Unbekannte Geschichte (n) Japans
Sozialhistorische und interkulturelle Betrachtungen 1841–1912
Der Band gibt einen Überblick über die »großen« Ereignisse der japanischen Geschichte von 1841 bis 1912, ehe er in seinem zweiten Teil in sechs Kapiteln »kleine« Themen aufgreift, die das unmittelbare Leben der Mehrheit der Japaner betreffen.
Abschließend wird anhand zweier Sozialreportagen gezeigt, dass Armut und Elend in Tokyo und Wien um 1900 viele Entsprechungen haben.
»Kleine« Themen: drn vormoderne Tourismus, versteckt hinter religiösen Wallfahrten; eine Chrysanthemenpuppen-Ausstellung 1845, deren Objekte als Ausdruck tiefer Sehnsucht des Volkes gesehen werden können; ein kurzes Kabuki-Tanzstück von 1847, das angesichts der Begeisterung der Zuseher eine eigene Tradition im Theater genauso wie bei den Holzschnitten begründete und bis 1904 nachweisbar ist; die in Japan bis zur Öffnung durch die USA alltägliche Nacktheit, die zu einem echten Kulturkonflikt mit dem Westen führte; ein Striptanz, der im 19. Jahrhundert weltberühmt war.
Aus dem Inhalt
7 Variationen des Hinterfragens vom letzten Homo Academicus Universalis der Japanforschung. Eine Einleitung von Sabine Frühstück
15 Japan von 1841 bis 1912. Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen
61 Waren die Edo-zeitlichen Wallfahrten Vergnügungsreisen? Belege aus Tagebüchern von Ise-Pilgern
85 Die große Chrysanthemenpuppen-Ausstellung 1845 in Edo. Ein Akt zivilen Ungehorsams?
107 Die Welt – ein ken-Spiel. Anmerkungen zum ken-Boom ab 1847
139 Die Entdeckung der Nacktheit in Japan durch den Westen und ihr erzwungenes Verschwinden. Ein vergessener Kulturkonflikt
165 Chonkina – ein japanischer oder europäischer Strippoker-Tanz?
195 Matsubara Iwagorō und Max Winter. Sozialreportagen aus Tōkyō und Wien um 1900