05.04.2026

Jeffrey Sachs: Der Iran-Krieg zerbrach das US-Imperium und seine Allianzen

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1. Das Ende der US-Hegemonie

Sachs argumentiert, dass die globale Vormachtstellung der USA, die seit 80 Jahren besteht, durch den Iran-Konflikt endgültig zerbricht.

  • Militärisches Scheitern: Trotz der Rhetorik von "Shock and Awe" (Schock und Ehrfurcht) zeigen reale Ereignisse – wie der Abschuss von US-Jets und die Erschöpfung der Raketenabwehr –, dass die USA das Schlachtfeld nicht mehr dominieren können [05:03, 07:06].
  • Glaubwürdigkeitsverlust: Die Vorstellung, dass die USA unbesiegbar seien, sei eine "Unwirklichkeit". Wer seine Sicherheit allein auf den Schutz der USA baut, begibt sich laut Sachs in Lebensgefahr [20:28].

2. Kritik an der politischen Führung

Sachs analysiert die psychologischen Profile von Donald Trump und Benjamin Netanjahu:

  • Persönlichkeitsfaktoren: Er bezeichnet Trump als "psychopathisch, paranoid und größenwahnsinnig" [14:05]. Seine Politik basiere nicht auf rationalen Fakten, sondern auf Impulsen.
  • Biblische Rhetorik: Netanjahus Rückgriff auf die "zehn Plagen" und eine Sprache aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. zeuge von einer gefährlichen Entmenschlichung des Gegners und einem ideologischen Fanatismus ohne Grenzen [02:14, 07:50].

3. Die "fatale Freundschaft" der Verbündeten

Ein zentraler Punkt ist die Warnung an Europa und die Golfstaaten:

  • Souveränitätsverlust: Europa sei 80 Jahre nach Kriegsende immer noch "halb besetzt" und politisch unterwürfig gegenüber den USA [20:12].
  • Kissingers Erbe: Sachs zitiert Henry Kissinger: „Es ist gefährlich, ein Feind der USA zu sein, aber tödlich, ihr Freund zu sein“ [19:13]. US-Basen seien heute eher Magneten für Konflikte als Garanten für Sicherheit [20:02].
  • Technologische Fehleinschätzung: Die Golfstaaten hätten geglaubt, durch Käufe von Nvidia-Chips oder KI-Waffensystemen (z. B. von Palantir) geschützt zu sein. Dabei unterschätzten sie die technologische Stärke des Irans [23:10, 24:35].

4. Weg in eine multipolare Zukunft

Sachs plädiert für eine radikale Neuausrichtung der Außenpolitik:

  • Regionale Kooperation: Statt sich vom "Imperium spalten zu lassen", sollten Länder wie Japan, Korea oder die Golfstaaten Frieden mit ihren Nachbarn (China, Iran) schließen [25:18, 27:08].
  • Realismus statt Russophobie: Er bezeichnet die aktuelle Russophobie in Europa als "historische Fiktion" und betont, dass Sicherheit in Europa nur mit Russland möglich ist [27:39].

Fazit

Professor Sachs sieht den aktuellen Iran-Krieg als einen "Krieg aus Laune" [06:34], der keine positive Lösung bietet. Er warnt, dass das Festhalten an der hegemonialen Denkweise die Welt in eine wirtschaftliche und militärische Katastrophe führt, wenn die Verbündeten nicht beginnen, ihre eigene Souveränität zurückzufordern und sich an die multipolare Realität anzupassen.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
37min 46s
Ereignisdatum
04.04.2026
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Erstellt: 06.04.2026 - 11:39  |  Geändert: 06.04.2026 - 11:39

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