Interview mit Lawrow vom 14. August 2026
auf YouTube (14.08.2026) 19:04
Lawrow zeigt Verständnis für die schwierige Lage des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić, der seit Jahren massivem Druck aus Brüssel ausgesetzt sei. Die EU erpresse Serbien mit zwei Bedingungen für einen beschleunigten Beitritt: Anerkennung des Kosovo und Anschluss an die anti-russischen Sanktionen. Russland verkaufe Serbien Gas zu günstigen Preisen und verlange nichts im Gegenzug. Gleichzeitig stellt Lawrow klar: Eine militärische Unterstützung des Kiewer Regimes durch Serbien wäre absolut inakzeptabel. Vučićs jüngste Entscheidung, Selenskyj nicht zu empfangen, deutet er als Versuch, den wachsenden EU-Druck etwas abzumildern – den er als "schamlos" und "unverschämt" bezeichnet.
🇧🇬 Bulgarien – Hoffnung auf nationale Souveränität
8:26 – 9:18
Lawrow äußert sich zu Rumens Radew, dem bulgarischen Präsidenten, der sich weigere, blind der EU-Bürokratie zu folgen, und stattdessen für nationale Interessen eintrete. Er räumt ein, dass manche Politiker ihren Prinzipien treu blieben, andere jedoch dem politischen Druck erlägen – das müssten die Bulgaren unter sich ausmachen.
🤝 Witkoff, Kushner und die verpasste Friedens-Chance
9:18 – 11:29
Lawrow bestätigt, dass Steve Witkoff vor etwa einem Jahr (August 2025) mit einem konkreten Vorschlag von US-Präsident Trump nach Moskau kam. Putin habe den Vorschlag angenommen – doch dann folgten neue Sanktionen gegen russische Ölkonzerne, und europäische sowie NATO-Spitzen reisten nach Washington, um Trump von weiteren Schritten abzubringen. Lawrow zeigt sich bereit, Witkoff und Jared Kushner erneut zu empfangen, stellt aber klar: Sie müssten mit etwas Konkreten kommen. Russland habe inzwischen Fragen zum US-Geheimdienstengagement und zu Angriffen auf zivile Ziele in Russland ans Außenministerium weitergeleitet – und warte auf Antwort.
🇹🇷 Die Türkei zwischen NATO, EU und Russland
11:53 – 15:07
Lawrow beschreibt die schwierige Balance der Türkei: Sie wolle NATO-Mitglied bleiben, habe die größte Armee des Bündnisses, strebe gleichzeitig nach EU-Beziehung (obwohl sie nie aufgenommen werde) und pflege gute Wirtschaftsbeziehungen zu Russland. Die Türkei sei aufrichtig an Stabilität im Schwarzen Meer interessiert. Lawrow macht jedoch auf eine Doppelmoral aufmerksam: Ukrainische Drohnen hätten bereits die Infrastruktur des Kaspischen Pipeline-Konsortiums angegriffen – an dem amerikanische Firmen wie Chevron und ExxonMobil beteiligt sind – sowie türkische Schiffe bedroht. Weder die Türkei noch die USA hätten dies öffentlich als inakzeptabel verurteilt. Hinter vorgehaltener Hand würden zwar Signale gesendet, aber öffentlich schweige man.
🙏 Persönliche Fragen an Lawrow
15:23 – 17:46
Auf die Frage nach seinen prägenden Eigenschaften antwortet Lawrow, er habe stets verantwortungsbewusst gehandelt, um diejenigen nicht zu enttäuschen, die ihn in Positionen berufen hätten. Ein Diplomat müsse Humor haben und fröhlich sein – vor allem, wenn seine Arbeit angenommen wurde. Auf die Bemerkung von CIA-Direktor William Burns, man könne ihn nicht aus der Fassung bringen, erwidert Lawrow: "Aus der Fassung bringen kann man mich schon, aber man kann es nicht merken." Geprägt hätten ihn vor allem seine Mutter und Großeltern, die ihm Freiräume gaben und ihn lehrten, Konflikte durch Handschlag zu lösen. Er gesteht, in der Schule manchmal geschwänzt und sogar eine "Drei im Betragen" gehabt zu haben.
🎯 Abschließende Worte – Sieg ist sicher
17:46 – 18:30
Lawrow schließt mit einer kämpferischen Botschaft: Die Ziele der "militärischen Spezialoperation" würden erreicht werden. Die Berichte von der Front zeigten entschlossene Soldaten, die stolz auf ihr Land seien und nach der Einnahme jeder Ortschaft den Sieg als sicher betrachteten – denn ihre Sache sei absolut gerecht. Diese starken Worte aus den Kampfgebieten bewegten ihn zutiefst.