07.05.2026

What They Don't Tell You About Venezuela

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Die einen geben dem Sozialismus die Schuld, die anderen den Vereinigten Staaten. In diesem Video gehen wir der Frage nach, was in Venezuela tatsächlich passiert ist.

Überblick

Der Jom-Kippur-Krieg und die veränderte Öl-Dynamik (00:05) Nachdem Israel im Sechstagekrieg den Sinai von Ägypten und die Golanhöhen von Syrien besetzt hat, wird es im Jom-Kippur-Krieg 1973 erneut angegriffen. Die USA unterstützen Israel daraufhin mit über 2 Milliarden Dollar an Militärhilfen. Als Reaktion verhängen zehn arabische erdölexportierende Länder ein Ölembargo gegen die USA und andere Unterstützerstaaten, woraufhin sich der Ölpreis vervierfacht. Venezuela profitiert als einer der wenigen verbliebenen Öllieferanten massiv von diesem plötzlichen Geldsegen.

Carlos Andrés Pérez und der Öl-Boom der 70er Jahre (01:05) Da die Gewinne des Ölgeschäfts zuvor fast vollständig an private, meist ausländische Konzerne in die USA oder nach Europa flossen, beschließt Präsident Carlos Andrés Pérez (von der Bevölkerung „CAP“ genannt), die Ölindustrie zu verstaatlichen. Mit den verstaatlichten Öleinnahmen finanziert der Staat den Bau von Straßen, Universitäten, Krankenhäusern und Sozialwohnungen. Die Währung ist so stark, dass Wochenend-Shoppingtrips nach Miami alltäglich werden und der Slogan „Ta’ barato, dame dos“ („Es ist billig, gib mir zwei“) populär wird.

Die Warnung vor dem „Teufelskot“ und der wirtschaftliche Absturz (01:51) Der ehemalige Ölminister Juan Pablo Pérez Alfonzo (im Transkript „Pablo Pereis Alonso“) warnt jedoch eindringlich, das Öl werde das Land in den Ruin treiben, und bezeichnet es als „Teufelskot“. Die extreme Abhängigkeit führt bei fallenden Ölpreisen zum wirtschaftlichen Kollaps, der durch grassierende Korruption bei Großaufträgen und ausufernde Staatsschulden der Regierung weiter verschärft wird. Der Bolivar wird drastisch abgewertet, Löhne verlieren an Wert und die Inflation verdoppelt sich innerhalb eines Jahres.

Die Rückkehr von Pérez und die harten IWF-Auflagen (03:19) 1988 wird Carlos Andrés Pérez erneut zum Präsidenten gewählt, da die Bevölkerung auf eine Rückkehr zu den goldenen Jahren der 70er hofft. Das Land ist jedoch hochverschuldet bei westlichen Banken. Um neue Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erhalten, muss Pérez harte Sparauflagen akzeptieren: Erneute Privatisierung der Ölindustrie, drastische Abwertungen des Bolivar und die Streichung von staatlichen Hilfsprogrammen – Maßnahmen, die er in seiner ersten Amtszeit noch als koloniale Unterdrückung kritisiert hatte.

Buspreise und das Blutbad des „Caracazo“ (04:25) Nach der Streichung von Benzinsubventionen verdoppeln sich die Busfahrpreise im Februar 1989 über Nacht. In den Barios bricht daraufhin ein massiver Volksaufstand aus, bei dem Busse angezündet und Geschäfte geplündert werden. Die Regierung setzt das Militär ein, das willkürlich in die Menge schießt. Während die offizielle Opferzahl bei knapp 300 liegt, schätzen unabhängige Organisationen die Zahl der getöteten Demonstranten auf bis zu 3.000. Dieses Ereignis geht als „El Caracazo“ in die Geschichte ein.

Sponsoring-Segment: Unabhängige Medien und Ground News (05:35) Die Sprecherin Bianca betont, dass die Berichterstattung über Venezuela im Westen oft unvollständig oder verzerrend ist. Während rechte Medien die Verhaftung Maduros als Sieg feiern, betonen linke Medien die Gier der USA nach venezolanischem Öl. Sie wirbt für die Plattform Ground News, die Nachrichtenquellen weltweit sammelt und deren politische Neigung, Eigentumsverhältnisse und Faktencheck-Historie transparent darstellt. (Sponsoring-Segment bis ca. 07:05)

Der Aufstieg von Hugo Chávez und der Wahlsieg 1998 (07:11) Als Oberstleutnant führt Hugo Chávez 1992 einen gescheiterten Putschversuch gegen die Regierung an. Im Fernsehen übernimmt er die Verantwortung und erklärt, seine Ziele „fürs Erste“ (por ahora) nicht erreicht zu haben. Nach zwei Jahren Haft wird er begnadigt. In einer Zeit extremer Ungleichheit, in der 5 % der Großgrundbesitzer 75 % des Agrarlandes kontrollieren und die verarmte Bevölkerung in den städtischen Slums haust, gewinnt Chávez die Präsidentschaftswahl 1998 mit dem Versprechen, den Ölreichtum gerecht umzuverteilen.

Steuergesetze, Landreform und Klassenpolarisation (08:46) Chávez verabschiedet rund 50 neue Gesetze, darunter zwei, die die Elite und die USA erzürnen: Er erhöht die Steuern und Abgaben ausländischer Ölkonzerne (wie ExxonMobil) von teilweise nur 1 % wieder auf bis zu 30 %, um soziale Programme zu finanzieren. Zudem erlaubt ein neues Landgesetz die Enteignung und Verteilung ungenutzten Großgrundbesitzes an Kleinbauern und Genossenschaften. Dies spaltet das Land entlang ökonomischer Klassengrenzen.

Der Putschversuch von 2002 und die US-Beteiligung (10:22) Wirtschaftsführer, Medienbesitzer und die Kirche organisieren Proteste, die 2002 in einem Militärputsch gipfeln. Der Unternehmer Pedro Carmona erklärt sich zum Interimspräsidenten. Die US-Regierung unter George W. Bush, verärgert über Chávez' Steuerpolitik, seine Kritik an den US-Bombardierungen in Afghanistan sowie seine Nähe zu Fidel Castro und Muammar al-Gaddafi, begrüßt den Putsch. Deklassifizierte Dokumente belegen, dass die USA im Voraus detailliert über den geplanten Putsch informiert waren.

Das Comeback von Chávez und der verheerende Ölstreik (13:25) Hunderttausende Chávez-Unterstützer gehen auf die Straße und fordern seine Rückkehr, woraufhin das Militär Chávez nach nur zwei Tagen wieder einsetzt. Als nächstes organisiert das Management des Staatskonzerns PDVSA einen landesweiten Streik, der die Wirtschaft wochenlang lähmt. Chávez reagiert, indem er 18.000 streikende Angestellte entlässt und sie durch loyale Mitarbeiter ersetzt.

Das Referendum 2004 und die sozialen Missionen (14:28) Chávez übersteht ein Abberufungsreferendum im Jahr 2004 mit einer Mehrheit von 59 % der Stimmen. Gestützt auf steigende Ölpreise baut er soziale Missionen aus: subventionierte Lebensmittelgeschäfte, Alphabetisierungskampagnen (Mission Robinson) und das mit Kuba koordinierte Gesundheitsprogramm „Barrio Adentro“, das über 13.000 kostenlose Kliniken in armen Vierteln errichtet und von der UNICEF gelobt wird.

Wachsende Spannungen mit den USA und Israel (15:54) Die USA importieren weiterhin täglich über eine Million Barrel Öl aus Venezuela, während die politischen Spannungen eskalieren. Chávez kritisiert den Irak-Krieg scharf, bezeichnet George W. Bush als Teufel und vertieft die Beziehungen zu China, Russland und dem Iran. Nach den israelischen Militäroperationen in Gaza mit 1.400 palästinensischen Opfern bricht Chávez 2009 die diplomatischen Beziehungen zu Israel ab und wirft dem Land Genozid vor.

Währungsmissbrauch, Korruption und unfertige Projekte (18:22) Chávez setzt eine Verfassungsänderung zur unbegrenzten Wiederwahl durch. Gleichzeitig führt das künstliche Wechselkurssystem (offiziell 6 Bolivar pro Dollar, auf dem Schwarzmarkt über 100) zu massiver Korruption und Milliardenraub durch Devisenarbitrage. Der brasilianische Baukonzern Odebrecht sichert sich durch Millionenschmiergelder Großaufträge im Wert von 40 Milliarden Dollar. Viele Projekte – wie der Nationale Eisenbahnplan, von dem nur 1 % gebaut wird – werden nie vollendet.

Die Nachfolge Maduros und die verheerenden US-Sanktionen (20:22) Nach Chávez' Krebstod im Jahr 2013 hinterlässt er dem Nachfolger Nicolás Maduro ein hochverschuldetes Land mit fast leeren Reservefonds. Bei fallenden Ölpreisen muss Maduro die Importe für Lebensmittel und Medikamente um 80 % kürzen, was zu extremer Mangelernährung führt. Die Trump-Regierung verschärft die Lage ab 2017 durch drastische Sanktionen, die den US-Ölmarkt abschneiden. Die heimische Ölförderung bricht daraufhin völlig ein.

Der Aufstieg Guaidós und der US-Überfall 2026 (23:29) 2019 erklärt sich Parlamentschef Juan Guaidó zum Interimspräsidenten und wird sofort von den USA anerkannt. Im Jahr 2026 gipfelt dieser Konflikt in einer militärischen US-Invasion und der Entführung Maduros. Seither kontrollieren die USA das venezolanische Öl und verwalten die Einnahmen


Some blame socialism, others blam the United States. In this video we explore what actually happened in Venezuela.

Sprache (Ton)
Englisch
Laufzeit
25min 16s
Videoautoren

Erstellt: 24.08.2026 - 13:17  |  Geändert: 24.08.2026 - 13:58

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