Müll. Eine schmutzige Geschichte der Menschheit. Von Roman Köster

DIRTY HISTORY: DIE ERSTE GLOBALGESCHICHTE DES MÜLLS
Mensch und Müll - das ist eine lange und innige Beziehung. Bereits die Neandertaler haben Dinge für nutzlos befunden, aussortiert und weggeworfen. Das alte Rom kämpfte ebenso mit Müllproblemen wie die Metropolen des 19. Jahrhunderts. Doch alles verblasst hinter den Abfallbergen der Gegenwart. Anhand der Produktion von und dem Umgang mit Müll schreibt Roman Köster eine erhellende Geschichte unserer Spezies und zeigt, wie sich das Leben mit dem Abfall von der Sesshaftwerdung bis heute verändert.

ISBN 978-3-406-80580-6     29,00 €  Portofrei     Bestellen

Sein Buch bietet die erste durchgehend schmutzige Geschichte der Menschheit, denn weggeworfen wird immer.
In der Vormoderne waren Abfälle vor allem ein praktisches Problem. Sie lagen herum, rochen schlecht und behinderten den Verkehr. Im Zuge des starken und weltweiten Städtewachstums seit dem späten 18. Jahrhundert stieg die Aufmerksamkeit für durch Abfälle erzeugte hygienische Probleme, die die Ausbreitung von Typhus oder Cholera begünstigten. Heute hingegen ist der Müll von einer Frage städtischer Sauberkeit zu einem globalen Umweltproblem geworden. In seiner Globalgeschichte des Mülls von der Frühgeschichte bis heute geht Roman Köster den Ursachen dieser Entwicklungen nach und zeigt, wie sich das Wegwerfen, Entsorgen und Wiederverwerten im Lauf der Geschichte verändert hat. Denn der Müll und der Versuch, ihn zu beseitigen, prägten das Gesicht der Siedlungen und Städte sowie das Leben ihrer Bewohner - von der Steinzeit bis heute.
Weggeworfen wird immer Leben mit Müll - von der Sesshaftwerdung bis heute.
Wie der Umgang mit Abfall das Gesicht der Siedlungen und Städte prägte - und das Leben ihrer Bewohner. Eine Geschichte des Wegwerfens, Entsorgens und Recyclens. Von den Abfallproblemen alter Städte zu den Müllbergen der Gegenwart. Vorgeschichte und Ursachen der aktuellen Umweltprobleme.

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

Auf den Müll: Irgendwann riecht es - Vom Unrat in der Gosse über Hygieneprobleme und Umweltdesaster zum Milliardengeschäft: Eine Globalgeschichte des Abfalls. Sie gehören zusammen: Mensch und Müll. Eine innige Beziehung über alle Epochen hinweg. Selbst unsere ausgestorbenen nahen Verwandten, die Neandertaler, »haben Dinge für nutzlos befunden, aussortiert und weggeworfen«, schreibt Roman Köster in seiner »schmutzigen Geschichte der Menschheit«. Von Oliver Rastjunge Welt 15.01.24

„Roman Köster weiß, wie die Menschen im Laufe der Jahrhunderte mit ihrem Müll umgegangen sind. Entsorgen wir Zigaretten, Plastik und Abfall wirklich modern oder wie im Mittelalter? Mal Hand aufs Herz: Trennt ihr konsequent euren Müll? Oder habt ihr euer Taschentuch oder die Zigarette auf der Autobahn schon achtlos aus dem Fenster geworfen? Oder wissenschaftlicher: Was definieren wir als Abfall bzw. als nutzlos und was noch als nützlich und wertvoll?" Der Autor im Gespräch mit Nabil Atassi. [Pocast 33:26 / Video 34:03, beides auch als Downloads] → SWR 17.10.23

Pressestimmen:

„(...) Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs unternahm Aldous Huxley einen Strandspaziergang mit Thomas Mann in Santa Monica. Während sich die beiden über Shakespeare austauschten, bemerkten sie, dass der Sand mit kleinen weißlichen Objekten übersät war. Man mochte, so Huxley, an tote Raupen denken, doch ein zweiter Blick offenbarte, dass es sich um Millionen benutzter Kondome handelte – vom Abflussrohr am Hyperion Beach in Richtung Ozean gespült. Viele Einwohner von Los Angeles entsorgten die Präservative offensichtlich in der Toilette, nicht im Hausmüll. Über die Motive lässt sich nur spekulieren, allerdings liegt die Vermutung nahe, es könnte darum gegangen sein, die Spuren des Akts zu beseitigen. Roman Köster erzählt diese Anekdote in seiner Abhandlung über die Geschichte des Mülls. (...) Exzellentes Buch“ Kai Spanke → Frankfurter Allgemeine Zeitung 16.10.23

„Eine riesige und bewundernswerte Arbeit ... diese Globalgeschichte des Mülls liefert nicht nur ein umfassendes Bild historischer Entwicklungen, sondern zugleich Handreichungen für die einschlägige Systemanalyse unserer Gegenwart.“ [Podcast 4:34], auch als Download] Eberhard Falcke → SWR2 Buchkritik 30.10.23

„Wir reden gern vom ‚Müllhaufen der Geschichte‘, auf den Überkommenes, Veraltetes geworfen gehört. Dass der Müllhaufen selbst eine Geschichte hat, eine weit zurückreichende und oft übelriechende zumal, davon berichtet der Historiker Roman Köster in seinem Buch.“ [Podcast 3:00] Knut Cordsen → Bayern2 Kulturwelt 11.10.23  / [Podcast 8:08] → BR Nachrichten Kultur 11.10.23

Die dreckige Geschichte der Schweiz. Schmutzige Katholiken, Mülltrennen als nationale Obsession Die erste globale Geschichte des Mülls erzählt auch von der Entwicklung der menschlichen Zivilisation – und räumt mit unserem nationalen Sauberkeitsmythos auf. An einem Haufen Müll, an Dreck und Kot und Mist lassen sich verblüffende Geschichten erzählen. Im heutigen Westjordanland stiessen Archäologen bei Grabungen auf eine Sensation, auf die älteste bislang bekannte Kleindeponie der Menschheitsgeschichte: Spuren von Haushaltsmüll, Dung und tierischen Überresten, sagenhafte 10’000 Jahre alt. Menschheitsspuren im Müll «Der Haufen stellt eine beachtliche zivilisatorische Leistung der Menschheit dar, die damals langsam lernte, mit ihrem Abfall umzugehen», sagt der deutsche Historiker Roman Köster. Köster muss es wissen, er hat einen Grossteil seiner bisherigen akademischen Laufbahn dem gewidmet, was seine Mitmenschen wegwerfen, verkippen, verbrennen oder, im besseren Fall, wiederverwerten: dem Müll. In seinem dieser Tage erscheinenden Buch erzählt der Geschichtswissenschaftler, der an der Universität der Bundeswehr München lehrt, verständlich und reich an Anekdoten die erste Weltgeschichte des Mülls, «die schmutzige Geschichte der Menschheit», wie es im Untertitel heisst." Michael Marti → tagesanzeiger.ch 30.09.23

„Köster erzählt so locker, dass man ihm gern folgt. Er hat nichts unter den Tisch fallen lassen. Speiserückstände, das Meer als Deponie und der Massenkonsum der Wegwerfgesellschaft kommen vor. Dabei gelingt es ihm immer wieder, die Sache anschaulich zu machen.“ Ronald Meyer-Arlt, Redaktionsnetzwerk Deutschland

„Köster möchte die Wurzeln unserer gegenwärtigen Müllprobleme, die dramatischer kaum sein könnten, freilegen.“ börsenblatt, Matthias Glatthor „Müll ist unsere einzige wachsende Ressource.“ Hollis Dole, Unterstaatssekretär des US-Innenministeriums, 1969

„Eine kluge schmutzige Geschichte der Menschheit.“ Anne-Catherine Simon, Die Presse

Der Autor:

Roman Köster ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und hat sich über die deutsche Abfallwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg habilitiert.

Der Autor auf Wikipedia

„Hausmüll": Rezension zur einer überarbeiteten Version (2017) seiner Habilitationsschrift von 2015. Von Jonas Stuck → H-Soz-Kult 25.10.18

 

Erstellt: 06.11.2023 - 18:32  |  Geändert: 20.01.2024 - 12:41

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