Zurück in den Hinterhof
Die USA und Lateinamerika
Anfang 2026 bombardierten die USA Venezuela und entführten Staatschef Nicolás Maduro. Die venezolanische Regierung soll sich nach den Vorstellungen Donald Trumps den US-Interessen unterwerfen. Aber es geht nicht nur um Venezuela.
Unverblümt streben die USA auf dem Kontinent die politische und wirtschaftliche Dominanz an. Als Imperium mit schwindender Hegemonie wollen sie Lateinamerika in die klassische Hinterhof-Rolle zurück drängen.
Für das historisch belastete Verhältnis zu den USA stellt dies eine seit Jahrzehnten nicht mehr erlebte Herausforderung dar. Der neue Interventionismus in der Region wird zwangsläufig Widerstand erzeugen.
Der Lateinamerika Experte Tobias Lambert analysiert die Neuausrichtung der US-Politik gegenüber den südlichen Nachbarländern und ordnet sie historisch ein.
Wikipedia (DE): Monroe-Doktrin
Artikel des Autors zum Thema
Lateinamerika: Präsident Trump lässt das Fossil „Monroe-Doktrin“ auferstehen: Plötzlich sind sogar Militärinterventionen gegen missliebige Regierungen wie in Venezuela wieder möglich. Die USA kehren zu einer klar imperialistischen Politik zurück, die einen „Hinterhof“ in Schach halten sollte. [hinter der Bezahlschranke] Von Tobias Lambert der Freitag 22.10.2025
Konkurrenz im »Hinterhof«: 200 Jahre nach der Formulierung der Monroe-Doktrin wollen die USA in Lateinamerika den Einfluss Russlands und Chinas zurückdrängen: Als der damalige US-Präsident James Monroe im Dezember 1823 seine Rede zur Lage der Nation vor dem US-Kongress hielt, schickte er eine unmissverständliche Botschaft in Richtung Europa. Die europäischen Mächte sollten sich nicht in die Angelegenheiten der neu entstehenden Staaten Lateinamerikas einmischen, die gerade dabei waren, ihre Unabhängigkeit von Spanien und Portugal zu erkämpfen. Im Falle des Versuches, einzelne Staaten des amerikanischen Doppelkontinents rekolonialisieren zu wollen, würden die USA nicht tatenlos zuschauen. Im Laufe der Jahre entwickelten sich diese Prinzipien zur »Monroe-Doktrin« – und zu einem zentralen Pfeiler der US-Außenpolitik. Von Tobias Lambert analyse & kritik 20.06.2023