11.03.2026

SALON LUITPOLD | DenkTheater - VORTRAG ZUM THEMA "MUT " - 03/03/2026 | Gabriele Krone-Schmalz

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Medienpräsenz

Mut ist die Sammlung aller Lebenskräfte, um Neues zu entdecken und zu wagen. Mut ist, der Angst zu widerstehen und der Gefahr zu trotzen. Mut ist, gegen den Strom zu schwimmen. Mut wächst in der Gemeinschaft mit anderen, stärkt dieselbe und wird dann als lustvoll empfunden. Mut schwindet, wenn die Situation aussichtslos scheint und alle Perspektiven vom Nebel der Gleichgültigkeit oder der Sorge zugedeckt werden, vor allem auch, wenn Einsamkeit droht. Mut braucht es in allen Lebenslagen. Kann man Mut lernen? Braucht Mut die Mutprobe? Kann man Mut wiedergewinnen, wenn er einmal verloren ist? Kann Mut durch bestimmte Körperhaltungen wachsen? Wie sind Mut, Risiko, Waghalsigkeit und Leichtsinn unterscheidbar? Wie kann Mut heute angesichts drohender politischer und ökonomischer Verwerfungen neu entwickelt werden? Setzt Mut psychische Stabilität voraus, wenn ja, wie ist sie zu gewinnen?

Zeitmarken

Definition und Differenzierung von Mut

  • Mut vs. Mutprobe: Mut (im Sinne von Zivilcourage) ist eine Tugend, während Mutproben oft nur sinnlose Risiken zur Unterhaltung anderer sind. Es gehöre oft mehr Mut dazu, eine Mutprobe zu verweigern [01:24].
  • Mut und Angst: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst (Zitat von Ambrose Redmoon) [05:06].
  • Mut vs. Übermut: Mut erfordert ein kalkulierbares Risiko. Wer sein Leben nur für Anerkennung oder eine Leistung riskiert, handelt eher übermütig oder dumm und gefährdet oft auch andere [07:05].

Mut in der Demokratie

  • Mündige Bürger: Demokratien benötigen mutige Bürger, die Bildung (im Sinne von "Herzensbildung") erfahren haben und gut informiert sind [02:44].
  • Schweigende Mehrheit: Gruppendruck führt oft dazu, dass Menschen aus Bequemlichkeit oder Angst vor Ausgrenzung schweigen. Eine Demokratie leidet, wenn Menschen nicht mehr angstfrei debattieren können [01:52].
  • Alarmierendes Zeichen: Krone-Schmalz stellt fest, dass sich Menschen heute bei ihr oft nicht mehr für die Verständlichkeit ihrer Berichte bedanken, sondern für ihren "Mut" – was sie als schlechtes Zeichen für den Zustand der Debattenkultur wertet [04:35].

Persönliche Erfahrungen und Quellen des Mutes

  • Die Kabul-Anekdote: Ende der 80er Jahre verweigerte sie als Moskau-Korrespondentin einen Flug nach Kabul, weil die Sicherheit (Hitzeschilde gegen Raketen) nicht garantiert war. Trotz Kritik von Kollegen, sie schade der Gleichberechtigung, blieb sie standhaft. Diese Verweigerung erforderte mehr Mut als das Mitfliegen [09:57].
  • Erziehung: Sie führt ihre innere Stabilität auf ihre Eltern zurück, die sie ernst nahmen und ihr beibrachten, zu einer faktenbasierten Meinung zu stehen, egal wer zuhört [12:48].
  • Innere Freiheit: Mut ist eng mit Selbstbewusstsein und der Weigerung verbunden, sich fremdbestimmen zu lassen [14:31].

Mut im Alter und bei der Arbeit

  • Alltagsmut: Im fortgeschrittenen Alter erfordere es Mut, den Tag trotz der Erfahrung, was alles schiefgehen kann, anzugehen [18:41].
  • Resignation: Das Gegenteil von Mut ist für sie die Resignation (Kapitulation). Wer aufgibt, verliert den Sinn und die Kraft, sich einzumischen [19:20].
  • Journalistische Verantwortung: Journalisten brauchen täglich den "Mut zur Lücke", um Informationen verantwortungsbewusst zu gewichten und zu vereinfachen [21:49].

Fazit

  • Strategie statt blinder Aktion: Mut sollte kein Selbstzweck sein, sondern braucht eine realistische Einschätzung der Lage und eine Zielorientierung [25:32].
  • Kants Appell: Der wichtigste Aspekt bleibt die Aufforderung von Immanuel Kant: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" [26:55].
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
27min 32s
Videoautoren

Erstellt: 12.03.2026 - 07:53  |  Geändert: 12.03.2026 - 07:53

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