Achsenzeit. Eine Archäologie der Moderne. Von Jan Assmann

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für Aleida und Jan Assmann

Um das 6. Jahrhundert v.Chr. traten in verschiedenen Kulturräumen der Welt unabhängig voneinander Philosophen und Propheten auf, die das bisherige mythische Denken überwanden: Konfuzius und Laotse in China, Buddha in Indien, Zarathustra in Persien, die Propheten des Alten Israel und die vorsokratischen Philosophen in Griechenland. Diese Zeit wurde von Karl Jaspers "Achsenzeit" genannt. Jan Assmann beschreibt, wie Historiker und Philosophen seit der Aufklärung die erstaunliche Gleichzeitigkeit der Achsenzeit-Kulturen erklärt und in der Achsenzeit die geistigen Grundlagen der Moderne gesucht haben.

ISBN 978-3-406-72988-1     26,95 €  Portofrei     Bestellen

Die Annahme einer Achsenzeit der Weltgeschichte wurde so zu einem Gründungsmythos der Moderne. Sie hält einer historischen Überprüfung zwar nicht stand, wie das Buch anschaulich zeigt, aber an das damit verbundene Bestreben, eine eurozentrische Sicht auf die Geschichte zu überwinden, können wir bis heute anknüpfen.

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In der Begründung des Stiftungsrats heißt es zu Jan Assmann: "Mit seinen Schriften zum Zusammenhang von Religion und Gewalt sowie zur Genese von Intoleranz und absolutem Wahrheitsanspruch leistet er einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis der Friedensbereitschaft und Friedensfähigkeit der Religionen in der Weltgesellschaft von heute."

Inhaltsverzeichnis

Der Autor:

Jan Assmann ist Professor em. für Ägyptologie an der Universität Heidelberg und Professor für allgemeine Kulturwissenschaft an der Universität Konstanz. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Historikerpreis (1998), Thomas-Mann-Preis (2011), Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa (2016), Karl-Jaspers-Preis (mit Aleida Assmann, 2017) und dem Balzan Preis (mit Aleida Assmann, 2017).

Rezension: Die Vision eines Weltbürgertums. Konfuzius in China, Buddha in Indien, Zarathustra in Persien: Der Philosoph Karl Jaspers betrachtet die Zeit um das Jahr 500 vor Christus als Geburt des modernen Menschen. Jan Assmann setzt sich in „Achsenzeit“ mit dieser Theorie auseinander. Von Carsten Hueck → Deutschlandfunk Kultur 08.11.2018

 

Erstellt: 09.11.2018 - 05:34  |  Geändert: 09.11.2018 - 19:03

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