Tätigsein in der Postwachstumsgesellschaft. Von Irmi Seidl und Angelika Zahrnt

Der hohe Ressourcenverbrauch und die Emissionen unseres Wirtschaftens sprengen die planetaren Grenzen. Trotzdem halten viele in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft am Ziel fest, die Wirtschaftsleistung weiter zu steigern. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Wirtschaftswachstum ausreichend Arbeitsplätze schaffen soll. "Tätigsein in der Postwachstumsgesellschaft" basiert auf folgender These: Wir brauchen eine Relativierung der Erwerbsarbeit, um uns aus der Abhängigkeit vom Wirtschaftswachstum lösen und innerhalb der planetaren Grenzen wirtschaften zu können. Voraussetzung dafür ist eine neue Gewichtung von Erwerbsarbeit und unbezahlter Arbeit sowie ein Umbau der Systeme der sozialen Sicherung und der Besteuerung, die bislang wesentlich auf Erwerbsarbeit beruhen. Auch brauchen wir mehr Zeit, Infrastrukturen und Anerkennung für andere Tätigkeiten als Erwerbsarbeit.

ISBN 978-3-7316-1405-0     18,00 €  Portofrei     Bestellen

Inhalt

Teil 1 - Grundlegendes Andrea Komlosy, Zur geschichtlichen Entwicklung von Arbeit
Ernst Fritz-Schubert, Orientierung an Werten für das Tätigsein in der Postwachstumsgesellschaft
Stefanie Gerold, Neubewertungen von Arbeit: Vielfalt von Tätigkeiten ermöglichen und kombinieren

Teil 2 - Tätigsein konkret: Akteure Corinna Fischer, Immanuel Stieß, Alternative Konsumformen: Soziale Teilhabe jenseits von Markt und Arbeit
Gerrit von Jorck, Ulf Schrader Unternehmen als Gestalter nachhaltiger Arbeit Norbert Reuter Erwerbsarbeit im Spannungsverhältnis von Ökologie und Verteilungsgerechtigkeit. Die Rolle der Gewerkschaften Theo Wehner Frei-gemeinnütziges Tätigsein: Motive, Voraussetzungen, Gelingen

Teil 3 - Tätigsein konkret: Bereiche Jonas Hagedorn, Formelle und informelle Sorgearbeit
Franz-Theo Gottwald, Irmi Seidl, Angelika Zahrnt, Tätigsein in der Landwirtschaft. Agrarkultur als Leitkonzept
Linda Nierling, Bettina-Johanna Krings, Digitalisierung und erweiterte Arbeit

Teil 4 - Sozio-ökonomischer Kontext Gisela Kubon-Gilke, Soziale Sicherung in der Postwachstumsgesellschaft
Angela Köppl, Margit Schratzenstaller, Ein Abgabensystem, das (Erwerbs-)Arbeit fördert
Georg Stoll, Arbeit in Entwicklungs- und Schwellenländern

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Postwachstum und die Arbeitswelt: Eine Annäherung. Dass Arbeit viel mehr ist als die gemeinhin unter dem Begriff verstandene Erwerbsarbeit, lässt sich schon am Titel des von Seidl und Zahrnt herausgegebenen Werkes „Tätigsein in der Postwachstumsgesellschaft“ erkennen. Rezension von Leonard Creutzburg → postwachstum.de 19. März 2020

Die Herausgeberinnen:

Irmi Seidl, Priv.-doz., Dr. oec., Leiterin der Forschungseinheit Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Eidgenössischen Forschungsanstalt Wald, Schnee und Landschaft, Birmensdorf. Lehre zu Ökologischer Ökonomik an der Universität Zürich und der ETH Zürich. Seit ihrer Dissertation schwerpunktmäßig inter- und z.T. transdisziplinäre Umweltforschung. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind: Ökonomik der Flächennutzung und Siedlungsentwicklung, Naturschutz und Biodiversität, umweltökonomische Instrumente, Nutzung und Entwicklung peripherer Gebiete der Schweiz.

Angelika Zahrnt, Prof. Dr. rer. pol., Ehrenvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Nach beruflicher Tätigkeit u.a. bei Siemens und der Hessischen Staatskanzlei war sie in der Familie, ehrenamtlich und freiberuflich aktiv. Sie engagierte sich in der Frauenbewegung, der Kommunalpolitik und vor allem der Ökologiebewegung. Von 1990 bis 1998 Stellvertretende Vorsitzende des BUND, von 1998 bis 2007 Vorsitzende des BUND. 2006 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, 2009 des Deutschen Umweltpreises. Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung der deutschen Bundesregierung und im Strategiebeirat Sozial-Ökologische Forschung des deutschen Bundesforschungsministeriums.
Veröffentlichungen zu Nachhaltigkeit, Produktlinienanalyse, Ökologische Steuerreform, Ökologie und Ökonomie, Frauen und Ökologie; Initiatorin der Studien „Zukunftsfähiges Deutschland“ (Basel 1997 und Frankfurt a.M. 2008).

 

Erstellt: 29.10.2019 - 09:11  |  Geändert: 25.03.2020 - 17:24

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