert hat. Rezension von Michael Meyen → Medienrealität 14.04.2020

Dystopie, Kakophonie, Alarmismus. Die digitale Entwicklung im World-Wide-Web versprach erst einmal eine „schöne, neue Welt“, in der der „Homo Informator“ ein vor Mühe und Anstrengung entlastetes, gutes, gelingendes Leben zu führen vermag. Dort, wo Hoffnung, Optimismus und tätige Zuversicht abhandenkommen, bleiben nur Abhängigkeiten von Fake News, Verzweiflung, Egoismus und feindliches Gegeneinander: „Sie lähmt im starren Blick auf die selbst produzierten Bilder totaler Aussichtslosigkeit das eigentlich nötige Engagement“. Rezension von Jos Schnurer → socialnet 04.03.2020

Die Herausgeber:

Bernhard Pörksen

Bernhard Pörksen, Jg. 1969, war sechs Jahre lang als Professor für Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg tätig und ist heute Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Er studierte Germanistik, Journalistik und Biologie in Hamburg und den USA (Pennsylvania State University), volontierte beim Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt und arbeitet seit über zehn Jahren als Journalist und Buchautor. Essays und Kommentare, Reportagen und Interviews erschienen in vielen Tages- und Wochenzeitungen.

Andreas Narr

Andreas Narr, Dr., Jg. 1956, ist Leiter des SWR Studios in Tübingen und einer maßgeblichen Begründer der "Tübinger Mediendozentur". Er studierte in Freiburg und Tübingen Sprachwissenschaften, Rhetorik und Geschichte und promovierte zum Thema Verständlichkeit im Magazinjournalismus an der Universität Tübingen. Nach einem Volontariat beim damaligen SWF und Aufenthalten im ARD-Studio Rom sowie dem SWR Hauptstadtstudio arbeitete er in verschiedenen Redaktionen des SWR und bei ARD-Aktuell in Mainz als Redakteur und Reporter. Später wurde er Leiter der Fernseh-Nachrichtenredaktion in Stuttgart und ist seit 1998 an der Spitze des SWR-Studios in Tübingen.

 

Erstellt: 10.05.2020 - 06:38  |  Geändert: 02.12.2020 - 17:56