Böse Geister
Roman

Eine Stadt in Russland wird von »Bösen Geistern« heimgesucht, die ein Labyrinth aus Angst, Qual und Obsession errichten. In der Mitte der taumelnden Welt steht Stawrogin, von dem sich alle Orientierung erhoffen - er ist ein genialischer Mensch, der sich über alle gesellschaftlichen und sexuellen Konventionen hinwegsetzt, um doch mit jeder Ausschweifung die gleiche Schalheit zu erfahren. In Stawrogins Nähe wird eine revolutionäre Zelle gegründet, deren Mitglieder durch einen gemeinsam begangenen Mord zusammengeschweißt werden sollen.

ISBN 978-3-596-90731-1 3. Auflage 24.03.2021 22,00 € Portofrei Bestellen (Buch: Taschenbuch)

In den Sog der Ereignisse gerät ironischerweise der Vater eines der Anführer. Seine Generation war die der geistigen Ziehväter der Revolutionäre, aber nun verteidigt er die Schönheit der Kunst gegen das Brot der Notwendigkeit. Doch der Einfluss der obskuren Gruppe ist nicht zu brechen, die Stadt verfällt ihr wie in einem Taumel, der schließlich in einem Mord gipfelt.

Wie kein zweites Buch Dostojewskijs ist »Böse Geister« (früher unter dem ungenauen Titel »Dämonen«) ein Roman der Stimmen: Eine ganze Stadt spricht und entfaltet ihre Tragödie in Monologen und Dialogen, die wie Kraftfelder die Handlung vorantreiben.

Swetlana Geiers Übersetzungskunst bringt die Perlen in Dostojewskijs Text zum Funkeln: die satirischen Einlagen, witzigen Dialoge und humoristischen Zwischenspiele lassen uns Dostojewskij neu entdecken.

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

Pressestimmen

»Von jetzt an heißt es: Fort mit euch, ihr alten Übersetzungen! Wir wollen nur den klaren, rhetorisch versierten Dostojewskij von Swetlana Geier.« Paul Ingendaay, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Später Anfang, spektakuläres Ergebnis: Erst mit 65 Jahren fing Swetlana Geier mit der Übersetzung der großen Romane von Fjodor Dostojewskij an. Doch ihre Neubearbeitungen gelten als Meilensteine.« Der Spiegel

Autoreninfos

Fjodor Michailowitsch Dostojewski, 1821 in Moskau geboren, arbeitete als Militäringenieur in St. Petersburg, bis er 1844 seinen Dienst quittierte, um freier Schriftsteller zu werden. Sein literarisches Werk beschreibt die politischen, sozialen und spirituellen Verhältnisse zur Zeit des Russischen Kaiserreichs. Während der künstlerische Wert seines Schaffens außer Frage stand, wurde er für seine »reaktionären« Positionen u. a. von Maxim Gorki auch bitter kritisiert. Dostojewski starb 1881 in St. Petersburg.

Wikipedia (DE): Fjodor Michailowitsch Dostojewski  |  Website (Stand 13.04.2026): dostojewskijgesellschaft.de

Siehe auch: Dostojewski, Fjodor (Thema)

Übersetzt von

Swetlana Geier (1923–2010) hat u. a. Sinjawskij, Tolstoi, Solschenizyn, Belyi und Bulgakow ins Deutsche übertragen. Für ihr Werk, das sie mit der Dostojewskij-Neuübersetzung krönte, wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. – In der Reihe Fischer Klassik liegen sämtliche ihrer im Ammann Verlag erschienenen Dostojewskij-Übersetzungen vor: ›Verbrechen und Strafe‹ (Bd. 90010), ›Der Spieler‹ (Bd. 90446), ›Der Idiot‹ (Bd. 90186), ›Böse Geister‹ (Bd. 90245), ›Ein grüner Junge‹ (Bd. 90333), ›Die Brüder Karamasow‹ (Bd. 90114) sowie ›Aufzeichnungen aus dem Kellerloch‹ (Bd. 90102). Über ihr Leben und ihre Arbeit gibt Swetlana Geier Auskunft in dem von Taja Gut aufgezeichneten Buch ›Swetlana Geier. Ein Leben zwischen den Sprachen‹ (Bd. 19221).

Erstellt: 13.04.2026 - 06:44  |  Geändert: 13.04.2026 - 07:09