Versuch einer Programmatik
Diskussion mit:
Wolfgang Kaleck (Jurist, ECCHR, Berlin)
Rodrigo Mundaca (Umweltaktivist, Valparaíso)
Moderation: Thomas Seibert (medico international, Frankfurt)
Wolfgang Kaleck gründete 2007 gemeinsam mit international aktiven Anwältinnen und Anwälten das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in Berlin, dessen Generalsekretär und Legal Director er seitdem ist. Davor war der Rechtsanwalt seit 1991 als Strafverteidiger tätig. Seit 1998 setzte er sich außerdem in der Koalition gegen Straflosigkeit dafür ein, dass die Verantwortlichen für die Ermordung und das so genannte Verschwindenlassen von Deutschen während der argentinischen Militärdiktatur zur Verantwortung gezogen werden. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt Kaleck im Jahr 2019 den Bassiouni Justice Award des Centre for International Law Research and Policy.
Rodrigo Mundaca ist ein chilenischer Menschenrechtsaktivist. Der studierte Agraringenieur ist nationaler Sprecher der „Bewegung zur Verteidigung des Zugangs zu Wasser, der Erde und des Umweltschutzes“ (MODATIMA), die für den freien Zugang zu Wasser kämpft. Neben seinem Engagement arbeitet er für ein Beratungsunternehmen, das kleinere Landwirte berät und ihnen hilft Kompetenzen im Hinblick auf die ökologische Produktion zu entwickeln. Mit dem Kampf für den Zugang zu Wasser als Menschenrecht hat sich Mundaca mächtige Feinde in Politik und Wirtschaft gemacht und lebt unter ständiger Bedrohung. Im Jahr 2019 wurde ihm der Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg verliehen.
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Die (Re)konstruktion der Welt. Hilfe. Solidarität. Politik.
Eine Konferenz nicht nur zur miserablen Lage der Welt, sondern auch und vor allem zu den Möglichkeiten ihrer Rekonstruktion zu einem Ort, den zu bewohnen sich endlich lohnen wird. In Vorträgen und Foren geht darum, das Verhältnis von Hilfe, Solidarität und Politik aus dem Versprechen zu bestimmen, das wir uns in der Erklärung der Menschenrechte selbst gegeben haben: Das Versprechen einer globalen und sozialen Ordnung, in der die uns allen zuerkannten Rechte voll verwirklicht wären.
Die Online-Konferenz fand vom 12. bis zum 14. Februar 2021 statt und wurde von medico international e. V. in Kooperation mit dem European Center for Constitutional and Human Rights, der Friedrich Ebert Stiftung, der Goethe Universität Frankfurt, dem Institut für Sozialforschung Frankfurt, dem International Institute of Political Murder und der Rosa Luxemburg Stiftung veranstaltet.