Worte eines Rebellen
»Die Leser dieses Buches sollten sich jedoch weniger um die Person des Autors als um den Wert der von ihm präsentierten Ideen kümmern.« Èlisée Reclus
»Die kommende Revolution wird einen allgemeinen Charakter haben, der sie von allen früheren Revolutionen unterscheidet. Es wird nicht mehr ein Land sein, das sich in die Umwälzung stürzt, sondern es werden alle Länder Europas sein. Wenn in früheren Jahren eine lokale Revolution noch möglich war, so ist heutzutage, mit den Solidaritätsbeziehungen, die sich durch Europa geknüpft haben, und in Anbetracht des unsicheren Gleichgewichts aller Staaten, eine lokale Revolution eine Unmöglichkeit, wenn sie eine gewisse Zeit andauert. Wie 1848 wird ein Anstoß in einem Lande sich notwendigerweise durch die übrigen Länder fortpflanzen, und das revolutionäre Feuer wird ganz Europa erfassen.« Peter Kropotkin
»Kropotkin, der im Dezember 1876 in die Schweiz kam, und dort auf die aus Frankreich geflohenen Kommunard_innen traf, wurde zum bekanntesten Vertreter und Theoretiker des kommunistischen Anarchismus, auch wenn dieser keine einheitliche Theorie und Praxis hat und hatte. Während z.B. Malatesta davon überzeugt war, dass der Kommunismus einen Überfluss an Produkten und ein hochentwickeltes moralisches Bewusstsein voraussetzt und daher eine Übergangszeit vor der Errichtung des Kommunismus vorsah, glaubte Kropotkin, dass die sofortige Errichtung des Kommunismus nach der Revolution sowohl notwendig als auch praktikabel sei.« Jürgen Mümken (Herausgeber)
Das Buch von 1922 online ansehen archive.org 13.06.2016
Rezension
He's a rebel – social rebel…: Sicherlich viel zu spät – aber was ist schon zu spät? – der Hinweis auf ein altes Buch, welches neu herausgebracht wurde: Jürgen Mümken hat sich die Mühe gemacht es zum Anlass des hundertjährigen Todestages von Peter (Pjotr) Kropotkin noch mal neu zu überarbeiten und zu übersetzen. War auch längst überfällig, denn wenn ich es richtig stehe stammte die letzte Ausgabe von 1972 und war immer noch die Version, welche Pierre Ramus so langweilig entschärft hatte. Von Krawall und Rambazamba wollte der alte Pazifist nämlich nichts wissen. Kropotkin selbst war freilich nie ein Strassenkämpfer erster Reihe. Aber – ganz im Unterschied zu zu Rutger Bregman – war Kropotkin immer bewusst, dass es in der sozialen Revolution hoch geht. Von Jonathan Eibisch untergrund-blättle.ch 30.07.2023
Autoreninfos
Herausgeben von
Jürgen Mümken (* 1965) ist ein postanarchistischer Autor. Mümken beschäftigt sich vor allem mit dem Verhältnis von Poststrukturalismus und Anarchismus. In einigen seiner Arbeiten geht er dem Verhältnis von anarchistischer und marxistischer Staatskritik und zeichnet die Theorie des modernen Staates nach. In seiner Arbeit bezieht er sich auf Michel Foucault und das Werk Empire von Antonio Negri und Michael Hardt. Zudem erörtert er Fragen nach dem Subjekt zwischen Autonomie und Heteronomie, wobei der Schwerpunkt auf der Sex-Gender-Debatte liegt. In Schriften hat sich Mümken mit der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) auseinandergesetzt. Quelle: Wikipedia (DE) | Website (Stand 07.05.2026): juergen-muemken.de
Übersetzt von
Michael Halfbrodt (* 1958) ist ein deutscher Übersetzer und anarchistischer Autor. Quelle: Wikipedia (DE)