Natur als Bedeutung. Versuch einer semiotischen Theorie des Lebendigen. Von Andreas Weber

"Natur als Bedeutung" ist der Entwurf einer ästhetischen Theorie der Natur aus der Perspektive einer Biologie als Bedeutungslehre. Sie versucht, sowohl die Kultur als auch die menschliche Existenz als Lebewesen unter dem einheitlichen Blickwinkel organischer Verkörpertheit zu verstehen. Dies geschieht in bewußter Abwendung von gängigen evolutionären Theorien des Ästhetischen. Organismen werden nicht als deterministische Überlebensmaschinen gedacht, sondern autopoietisch als komplexe, sich selbst herstellende, und aus ihren existentiellen Bedürfnissen Bedeutungen erzeugende Systeme. Leben ist ein fundamental semiotisches Phänomen. In einer solchen Biosemiotik entsteht Sinn nicht nach dem Modell arbiträrer Zeichensysteme von Texten, sondern entschlüsselt sich in den existentiellen Bedürfnissen des Organismus.

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Damit vollzieht die Arbeit auch eine Abwendung von gängigen poststrukturalistischen Ästhetiken. Vielmehr wird im ästhetischen Erlebnis der Natur die prinzipell problematische conditio vitae, dieser Rahmen auch der conditio humana, zeichenhaft transparent. Dieser Umstand erklärt die überwältigende Konjunktur von Natursymbolen in allen Kulturen der Welt, früher und archaischer, aber auch westlich-moderner. Natur, als lebende Form, ist Symbol organischer Intentionalität. Die tiefste Bedeutung der Natur für den Menschen ist somit, die reale Präsenz seines eigenen, letztlich unergründlichen, Selbst zu ermöglichen.

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Erstellt: 17.09.2019 - 06:41  |  Geändert: 17.09.2019 - 06:43

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