Das geplünderte Nest
Roman
Zwischen Libanon und Tirol: Aus einer Reportage über die Graffitiszene in Beirut wird eine Reise in die dunkle Vergangenheit der eigenen Familie.
Größer könnte der Kontrast nicht sein: Gerade noch in Beirut, kehrt der Mann, der hier erzählt, in das Bergdorf in Tirol zurück, aus dem er stammt. Die Wintersaison ist vorbei, alles ist wie ausgestorben, in Ruhe will er an seiner Reportage über die Kunstszene im Libanon arbeiten. Doch Rami, ein Sprayer, den er auf seiner Reise getroffen hat, ruft in ihm Erinnerungen wach, die bis in seine Kindheit zurückreichen: ...
... an Lenz, einen einarmigen Maler aus Berlin, der 1944 in das Dorf kam, um zu bleiben.
Damals stellte er keine Fragen, jetzt will er es genauer wissen: Und er erfährt von einem Lager für Zwangsarbeiter im Dorf, einem Versteck von Deserteuren in den Bergen und den Verstrickungen seines Großvaters Ludwig, einem der Lagerwärter. Hat Ludwig etwas mit dem Verschwinden eines ukrainischen Gefangenen zu tun, der mit der Schwester seines besten Freundes ein Verhältnis hatte?
Ein Roman von stiller Wucht!
Rezension
»Kurz und komplex – so präsentiert sich der neue Roman Robert Prosser, der zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Libanon und Tirol unterwegs ist. Es geht um Kunst unter erschwerten Bedingungen, um Verrat und Menschlichkeit und um die große Geschichte im dörflichen Mikrokosmos.[...] Prossers Erzählweise ist ebenso subtil wie nachdrücklich. Hintergrund des Romans sind Recherchen über seinen Heimatort Alpbach. Vorbild der Lenz-Figur ist der Berliner Maler Werner Scholz – ein bedeutender Vertreter des abstrakten Expressionismus und ein entschiedener Gegner der Nationalsozialisten, die ihn mit Ausstellungsverboten belegten. 1939 zog er nach Alpbach und blieb dort bis zu seinem Tod 1982. Durch diese Bezüge gewinnt der kurze, aber sehr komplexe Roman eine weitere faszinierende Ebene hinzu..« [Podcast 6:39] Von Wolfgang Schneider, Deutschlandfunk 29.10.2025
Weitere Pressestimmen
»Prosser ist ein formbewusster Autor. In seiner ungemein dichten und bedächtigen Sprache genügen ihm oft wenige Worte, um bildhafte Szenen und einprägsame Charaktere zu entwerfen. Dazu kommt ein Spiel mit Motiven wie dem "Gemälde zweier Hände" oder einer Schnitzfigur. Zumindest die Longlist zu einem großen Buchpreis hätte sich dieser Roman verdient.« Sebastian Gilli, FALTER
»Prosser verbindet in der Figur des Ich-Erzählers zwei nur auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Geschichten. Im Libanon arbeitet der Protagonist an einer Reportage über die Kunstszene in dem Bürgerkriegsland [...] In Tirol erinnert er sich an den alten Maler Lenz, der ihm einst als kunstinteressierter Bub von seiner Mutter vorgestellt wurde, um ihn mit den Geheimnissen der Malerei vertraut zu machen. In beiden Erzählsträngen gelingen Prosser […] intensive Szenen und Bilder.« Wolfgang Huber-Lang, APA
»Robert Prossers Roman erzählt nicht zuletzt vom Widerstand, davon wie es gelingen kann, in repressiven Zeiten den Sinn für Menschlichkeit nicht aufzugeben. Nicht nur insofern ein äußerst aktuelles Buch.« Katja Gasser, ORF Kultur
»Prosser verbindet in der Figur des Ich-Erzählers zwei nur auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Geschichten. Im Libanon arbeitet der Protagonist an einer Reportage über die Kunstszene in dem Bürgerkriegsland [...] In Tirol erinnert er sich an den alten Maler Lenz, der ihm einst als kunstinteressierter Bub von seiner Mutter vorgestellt wurde, um ihn mit den Geheimnissen der Malerei vertraut zu machen. In beiden Erzählsträngen gelingen Prosser […] intensive Szenen und Bilder.« Joachim Leitner, Tiroler Tageszeitung
