Für Prophet und Führer. Die islamische Welt und das Dritte Reich. Von David Motadel

David Motadel schildert die Geschichte der Millionen Muslime unter deutscher Herrschaft. Eindringlich zeigt er, wie der NS-Staat und andere Großmächte den Islam für politische Zwecke vereinnahmten. Ein Standardwerk zur deutsch-islamischen Geschichte im 20. Jahrhundert.

Das Buch wurde 2014 mit dem Fraenkel Prize in Contemporary History ausgezeichnet
"Herausragend, mit faszinierenden und ungewöhnlichen Einblicken." Sir Ian Kershaw

ISBN 978-3-608-98105-6     30,00 €  Portofrei     Bestellen

David Motadel stellt erstmals umfassend die Islampolitik des NS-Regimes dar. International vielbeachtet veranschaulicht der Historiker, dass und wie sich das Dritte Reich als Schutzherr der Muslime präsentierte. Deren Glauben instrumentalisierte die NS-Elite für geopolitische wie militärische Zwecke.
In der entscheidenden Phase des Zweiten Weltkrieges - als Hitlers Truppen in viele muslimische Gebiete einmarschierten - umwarb Berlin Muslime, um sie als Verbündete zu gewinnen. Mit einem unglaublichen Pragmatismus wurden dabei rassistische Bedenken beiseitegeschoben. Eingehend untersucht der Autor die deutsche Propaganda in den muslimisch besiedelten Kriegsgebieten; detailliert beschreibt er die politische Indoktrinierung Zehntausender Muslime, die in der Wehrmacht und SS kämpften.

Der Historiker David Motadel vergegenwärtigt den enormen Einfluss des Zweiten Weltkriegs auf die islamische Welt und eröffnet so ein neues Verständnis von Religion und Politik im 20. Jahrhundert.
- Die erste umfassende Darstellung der Islampolitik des NS-Regimes
- Zeigt die Instrumentalisierung des Islam durch die europäischen Großmächte

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Inhalt und Leseprobe

Presse:

»Motadel zeigt in seiner profunden Studie, wie sich die Nationalsozialisten gezielt als Freunde der Muslime und Verteidiger des Islam inszenierten«
Damals, Ausgabe 12/2018

»Das Werk ist die erste umfassende Untersuchung der deutschen Islampolitik jener Zeit... Motadels abschließendes Kapitel beschäftigt sich ... mit der >Instrumentalisierung des Islams für Großmachtinteressen< nach dem Krieg, bei der vor allem die USA eine gewichtige Rolle spielten. Die Folgen sind noch heute täglich in den Fernsehnachrichten zu bestaunen.«
Ernst Reuss, Der Tagesspiegel, 28.06.2018

»Die ebenso panoramatische wie differenzierte Studie „Für Prophet und Führer. Die islamische Welt und das Dritte Reich“ des Historikers David Motadel ist das neue Standardwerk zum Thema. Motadels Studie ist für alle, die an den Beziehungen zur islamischen Welt interessiert sind und sich nicht durch oberflächliche historische Kontinuitäten täuschen lassen wollen, ein unverzichtbares Handwerkszeug. Er hat schwer zugängliche und verschiedensprachige Quellen gesichtet.« Micha Brumlik, TAGESZEITUNG, 4.2.2018

»Das ist ein Buch, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Hochgradig spannend – gerade, weil es so nüchtern und sachlich ist.«
Andreas Main, Deutschlandfunk, 20.2.2018

»Motadels Buch ist ein schlagendes Beispiel dafür, dass neue Herangehens- und Sichtweisen noch immer spannende und lehrreiche Erkenntnisse über das Denken und Handeln des Nationalsozialismus bringen.« Armin Fuhrer, Focus online, 24.12.2017

»David Motadels Buch liefert nun eine große Darstellung der Islampolitik, die nicht nur die Situation in Nordafrika und im Nahen Osten, sondern auch im Kaukasus, auf der Krim und dem Balkan in den Blick nimmt. Sein Buch ist bereits jetzt ein Standardwerk.«Tanjev Schulz, Süddeutsche Zeitung, 28.11.2017

»David Motadel…legt mit dem zu besprechenden Buch eine grundlegende, umfassende und - man möchte das abgegriffene Wort eigentlich vermieden - erschöpfende Studie vor. Um es vorwegzuschicken: Dieses Buch dürfte für lange Zeit das Standardwerk zum Thema sein und in den Kanon derjenigen Schriften eingehen, die in den umfangreichen Forschungen zum Nationalsozialismus Maßstäbe gesetzt haben...Das Buch ist in einer präzisen, sehr flüssigen und gut lesbaren Sprache geschrieben.« Boris Barth, BEITRÄGE ZUR GESCHICHTE DES NATIONALSOZIALISMUS, 2015

»Islam and Nazi Germany’s War ist die erste eingehende Untersuchung dieser komplexen Beziehung und ihrer Drehungen und Wendungen. Das Buch zeichnet sorgfältig nach, wie Hitlers Paladine versuchten, die Muslime auf ihre Seite zu ziehen. Es ist eine fachlich einwandfreie Studie, die auf eine Fülle von Archivquellen in zahlreichen Sprachen zurückgreift, bei aller Gelehrtheit aber nie abgehoben daherkommt. Im derzeitigen Klima könnte das Thema leicht Kontroversen auslösen. Doch Motadel ist viel zu seriös und präzise, um Effekthascherei zu betreiben. […] Motadels Buch ist eine brillant-originäre Abhandlung, der das seltene Kunststück gelingt, wissenschaftliche Genauigkeit und allgemeine Verständlichkeit unter einen Hut zu bringen. In Anbetracht des bereits ausgiebig beackerten Forschungsfeldes Zweiter Weltkrieg und Nazi-Deutschland beeindruckt es besonders, dass dieses Buch nun einen ungemein bedeutsamen Bereich untersucht, der bislang übersehen wurde.« Roger Moorhouse, Financial Times

»Motadels Buch liest sich gut und ist tadellos recherchiert. Es wird unser Verständnis von der nationalsozialistischen Islampolitik verändern, die, wie Motadel schreibt, »einen der bedeutendsten Versuche in der neueren Geschichte darstellte, den Islam zu politisieren und zu instrumentalisieren.« Dominic Green, Wall Street Journal

»Islam and Nazi Germany’s War ist eine umfassende und scharfsichtige historische Abhandlung, die auch für das Verständnis aktueller historischer Zusammenhänge von Bedeutung ist. Motadel […] beschreibt die Kontinuität der vom Westen betriebenen Strategie, den Islam in Kriegszeiten zu mobilisieren oder ihn für geopolitische Zwecke zu instrumentalisieren. […] Motadels differenzierte Darstellung zeigt mindestens zwei Gründe auf, weshalb die Strategien des Westens zum Scheitern verurteilt sind. Einer ist die Unkenntnis der Diversität des Islam und eine falsche Einschätzung der Rolle des Glaubens im Alltag und im Selbstverständnis so vieler Muslime. Der Zusammenhalt und die Biegsamkeit des Islam werden im Westen gerne überschätzt. Der zweite Grund zieht sich wie ein roter Faden durch die lange Geschichte kolonialer und postkolonialer Interventionen Europas und Amerikas in muslimischen Gebieten. […] Muslimische Bevölkerungen haben erlebt, wie unzählige Versprechen gebrochen wurden; für sie hatten die Interventionen des Westens ein traumatisches Ergebnis nach dem anderen zur Folge.« Steve Coll, The New York Review of Books

»David Motadels ungemein sorgfältig recherchierte, gut geschriebene und faszinierende Darstellung zeigt, welches Bild die Nationalsozialisten vom Islam hatten, und wie sie versuchten, ihn für ihre Zwecke zu mobilisieren, zu manipulieren und zu instrumentalisieren. Es ist eine einzigartige Arbeit, von der nicht nur Studierende der deutschen Geschichte und der Islamwissenschaft profitieren werden, sondern alle, die an internationalen Beziehungen und Geopolitik im Allgemeinen interessiert sind.« Michael A. Reynolds, Universität Princeton

»Islam and Nazi Germany’s War wird zweifellos zu den wichtigsten Büchern über internationale Geschichte und globale Geistesgeschichte gehören […]. Kein anderes Werk hat die Verquickung Nazi-Deutschlands mit dem Islam so umfassend dargestellt. Darüber hinaus bietet das Buch faszinierende Einblicke in die Beschaffenheit der komplexen Beziehungen, die das moderne Europa zu muslimischen Gesellschaften unterhält. Es wird unser Verständnis von der Geopolitik des europäischen Orientalismus verändern […]. Wer sich für das Verhältnis zwischen dem Islam und dem »Westen« interessiert, kommt an diesem Buch nicht vorbei.« Cemil Aydin, University of North Carolina, Chapel Hill

»David Motadel zeigt, dass das NS-Regime einen kruden aber durchaus beständigen Kurs des Anti-Orientalismus verfolgte, um eine muslimische Allianz zu schmieden. Ausgehend von der gemeinsamen Feindschaft gegen Briten, Bolschewiken und Juden stellten die Nationalsozialisten eine wahre Partnerschaft auf der Grundlage gemeinsamer Werte in Aussicht: Führerkult, Glaube an die Familie und Bereitschaft zum Heiligen Krieg. Die Bewältigung dieser komplexen Geschichte und ihre Darstellung aus radikal unterschiedlichen Blickwinkeln ist eine bemerkenswerte Leistung.« Nicholas Stargardt, Universität Oxford

Der Autor:

David Motadel, geboren 1981 in Detmold, lehrt als Professor für Internationale Geschichte an der London School of Economics. Er studierte Geschichte an den Universitäten Freiburg, Basel und Cambridge, und wurde in Cambridge promoviert. Forschungsaufenthalte in Harvard, Yale und Oxford. Er ist Fellow der Royal Historical Society. Seine Texte zu Geschichte und Gegenwartsfragen erschienen u. a. im »Spiegel«, in der »Süddeutschen Zeitung«, der »NZZ«, und in der »New York Times«.

 

Erstellt: 16.01.2019 - 07:24  |  Geändert: 18.01.2019 - 08:36

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