Maria Sacharowa in ihrem wöchentlichen Interview 16.9.2026
auf YouTube (16.09.2026) 46:54
Überblick
1. Das internationale Jugendfestival als Begegnungsstätte
Sacharowa berichtet von einem internationalen Jugendfestival in Jekaterinburg, an dem ihren Angaben zufolge rund 10.000 junge Menschen aus 191 Ländern teilnehmen. Sie stellt das Festival in die Tradition der internationalen Jugendfestspiele des 20. Jahrhunderts.
Die Veranstaltung verbindet mehrere Elemente: eine große Ausstellung, interaktive Diskussionsveranstaltungen, kulturelle Darbietungen und ein internationales gastronomisches Angebot.
Sacharowa hebt hervor, dass die Jugendlichen nicht nur Informationen erhalten, sondern auch persönliche Kontakte knüpfen und Möglichkeiten für eine spätere Zusammenarbeit entdecken sollen.
2. Russland präsentiert seine Kultur und seine internationalen Angebote
Beim Rundgang besucht Sacharowa verschiedene Ausstellungspavillons.
Besonders ausführlich beschreibt sie den Stand von Rossotrudnitschestwo, der in Form einer Matroschka gestaltet ist. Die Matroschka bezeichnet sie als Symbol für russische Tradition, familiären Zusammenhalt und kulturelle Identität.
Das Nationale Zentrum Russland präsentiert Kunsthandwerk, Souvenirs und regionale Produkte. Dazu gehören traditionelle Lackmalerei, Spielzeug und Pelzmützen. Viele Produkte können unmittelbar gekauft oder über QR-Codes bestellt werden.
Sacharowa betont die Verbindung von Tradition und moderner Präsentation. Die ausländischen Besucher könnten ihre Eindrücke über soziale Medien verbreiten und damit zur internationalen Bekanntheit russischer Kultur beitragen.
3. Historisches Gedächtnis und der Zweite Weltkrieg
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Pavillon der Organisation Eurasien mit dem Projekt „Sieg 1945“.
Er vermittelt jungen Menschen die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und erinnert an die Opfer und Leistungen der beteiligten Völker. Besucher können sich über individuelle Familiengeschichten informieren und eigene Erinnerungsorte auf einer digitalen Karte markieren.
Sacharowa bezeichnet die Erinnerung an den gemeinsamen Kampf gegen den Nationalsozialismus als verbindendes Element der eurasischen Völker.
Sie kritisiert den Abriss sowjetischer Denkmäler in westlichen Ländern und stellt dem die russischen Bemühungen um die Bewahrung des historischen Gedächtnisses gegenüber.
4. Demografie, Medizin und Familiengründung
Ein Stand der Unternehmensgruppe „Mutter und Kind“ beschäftigt sich mit Fortpflanzungsmedizin und demografischen Fragen.
Sacharowa erläutert, dass unerfüllter Kinderwunsch für viele Menschen ein langfristiges Problem darstelle. Medizinische Entwicklungen könnten neue Möglichkeiten eröffnen.
Am Stand werden Informationen angeboten und nach ihrer Darstellung sogar Untersuchungen durchgeführt. Über Telefonnummern, Internetseiten und QR-Codes können Interessierte später Kontakt zu Fachleuten aufnehmen.
5. Kultur und Tourismus als moderne Erlebnisangebote
Sacharowa lobt die Präsentation des russischen Kulturministeriums, das Museen und kulturelle Einrichtungen in digitaler und interaktiver Form vorstellt. Besonders hebt sie eine moderne Inszenierung des Dichters Alexander Puschkin hervor.
Auch ein Pavillon des Landwirtschaftsministeriums beeindruckt sie. Er präsentiert den Baikalsee und das touristische Potenzial Sibiriens mithilfe echter Pflanzen, Steine, Moos und einer naturnahen Gestaltung.
Die Ausstellung soll ausländischen Jugendlichen Russland als Kultur-, Bildungs- und Reiseland näherbringen.
6. Das Festival als Instrument internationaler Vernetzung
Sacharowa zieht eine Zwischenbilanz: Das Festival solle den Teilnehmern innerhalb weniger Tage einen umfassenden Einblick in Russland vermitteln.
Dabei gehe es nicht allein um touristische Eindrücke, sondern um langfristige Perspektiven. Sie nennt insbesondere Bildung, kulturelle und humanitäre Projekte sowie Beschäftigungsmöglichkeiten für ausländische Fachkräfte, beispielsweise in den Bereichen IT und Medien.
Das Festival wird damit als Plattform für internationale Kontakte und längerfristige Zusammenarbeit dargestellt.
7. Russische Wahlen und der Vorwurf westlicher Einflussnahme
Ab etwa Minute 25
Das Gespräch wechselt vom Jugendfestival zur Politik. Sacharowa stellt die Offenheit des Festivals und die geplante Fragerunde mit dem russischen Außenminister als Beispiele für Dialogbereitschaft dar.
Demgegenüber wirft sie westlichen Staaten vor, russische Wahlen durch eine gezielte Medienkampagne zu diskreditieren und das Vertrauen der Bevölkerung in ihr Wahlrecht zu untergraben.
Sie stellt Russland und die Ukraine gegenüber: Während Russland Wahlen durchführe, würden in der Ukraine keine Wahlen mehr abgehalten. Daraus leitet sie den Vorwurf ab, westliche Staaten würden demokratische Prinzipien selektiv anwenden.
Darüber hinaus behauptet sie, westlicher Einfluss führe in anderen Ländern zum Verlust nationaler Souveränität und könne politische Instabilität und Gewalt begünstigen.
Diese Aussagen bilden die politische Argumentation Sacharowas; das Transkript enthält keine unabhängige Überprüfung der Vorwürfe.
8. Russische Diplomaten und Provokationen im Ausland
Ab etwa Minute 29
Konstantin fragt, wie gut russische Diplomaten angesichts möglicher Provokationen während der Wahlen vorbereitet seien.
Sacharowa erklärt, russische Diplomaten seien seit Jahren mit vielfältigen Formen der Einflussnahme konfrontiert. Sie nennt Drohungen, Bestechungsversuche, Spionage, verweigerte Visa für Familienangehörige und kurzfristige Ausweisungen.
Seit 2022 hätten sich diese Probleme nach ihrer Darstellung weiter verschärft.
Die russischen Auslandsvertretungen seien jedoch entsprechend vorbereitet. Als Beispiel führt sie die Organisation der Präsidentschaftswahlen an, bei denen Botschaften und Konsulate durch Fotos, Videos und Interviews umfassend über den Ablauf berichtet hätten.
9. Kritik an Kaja Kallas und der Europäischen Union
Ab etwa Minute 33
Der Moderator erwähnt eine Äußerung von Kaja Kallas, wonach sie zu einem Telefongespräch mit Wladimir Putin oder Sergej Lawrow bereit wäre.
Sacharowa reagiert mit einer ausführlichen Kritik an Kallas und der europäischen politischen Führung. Sie behauptet, Kallas werde selbst innerhalb der EU von politischen Kollegen nicht ernst genommen und hinter verschlossenen Türen scharf kritisiert.
Sie wirft ihr mangelnde Sachkenntnis und eine ausgeprägt antirussische Haltung vor. Ähnliche Kritik richtet sie gegen Ursula von der Leyen und die europäische Bürokratie.
Sacharowa vertritt die These, dass für die Besetzung bestimmter europäischer Spitzenpositionen eine antirussische Haltung wichtiger geworden sei als diplomatische Fachkenntnis.
Als Vergleich erwähnt sie die frühere US-Regierungssprecherin Jen Psaki.
Die persönlichen und politischen Bewertungen Sacharowas werden im Gespräch nicht durch überprüfbare Belege untermauert.
10. Demokratische Legitimation europäischer Spitzenpolitiker
Ab etwa Minute 36
Der Moderator spricht die fehlende direkte Volkswahl von Kallas und von der Leyen an.
Sacharowa räumt ein, dass beide nicht unmittelbar vom Volk gewählt wurden, verweist jedoch darauf, dass sie institutionelle Auswahlverfahren durchlaufen haben.
Sie kritisiert diese Verfahren und stellt die Frage, inwieweit die Bürger tatsächlich Einfluss auf die Besetzung europäischer Führungspositionen hätten.
Dabei vergleicht sie die politische Auswahl mit einem Markt: Parteien wie die AfD müssten ihre Positionen öffentlich präsentieren und Wähler überzeugen. Bei der Besetzung europäischer Spitzenämter fehle ihrer Darstellung nach eine vergleichbare unmittelbare Entscheidungsmöglichkeit.
Sie verbindet diese Argumentation mit dem Vorwurf, die europäische Führung sei gegenüber der Bevölkerung nicht ausreichend rechenschaftspflichtig.
11. Russische Wahlmöglichkeiten in Deutschland
Ab etwa Minute 42
Das Gespräch wendet sich der Schließung russischer Konsulate in Deutschland zu, insbesondere des Generalkonsulats in Bonn.
Sacharowa behauptet, die Schließung sei zeitlich so geplant worden, dass russische Staatsbürger in Deutschland bei der Stimmabgabe behindert würden.
Durch die geringere Zahl diplomatischer Vertretungen müssten viele Menschen längere Wege zurücklegen, beispielsweise nach Berlin.
Sie kündigt an, Russland werde dennoch Wahlmöglichkeiten für seine im Ausland lebenden Staatsbürger organisieren.
12. Wahlen in Moldau und Rumänien
Ab etwa Minute 44
Sacharowa erweitert ihre Kritik auf andere europäische Staaten.
Am Beispiel Moldaus behauptet sie, die Regierung habe die Stimmabgabe moldauischer Staatsbürger in Russland durch eine unzureichende Zahl von Wahllokalen faktisch behindert. Sie verweist auf lange Warteschlangen und überlastete diplomatische Vertretungen.
Anschließend kritisiert sie die Wahlvorgänge in Rumänien und erwähnt Äußerungen des US-Vizepräsidenten auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
Beide Beispiele dienen ihr dazu, ihre These einer widersprüchlichen westlichen Haltung gegenüber demokratischen Wahlen zu bekräftigen.
13. Das Wahlrecht als verfassungsmäßiger Anspruch
Ab etwa Minute 45
Zum Schluss betont Sacharowa, Russland halte trotz äußerer Bedrohungen und ausländischer Einflussnahme an der Durchführung seiner Wahlen fest.
Sie bezeichnet die Teilnahme an Wahlen als verfassungsmäßig garantiertes Recht, das auch russischen Staatsbürgern im Ausland zustehe.
Die westlichen Staaten beschuldigt sie erneut, diesen Prozess durch politische Maßnahmen sowie durch die Unterstützung gewaltsamer Aktivitäten zu behindern.