Ohne Gnade. Eine Geschichte der Todesstrafe. Von Helmut Ortner und Thomas Fischer

»Eine erschütternde Geschichte der Todesstrafe.« Deutschlandradio Kultur

»Du sollst nicht töten!« Das erste Gebot der Bibel gilt weltweit in allen Kulturen. Sieht ein Staat aber in seiner Verfassung die Todesstrafe vor, so ist das Töten juristisch legitimiert. Diesem Grundwiderspruch geht Helmut Ortner in seinem engagierten Buch nach. Es geht um die Todesstrafe. Es geht um Vergeltung. Zu allen Zeiten und in beinahe jeder menschlichen Gesellschaft wurden mit staatlicher Legitimation - auch jenseits der Schlachtfelder - Menschen getötet. Gesetze, Exekutions-Methoden und Hinrichtungs-Inszenierungen haben sich geändert, geblieben ist der Glaube, etwas »Gerechtes« zu tun.

Ein eindringliches, fulminantes Plädoyer gegen die Todesstrafe: Weg von einer Kultur der Vergeltung, hin zu einer humanen Zivilgesellschaft.

ISBN 978-3-939816-72-0     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Helmut Ortner beschreibt die Rituale der Vergeltung: Steinigen, Kreuzigen, Galgen, Guillotine, Elektrischer Stuhl, Gaskammer - bis zur »zivilisierten« Giftspritze. Ein eindringliches, fulminantes Plädoyer: Weg von einer Kultur der Vergeltung, hin zu einer humanen Zivilgesellschaft. Wenn vor allem das amerikanische Rechtsystem im Mittelpunkt steht, dann deshalb, weil die USA die einzige westliche Demokratie sind, die bis heute an der Todesstrafe festhält. Hier wird besonders sichtbar, dass staatliches Töten von Menschen nicht nur ein Instrument des Strafrechts ist, sondern immer auch ein Ausdruck der Gesellschaftsordnung und ihrer Weltbilder.

Mit einem Nachwort von Deutschlands streitbarstem Juristen Bundesrichter a.D. Prof. Dr. Thomas Fischer.

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„Ich habe Todesurteile vollzogen in der festen Überzeugung, dem Staat mit meiner Arbeit zu dienen und rechtmäßig erlassene Gesetze zu befolgen. Erst jetzt ist mir so recht bewusst geworden, wie sehr ich in meinem blinden Glauben und Gehorsam vom Staat und seinen Oberen ausgenutzt, ja missbraucht worden bin. Ich habe Mörder, Gewaltverbrecher, Hochverräter und Volksschädlinge enthauptet und gehängt, weil ich an der Rechtmäßigkeit der Todesurteile nicht zweifelte. Ich werde aber alles tun, um sicherzustellen, dass ich der letzte Reichhart gewesen bin, der sich in das Amt des Nachrichters hineindrängte. Mögen künftig die Richter die Todesurteile selbst vollstrecken.“  Johann Reichhart

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe bei Google Books

Scharfrichter der Nazis. 3126 Menschen hat Johann Reichhart bis 1945 hingerichtet, darunter die Geschwister Scholl. Auch nach dem Krieg setzt er seine Henkerstätigkeit fort – diesmal in Namen der amerikanischen Militärjustiz. Von Helmut Ortner → pressenza 20.08.21

Die Autoren:

Helmut Ortner hat bislang mehr als zwanzig Bücher – überwiegend politische Sachbücher und Biografien veröffentlicht. Zuletzt erschienen bei Nomen »Fremde Feinde – Der Justizmord Sacco & Vanzetti« (2015, die Essaybände »Gnadenlos Deutsch« (2016) und »Dumme Wut, kluger Zorn« (2018), sowie »EXIT – Warum wir weniger Religion brauchen« (2019). Seine Bücher wurden bislang in 14 Sprachen übersetzt. Helmut Ortner arbeitet und lebt in Frankfurt und Darmstadt. Er ist Mitglied bei Amnesty International und im Beirat der Bruno Giordano-Stiftung.

Thomas Fischer, Jahrgang 1953, war bis April 2017 Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Sein jährlicher Kommentar zum Strafgesetzbuch, die Beck'schen Kurzkommentare, gilt als die Bibel des Strafrechts. Mit seiner ZEIT-ONLINE-Kolumne wurde er einer breiten Öffentlichkeit bekannt, seit 2019 schreibt er wöchentlich die Kolumne »Recht haben« für den SPIEGEL.

Johannes Reichhart: Der letzte Henker Bayerns | Doku

Johannes Reichhart: Der letzte Henker Bayerns | Doku
BR Youtube ca. August 2014

 

Erstellt: 27.08.2021 - 18:09  |  Geändert: 27.08.2021 - 18:13