Globales Chaos machtlose UNO. Von Andreas Zumach

Globales Chaos machtlose UNO. Von Andreas ZumachIst die Weltorganisation überflüssig geworden? Ob in der Ukraine, Syrien, Irak, Israel/Gaza oder im "Krieg gegen den Terrorismus": In allen wesentlichen Gewaltkonflikten seit Beginn des Jahrtausends spielt die UNO kaum mehr eine politische Rolle bei den Bemühungen, diese Konflikte zu beenden und ihre Ursachen zu überwinden.

ISBN 978-3-85869-702-8     22,00 €  Portofrei     Bestellen

2.Auflage 2016

Die Weltorganisation wird von ihren Mitgliedsstaaten reduziert auf die Rolle des humanitären Nothelfers für die Opfer dieser Konflikte. Und selbst für diese humanitären Aufgaben erhält die UNO von ihren Mitgliedern nicht mehr genügend Geld.

Eine solche schwache und handlungunfähige Weltorganisation halten viele inzwischen für überflüssig. Doch eine politisch effektive UNO wird heute ebenso dringend gebraucht wie bei ihrer Gründung vor 70 Jahren nach der Barbarei von Holocaust, Faschismus und Zweitem Weltkrieg. Dies die Meinung des UNO-Experten Andreas Zumach. Eine UNO, die handlungsfähig ist bei der Bewältigung von Klimawandel, Hunger, Epidemien und anderen globalen Herausforderungen sowie bei der möglichst gewaltarmen und nachhaltigen Beilegung von Konflikten zwischen ihren Mitgliedsstaaten. Aber eine solche UNO wird es nur (wieder) geben, wenn die Mitgliedsstaaten zu wesentlichen Reformen bereit sind und alles daran setzen, die Weltorganisation zu deblockieren. Was für eine UNO brauchen wir?

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Buchbesprechung

Globales Chaos – machtlose UNO. Bei der Lösung der wesentlichen Gewaltkonflikte seit Beginn des Jahrtausends spielt die UNO kaum mehr eine politische Rolle. Doch eine effektive UNO wird heute ebenso dringend gebraucht wie bei ihrer Gründung. Aber eine solche wird es nur (wieder) geben, wenn die Mitgliedsstaaten zu wesentlichen Reformen bereit sind. Was für eine UNO brauchen wir? → Buch der Woche, der Freitag vom 21.05.2015

Andreas Zumach: Gefährlicher Poker um Atomwaffen

Ukrainekonflikt und kein Ende? von Andreas Zumach: Mit dem Abschluss von „Minsk II“ ist es, wenn auch unter großen Schwierigkeiten, zu einem höchst fragilen Waffenstillstand in der Ostukraine gekommen – inklusive einer Entzerrung der Frontlinien, des Abzugs schwerer Waffen und weiterer Deeskalationsschritte.Ob die Beendigung der militärischen Auseinandersetzungen diesmal von Dauer sein wird, bleibt abzuwarten. Das hängt nicht zuletzt davon ab, ob die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) jetzt – anders als im ersten Konfliktjahr 2014 – von ihren 57 Mitgliedstaaten die ausreichenden personellen, finanziellen und logistischen Mittel erhält, damit sie die ihr in „Minsk II“ zugewiesenen Aufgaben auch erfüllen kann. Doch selbst dann wäre der Weg zu einem nachhaltigen Frieden noch weit. Selbst wenn es tatsächlich gelingen sollte, den Krieg in der Ostukraine dauerhaft zu beenden, wäre der hinter den innerukrainischen Auseinandersetzungen stehende geopolitische Großkonflikt zwischen Russland und den Mitgliedstaaten von Nato und EU keineswegs überwunden. Voraussetzung dafür ist vielmehr, dass diese Konfliktparteien ihre grundlegenden Fehler und die falsche Politik der letzten Jahre korrigierten. Theoretisch könnte den Vereinten Nationen dabei eine wichtige Rolle zukommen. Sie müssten den Konfliktparteien dazu verhelfen, in einen Deeskalationsprozess einzusteigen. Aus realpolitischen Gründen ist der UN-Sicherheitsrat jedoch das ungeeignete Gremium: Denn jedes Mandat des UN-Sicherheitsrates für eine wie auch immer geartete Präsenz in der Ukraine, das über die bisherige OSZE-Mission hinausginge, würde an einem Veto des ständigen Sicherheitsmitglieds Russland scheitern. → Blätter für deutsche und internationale Politik 4/2015

 

Erstellt: 02.02.2015 - 15:50  |  Geändert: 07.12.2020 - 18:51