06.04.2026

Drewermann Ostermarsch 2026 Rede Fulda. Die Waffen nieder - Friedensfähig statts kriegstüchtig

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auf YouTube (06.04.2026) 1:00:43

Medienpräsenz
Videokanal

Das Video zeigt die Rede des Theologen und Psychoanalytikers Eugen Drewermann auf dem Ostermarsch 2026 in Fulda. Unter dem Titel „Die Waffen nieder – Friedensfähig statt kriegstüchtig“ hält Drewermann ein leidenschaftliches Plädoyer für den Pazifismus und kritisiert die aktuelle Militär- und Rüstungspolitik scharf.

Zeitmarken

1. Kritik an der „Kriegstüchtigkeit“ und Aufrüstung

Drewermann wendet sich gegen das Narrativ, dass Frieden nur durch militärische Stärke und Abschreckung gesichert werden könne [01:28]. Er beschreibt die Menschheitsgeschichte als eine Kette von Kriegen, die durch dieses Denken befeuert wird – vom Faustkeil bis zur Atombombe [04:16]. Er warnt davor, dass Aufrüstung den Gegner zur Gegenrüstung zwingt und so eine Spirale der Angst und Gewalt erzeugt [21:14].

2. Die Dehumanisierung im Militär

Ein zentraler Punkt seiner Analyse ist die psychologische Wirkung des Militärdrills. Er argumentiert, dass Soldaten auf dem Kasernenhof ihre „Seele aus dem Körper geschraubt“ bekommen [34:06]. Durch Drill und Gehorsam werden natürliche Tötungshemmungen abtrainiert, um Menschen in funktionierende „Todesmaschinerien“ zu verwandeln [41:14]. Er kritisiert, dass Soldaten lernen müssen, Dinge zu tun (töten, lügen, rauben), die im zivilen Leben streng verboten sind [35:40].

3. Ökonomische Interessen und Kapitalismus

Drewermann sieht hinter Kriegen oft rein materielle Interessen. Er zitiert Egon Bahr mit der Aussage, dass es bei Kriegsbegründungen wie „Menschenrechten“ oft nur um die Verschleierung wirtschaftlicher Interessen geht [16:22]. Er kritisiert ein System, das an Rüstungsaktien verdient, während weltweit Menschen verhungern, für deren Rettung angeblich kein Geld vorhanden sei [15:18].

4. Das Verhältnis zu Russland

Er mahnt, dass Frieden in Europa nur mit Russland und niemals gegen Russland möglich sei [31:02]. Er wirft der US-Politik vor, eine wirtschaftliche Annäherung zwischen Europa und Russland zu verhindern, um die eigene globale Vormachtstellung zu sichern [29:31].

5. Christliche Friedensbotschaft und Pazifismus

Als Theologe beruft er sich auf die Bergpredigt und die radikale Gewaltfreiheit Jesu. Er kritisiert die Amtskirchen dafür, dass sie das Konzept des „gerechten Krieges“ unterstützen, anstatt sich strikt an die Botschaft Jesu („Leistet dem Bösen keinen Widerstand“ [28:05]) zu halten.

6. Fazit: Individuelle Verantwortung

Drewermann schließt mit einem Appell an das Individuum: Man solle sich nicht von der Welt ändern lassen, sondern dem eigenen Gewissen folgen [50:39]. Er fordert dazu auf, die „Logik der Stärke“ zu durchbrechen und stattdessen durch Vertrauen und das Verstehen der Ängste des anderen den Weg zum Frieden zu finden [48:05].

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 43s
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Erstellt: 07.04.2026 - 07:06  |  Geändert: 07.04.2026 - 07:06

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