Drewermann Kanal (Medienpräsenz)

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Das Video zeigt die Rede des Theologen und Psychoanalytikers Eugen Drewermann auf dem Ostermarsch 2026 in Fulda. Unter dem Titel „Die Waffen nieder – Friedensfähig statt kriegstüchtig“ hält Drewermann ein leidenschaftliches Plädoyer für den Pazifismus und kritisiert die aktuelle Militär- und Rüstungspolitik scharf.

Zeitmarken

1. Kritik an der „Kriegstüchtigkeit“ und Aufrüstung

Drewermann wendet sich gegen das Narrativ, dass Frieden nur durch militärische Stärke und Abschreckung gesichert werden könne [01:28]. Er beschreibt die Menschheitsgeschichte als eine Kette von Kriegen, die durch dieses Denken befeuert wird – vom Faustkeil bis zur Atombombe [04:16]. Er warnt davor, dass Aufrüstung den Gegner zur Gegenrüstung zwingt und so eine Spirale der Angst und Gewalt erzeugt [21:14].

2. Die Dehumanisierung im Militär

Ein zentraler Punkt seiner Analyse ist die psychologische Wirkung des Militärdrills. Er argumentiert, dass Soldaten auf dem Kasernenhof ihre „Seele aus dem Körper geschraubt“ bekommen [34:06]. Durch Drill und Gehorsam werden natürliche Tötungshemmungen abtrainiert, um Menschen in funktionierende „Todesmaschinerien“ zu verwandeln [41:14]. Er kritisiert, dass Soldaten lernen müssen, Dinge zu tun (töten, lügen, rauben), die im zivilen Leben streng verboten sind [35:40].

3. Ökonomische Interessen und Kapitalismus

Drewermann sieht hinter Kriegen oft rein materielle Interessen. Er zitiert Egon Bahr mit der Aussage, dass es bei Kriegsbegründungen wie „Menschenrechten“ oft nur um die Verschleierung wirtschaftlicher Interessen geht [16:22]. Er kritisiert ein System, das an Rüstungsaktien verdient, während weltweit Menschen verhungern, für deren Rettung angeblich kein Geld vorhanden sei [15:18].

4. Das Verhältnis zu Russland

Er mahnt, dass Frieden in Europa nur mit Russland und niemals gegen Russland möglich sei [31:02]. Er wirft der US-Politik vor, eine wirtschaftliche Annäherung zwischen Europa und Russland zu verhindern, um die eigene globale Vormachtstellung zu sichern [29:31].

5. Christliche Friedensbotschaft und Pazifismus

Als Theologe beruft er sich auf die Bergpredigt und die radikale Gewaltfreiheit Jesu. Er kritisiert die Amtskirchen dafür, dass sie das Konzept des „gerechten Krieges“ unterstützen, anstatt sich strikt an die Botschaft Jesu („Leistet dem Bösen keinen Widerstand“ [28:05]) zu halten.

6. Fazit: Individuelle Verantwortung

Drewermann schließt mit einem Appell an das Individuum: Man solle sich nicht von der Welt ändern lassen, sondern dem eigenen Gewissen folgen [50:39]. Er fordert dazu auf, die „Logik der Stärke“ zu durchbrechen und stattdessen durch Vertrauen und das Verstehen der Ängste des anderen den Weg zum Frieden zu finden [48:05].

6:11

Fernseh-Interview mit Eugen Drewermann am 14. April 1992 auf SAT1, das der Frage nachgeht ob der kontroverse Theologe ein Scharlatan oder ein wahrer Nachfolger Jesu Christi ist.

8:03

Radio Interview Drewermann-Biograf Matthias Beier anlässlich des 75. Geburtstags von Eugen Drewermann, einem der größten Denker unserer Zeit. Ausgestrahlt am 21. Juni 2015 im Nordwestradio, Sendung "Buchpiloten". Das Gespräch führte der Journalist Stephan Cartier.

1:53:38

Die Neue Westfälische berichtete fälschlich, dass Drewermann in diesem Vortrag den Krieg Russlands rechtfertige und entschuldige. Nichts könnte ferner von der Wahrheit sein. Hören Sie selbst.

Indem Drewermann die Gründe des Krieges systemisch zu verstehen sucht und zu ernsthaften Verhandlungen aufruft, entschuldigt er den Krieg in keiner Weise, sondern drängt im Gegenteil darauf, die Spirale der Gewalt endlich zu beenden. 

Drewermann betont, dass der jetzige Krieg in der Ukraine und das zu verurteilende Agieren des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Rücksichtnahme auf die Sicherheitsinteressen Russlands hätte verhindert werden können. Und: Mit einer Aufrüstung und weiteren Ausdehnung der Nato sei kein dauerhafter Friede zu erzielen. Die Reaktionen des Westens folgten allein einer Aufrüstungsspirale, die aus Angst vor der Bedrohung durch den Feind nach immer besseren, wirksameren Waffen giere. Nur wenn die Sicherheitsinteressen beider ernstgenommen werden, kann man durch Verhandlungen von Krieg zu Frieden kommen.

Dr. Drewermann trägt eineinhalb Stunden über sein neues Buch "Richtet nicht! - Strafrecht und Christentum, Band 1" vor.

Gespräch über den Frieden zwischen Dr. Daniele Ganser, Friedensforscher und Historiker, und Dr. Eugen Drewermann, Deutschlands bekanntester Friedensaktivist, Psychoanalytiker und Theologe. Geführt am 28. Okt. 2023 in Wasserburg am Inn bei München während der "Für den Frieden-Konferenz" mit Eugen Drewermann, Daniele Ganser, Ulrike Guérot, Hans-Joachim Maaz, Silke Schäfer, u.a. 

Drewermanns Friedensrede beim Ostermarsch in Ulm am 19. April 2025 auf dem Hans-und-Sophie-Scholl-Platz.

Die ARD Tagesschau berichtete über die Friedensrede von Drewermann in Ulm hier: Tagesschau 19.04.2025

Die volle Ostermarsch Demonstration kann hier nachgeschaut werden:
https://www.youtube.com/live/4ndZJ1OLT9Q

Mehr zu Drewermann: 
Webseite: http://drewermann.de oder https://drewermann.wordpress.com

1:40:29

Drewermanns Vortrag über Dostojewski, Dass auch der Allerniedrigste mein Bruder sei, gehalten am 29. Juni 2022, im Lesecafé im Evangelischen Gemeindezentrum Düsseldorf-Knittkuhl. 
Mit freundlicher Genehmigung der Organisatorin, Gabriele Hoffmann-Morawietz, und dem Videograph, Dieter Vogelbusch.

Begleittext zur Veranstaltung: "Dr. Eugen Drewermann arbeitet seit dem Entzug seiner Lehrerlaubnis und Suspension vom Priesteramt
als Therapeut, Schriftsteller und gefragter Referent für gesellschaftliche und religiöse Themen. Er schrieb über 80 Bücher, viele von ihnen sind Bestseller.

In den Werken des russischen Dichters Dostojewski (1821 – 1881) findet Eugen Drewermann Antworten auf Fragen, die heute vielleicht drängender sind als je: Wie kommt man zum Glauben im Schatten von Verzweiflung? Wie gewinnt man Hoffnung in einer gnadenlosen Welt? Wie findet man seinen Weg in einer Zeit der Ausweglosigkeit?
In seiner unnachahmlich hellsichtigen Weise erschließt Eugen Drewermann die religiöse Dimension der Dichtung Dostojewskis, die er selbst als heilende Bereicherung erfuhr und nun in seinem Vortrag an seine Zuhörer weiter gibt."