05.05.2026

Der Zionistenstaat ist dem Untergang geweiht: Ein Land für alle | Josef Avesar

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1. Das Modell der Konföderation

Avesar schlägt vor, die bestehenden israelischen und palästinensischen Regierungen nicht aufzulösen, sondern eine unabhängige, säkulare Bundesregierung darüber zu setzen [01:05].

  • Gemeinsames Parlament: Ein Parlament mit 300 Abgeordneten, die aus 300 Wahlbezirken in Israel, dem Westjordanland und dem Gazastreifen gewählt werden [26:06].
  • Gleichberechtigung: Die Regierung basiere auf einer Verfassung, die allen 15,5 Millionen Einwohnern die gleichen Rechte garantiert [01:22].
  • Vetorecht: Sowohl die israelische als auch die palästinensische Regierung hätten ein Vetorecht gegen Bundesgesetze, die ihre jeweilige Souveränität verletzen [02:54].
  • Präsidentschaft: Ein israelischer und ein palästinensischer Präsident (oder Vizepräsident) würden sich alle zwei Jahre in der Führung abwechseln [06:32].

2. Kritik am aktuellen israelischen System

Avesar argumentiert, dass Israel derzeit keine echte Demokratie sei, da es keine Verfassung und keine strikte Gewaltenteilung gebe [04:22].

  • In Israel beziehe die Judikative ihre Macht von der Knesset (Parlament) statt von einer Verfassung, was sie anfällig für politische Einflussnahme mache [07:16].
  • Er sieht den Begriff einer „jüdischen Demokratie“ als Widerspruch an, da Demokratie die Trennung von Staat und Religion erfordere [08:39].

3. Kritik am Zionismus

Avesar, der sich selbst als ehemaliger Zionist bezeichnet, sieht den Zionismus heute als Hindernis für den Frieden [11:21]:

  • Er vertritt die provokante These, dass der Zionismus auf ständige Feindbilder angewiesen sei, um seine Relevanz zu behalten [20:46].
  • Frieden würde den Zionismus laut Avesar „überflüssig“ machen, weshalb das System unbewusst nach Konflikten suche [21:08].

4. Realismus und Akzeptanz

Avesar ist sich bewusst, dass sein Vorschlag derzeit keine Mehrheit hat:

  • Er schätzt, dass etwa 80 % der Israelis und 60 % der Palästinenser die Idee aktuell ablehnen würden [15:46].
  • Dennoch sieht er eine Basis von ca. 4 bis 5 Millionen Menschen (etwa 20 % der Israelis und 40 % der Palästinenser), die bereit für ein solches Modell wären [17:30].
  • Er setzt nicht auf Druck von außen, sondern auf Anreize und wirtschaftliche/sicherheitspolitische Vernunft, insbesondere bei der jüngeren Generation [39:17].

5. Warum keine Zweistaatenlösung?

Auf die Frage, warum er die klassische Zweistaatenlösung ablehnt, entgegnet er, dass sein Modell diese nicht ausschließe. Wenn das gemeinsame Parlament beschließe, sich zu trennen, könne es das tun. Er fragt jedoch rhetorisch, warum Intellektuelle (wie Jeffrey Sachs) für die USA ein föderales System befürworten, es für Israel/Palästina aber für unmöglich halten [44:02].

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
50min 47s

Erstellt: 08.05.2026 - 08:04  |  Geändert: 08.05.2026 - 08:04

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