Das verschwundene Meer
Roman

Ein packender Roman vor dem Hintergrund des Militärputsches in Chile

Deutsche Übersetzung 50 Jahre nach dem Staatsstreich in Chile 1973

Zwanzig Jahre, nachdem sie als Richterin abgesetzt wurde und aus ihrem Heimatland Chile nach Berlin floh, kehrt Laura Larco in die Kleinstadt Pampa ­Hundida­ zurück, eine in den Weiten der Atacama-Wüste verlorene Oase. Gleichzeitig kehrt auch Major Cáceres dorthin zurück, der damals, nach dem Militärputsch gegen den Präsidenten ­Salvador Allende, Kommandant eines Lagers für politische Gefangene nahe der Stadt gewesen war. 

ISBN 978-3-96311-826-5 1. Auflage 08.2023 30,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover)

Damals hatte er der jungen Richterin einen Deal vorgeschlagen: Für jede Nacht, die sie mit ihm verbringt, würde er einen Gefangenen freilassen. Laura lässt sich auf diesen „Pakt mit dem Teufel“ ein, nur um später festzustellen, dass sie betrogen wurde. Während in der Stadt ein ausgelassener heidnischer Karneval tobt, treffen die beiden erneut aufeinander.

Vor dem Hintergrund der chilenischen Geschichte ist es Carlos Franz gelungen, einen Schlüsselroman zu schreiben, der literarische Meisterschaft mit außerordentlicher Sensibilität und Empathie in der Darstellung der Protagonist*innen verbindet.

Die Übersetzung aus dem Spanischen wurde mit Mitteln des Auswärtigen Amts unterstützt durch Litprom e.V. – Literaturen der Welt.

Dieses Werk wurde im Rahmen des Programms zur Übersetzungsförderung der Abteilung für kulturelle Angelegenheiten (DIRAC) am chilenischen Außenministerium herausgegeben. 

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Blick ins Buch

Rezensionen

Das Meisterhafte dieses hierzulande nur wenig besprochenen Romans liegt in seiner gedanklichen und thematischen Komplexität sowie in seiner virtuosen Sprachkraft. Mit Laura hat der Chilene eine charismatische Heldin inmitten eines mannigfaltigen Figurenensembles geschaffen, das die unterschiedlichen Ansichten, Wesenszüge und Verhaltensweisen abbildet, das aber auch stellvertretend steht für verschiedene politische wie gesellschaftliche Bereiche und Institutionen. Zeichen & Zeiten 26.05.2024

Buchkritik – „Das verschwundene Meer“ von Carlos Franz. [Podcast 5:03] Von Marko Martin Deutschlandfunk 11.09.2023

Zwischen Tätern und Opfern: Am 11. September 1973 wurde in Santiago der Palast des chilenischen Präsidenten im Rahmen des Militärputsches zerstört. In seinem Roman „Das verschwundene Meer“ beschäftigt sich der Chilene Carlos Franz mit den Folgen des Militärputsches vom 11. September 1973. Und widmet sich dem traumatischen Thema der „Verschwundenen“ bedrückend intensiv. [hinter der Bezahlschranke] Von Lena Seauve FAZ 05.09.2023

Das verschwundene Meer [leistet] wichtige Arbeit, weil der Roman nicht alleine das Unrecht und die Gewalt jener Jahre unter Pinochet besieht sondern weit darüber hinausgeht. Dieses Buch bleibt nicht im Allgemeinen, sondern blickt auf den Antrieb und die Faktoren für die Funktionsfähigkeit jenes System der Unterdrückung, indem bei Carlos Franz mithilfe des Mikrokosmos Pampa Hundida auf das große Ganze blickt. Von Marius Müller Buchhaltung (ohne Datum)

Weitere Stimmen zum Buch

»Meisterlich geschrieben und konstruiert, ist ,Das verschwundene Meer‘ einer der originellsten Romane, die die moderne lateinamerikanische Literatur hervorgebracht hat.« Mario Vargas Llosa

»Wie jeder große Roman – und dieser ist ein solcher – stellt ,Das verschwundene Meer‘ das Schicksal des Einzelnen dem kollektiven Schicksal gegenüber.« Carlos Fuentes

Autoreninfos

Carlos Franz, geb. 1959, Sohn eines chilenischen Diplomaten in Genf, studierte Jura und Soziologie in Chile. Er arbeitete als Literaturkritiker für wichtige Zeitungen in Chile, Argentinien, Uruguay, Mexiko sowie als Professor für Literatur in Washington und Santiago de Chile. 1989 erschien sein erster Roman „Santiago cero“. Für seinen politischen Roman „Das verschwundene Meer“ („El desierto“, 2005) erhielt er im Erscheinungsjahr den Literaturpreis „Premio Internacional de Novela de la Nación/Sudamericana“. Er ist einer der bekanntesten Schriftsteller Südamerikas.

Übersetzt von

Lutz Kliche lebte fast zwanzig Jahre als Kulturschaffender in Lateinamerika und arbeitet seit vielen Jahren als Literaturvermittler und literarischer Übersetzer. Sein Schwerpunkt liegt auf den Werken von Ernesto Cardenal, Eduardo Galeano, Sergio Ramírez und Gioconda Belli.

Autoren

Erstellt: 03.04.2026 - 07:13  |  Geändert: 03.04.2026 - 07:41