Hermann Kant
Die Sache und die Sachen

1. Auflage 15.03.2011 , Deutsch

Ein streitbares Leben

Selten hat Hermann Kant so ausführlich, nachvollziehbar und selbstkritisch über die Stationen seiner Biographie berichtet, über Persönliches, das Schreiben und politische Überzeugungen. Als mit dem Autor, seinem Werk und den Zeitumständen bestens vertraute Gesprächspartnerin fragt Irmtraud Gutschke ebenso unermüdlich wie einfühlsam nach.

ISBN 978-3-7466-7087-4 1. Auflage 15.03.2011 9,95 € Portofrei Bestellen (Buch: Taschenbuch)

„Ein ehrlich gemeintes Resümee eines engagierten Lebens.“ Wilfried Mommert, DPA

Mehr Infos

Über das Buch bei der Autorin

„Das beste an der DDR war der Traum, den wir von ihr hatten“: Erinnerungen an Hermann Kant, der am 14. Juni hundert geworden wäre: Warum wir ein Buch zusammen machen sollten, sah er zunächst  nicht ein. „Alles über mich steht in meinen Texten.“ Tatsächlich ging Hermann Kant ja beim Schreiben von eigenen Erlebnissen aus. Zudem traf ich ihn in schwieriger Lage. Frau und Kinder hatten ihn verlassen. Achtzig inzwischen, lebte er allein in einem Sommerhaus in Prälank. Seine Veröffentlichungen nach 1990 im Aufbau Verlag – Abspann (1991), Kormoran (1994), „Okarina“ (2002) – änderten nichts daran, dass er im günstigsten Fall als „umstritten“ galt , was er für viele heute noch ist. Keine Lust, sich da noch einer Befragung zu unterziehen. Aber ich wollte ja keine Befragung, sondern ein Gespräch per Du. Auch wenn mein damaliger Chefredakteur meinte, dass dadurch journalistische Distanz verloren ginge. Es sollte auch „kein Essay in zwei Stimmen“ (an Hans-Dieter Schütt reichte ich da sowieso nicht ran), sondern ein offener Gedankenaustausch, bei dem man weiterfragt, wenn man etwas nicht versteht. Von Irmtraud Gutschke literatursalon.online 15.06.2026

Buchpräsentation mit Hermann Kant

»Was gut war, kommt wieder« - Hermann Kant und Irmtraud Gutschke bei ND im Club: »Die Sache und die Sachen«: Mittwochabend. Der große Saal im Haus am Franz-Mehring-Platz 1 war lange vor Beginn der Buchpräsentation gefüllt. Als Hermann Kant nach vorn zum Podium ging, begleitete ihn Beifall. Da war klar, es würde für ihn ein Heimspiel. Eigentlich schade. Für alle, die Kant, einen der wichtigsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart, noch nicht für sich entdeckt haben - er glänzte und hätte sie neugierig gemacht. (...) Er habe oft seinen Mund aufgemacht, sich für Autoren und ihre Bücher verwendet, weil diese selbst sich das nicht trauten. Dass sie es sich nicht trauten, dafür habe er kein Verständnis gehabt: »Wenn du Literatur machst, darfst du nicht schwach sein. Wer etwas will, muss es sagen.«[teilweise hinter der Bezahlschranke] Von Christina Matte Neues Deutschland 07.09.2007

Rezension

Immer noch Zucker für den Affen: Lange bevor ich die DDR in einer weitgehend von mir selbst imaginierten Wirklichkeit kennen lernen sollte, wurde sie mir durch Hermann Kant nahe gebracht. In seinem Buch »Die Aula« entdeckte ich den Staat, der wie für mich gemacht schien: Die Entwicklung einer neuen, aus dem Unten kommenden Intelligenz, die großlippige, kumpelige Aufbauatmosphäre, die freundliche Respektlosigkeit gegenüber der Obrigkeit, das alles hätte ich auch gern gehabt, bei mir drüben, wo Oben und Unten weiter säuberlich getrennt blieb und Respektlosigkeit hart erarbeitet werden musste. Von Uli Gellermann Rational Galerie 20.11.2007 

Autoreninfos

Irmtraud Gutschke (Jahrgang 1950) ist eine deutsche Journalistin, Literaturkritikerin und Buchautorin, die lange als Literaturredakteurin bei der Tageszeitung „Neues Deutschland“ arbeitete und sich vor allem mit russischer und ostdeutscher Literatur beschäftigt hat. Sie studierte Slawistik und Anglistik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und promovierte 1976 an der Humboldt-Universität zu Berlin über das Zusammenspiel von Mensch und Natur im Werk des kirgisischen Autors Tschingis Aitmatow. Nach Jahrzehnten redaktioneller Arbeit für internationale Literaturtexte und Essays ist sie heute als freie Autorin tätig und schreibt Rezensionen sowie Sachbücher zu literarischen Themen und Autoren wie Eva Strittmatter und Hermann Kant. Zu ihren Veröffentlichungen zählen mehrere Bücher, in denen sie literarische Lebenswege und Werke analysiert und kontextualisiert. Gutschke spricht fließend Russisch und hat für ihre langjährige journalistische Tätigkeit 2022 den Dietrich-Oppenberg-Medienpreis erhalten. 

Wikipedia (DE): Irmtraud Gutschke  |  Website: Irmtraud Gutschke

Erstellt: 07.07.2026 - 06:37  |  Geändert: 07.07.2026 - 06:55