14.07.2022

Herr Biedermann und die Brandstifter - Max Frisch - Hörspiel (NWDR 1955)

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auf YouTube (14.07.2022) 1:13:04

Medienpräsenz
Videokanal

Es gibt einen Typus Mensch, verantwortlich für die kleineren und größeren Katastrophen, die sich täglich auf unserem Erdball abspielen – einen Zeitgenossen, der ein schlechtes Gewissen mit sich herumträgt und gern ein besseres hätte, allerdings nur, wenn es ihn nichts kostet. So einer ist Herr Biedermann, Glatzenträger, Haarwasserfabrikant und Villenbesitzer. Er sieht das Unheil kommen, unternimmt aber nichts, aus Feigheit, aus schlechtem Gewissen, aus Faulheit? Wer weiß ... Die beiden zweifelhaften Gestalten Schmitz und Eisenring machen sich Biedermanns Schwäche zunutze, laden sich zu Biedermann ein und werden bei der Vorbereitung ihrer Untat in jeder Hinsicht unterstützt.

Titel: Herr Biedermann und die Brandstifter
Autor: Max Frisch
Uraufführung: 29.03.1958
Produktion: NWDR 1955 
Regie: Ludwig Cremer 

Besetzung: 
Hermann Schomberg - Herr Biedermann
Magda Hennings - Frau Biedermann
Hanns-Ernst Jäger - Schmitz
Günter Lüders - Eisenring
Ingeborg Schlegel - Anna, Dienstmädchen
Raoul Wolfgang Schnell - Verfasser

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 13min 4s
Ereignisdatum
1955
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Erstellt: 12.05.2026 - 06:09  |  Geändert: 12.05.2026 - 06:09

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»Eine klare Parabel darauf was passiert, wenn sich Psychopathen und gescheiterte Intellektuelle verbinden und mit den ›guten Bürgern‹ verbinden. Wobei die ›guten Bürger‹ sich freiwillig in die Überzeugung der anderen begeben. Zu seiner Entstehungszeit war das Stück der Blick zurück. Heute ist das Stück eher eine zu Zukunftswarnung. « Reiner Girstl

Das Stück ist die Geschichte des Bürgers Gottlieb Biedermann, der die Brandstifter in sein Haus einlädt, um von ihnen verschont zu werden. Es entlarvt präzise eine Geisteshaltung, die der Technik des Totalitären zum Erfolg verhilft. Biedermann und die Brandstifter - eine politische Parabel, die ihre kritische Kraft nicht aus der Entlarvung der Lüge bezieht, sondern aus der Inszenierung der biedermännischen Wehrlosigkeit gegenüber Verbrechern, die von Anfang an sagen, was sie wirklich wollen.