03.03.2026

Meinungsforscher Binkert: So wählt Deutschland 2026

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auf YouTube (03.03.2026) 1:04:52

Medienpräsenz

Hermann Binkert ist der Chef des Meinungsforschungsinistituts INSA und in vielerlei Hinsicht bemerkenswert: Sein Institut hat er gegründet, obwohl es mit dimap, Forschungsgruppe Wahlen und Forsa schon reichlich Konkurrenz gab. Und er hat sich erfolgreich durchgesetzt. Mittlerweile liegt INSA oft am nächsten am endgültigen Wahlergebnis

Gegründet hat Binkert das Institut ausgerechnet in Erfurt. Nicht in Berlin, Hamburg, München oder Köln. Deswegen ist man in Thüringen auch stolz auf INSA. Das Institut erhält mittlerweile aus allen politischen Lagern und von vielen verschiedenen Medien Aufträge.Vor seiner Zeit als INSA-Chef hat Binkert für die damalige Bundesfamilienministerin Claudia Nolte und den Ministerpräsidenten Dieter Althaus gearbeitet. Er kennt den Politikbetrieb also von innen. Er war auch einer der Architekten der Idee des bedingslosen Grundeinkommens. Aus der CDU, deren Mitglied er war, ist er vor längerer Zeit ausgetreten. Das befeuert immer wieder Spekulationen über eine Nähe zur AfD. Dies weist Binkert entschieden zurück.

Uns erzählt Binkert, warum er sich Sorgen um die Meinungsfreiheit im Land macht, junge Wähler entweder die LINKE oder AfD wählen, welches maximale Wählerpotential die Parteien haben - die SPD sieht er ganz vorne, die AfD hat ihres dagegen fast ausgeschöpft. Er erklärt uns, was er vom Begriff des Protestwählers hält, welche Rolle die Wahlbeteiligung spielt und wie man die Nichtwähler erreichen kann.

Zeitmarken

  • [00:00] Protestwähler vs. Überzeugung: Binkert erklärt, warum der Begriff „Protestwähler“ oft zur Verniedlichung genutzt wird und dass viele Wähler aus inhaltlichen Gründen entscheiden.
  • [02:42] Stimmungsmessung statt Prognose: Warum INSA oft näher an den Wahlergebnissen liegt als andere Institute und wie Umfragen die Stimmung selbst beeinflussen.
  • [03:42] Kritik an Forsa & BSW-Werte: Eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Abweichungen bei der Messung des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) vor Wahlen.
  • [06:24] Gefühlte vs. statistische Realität: Warum Meinungsforscher die subjektive Wahrnehmung der Bürger (z. B. Sicherheitsgefühl) ernst nehmen müssen.
  • [07:09] Die „Negative Sonntagsfrage“: Erklärung der Methode, bei der gefragt wird, welche Partei man auf keinen Fall wählen würde.
  • [09:46] Absolute Mehrheiten im Osten: Eine Analyse der Gewinnchancen der AfD und der Einfluss der Wahlbeteiligung auf Mandatsverteilungen.
  • [15:59] Methodik & Algorithmen: Wie INSA Befragte erreicht, die nicht im Telefonbuch stehen, und der Einsatz von Methoden-Mix (Online & Telefon).
  • [20:56] Einfluss auf die Politik: Kritik an der taktischen Politikgestaltung (Beispiel Angela Merkel) basierend auf Umfragen statt auf Überzeugungen.
  • [27:14] Warum wählen Menschen AfD? Analyse der Themen (insb. Migration) und der Angebotslücke im parlamentarischen System.
  • [35:51] Vermeidung suggestiver Fragen: Binkert betont die Ablehnung von Aufträgen, die auf ein bestimmtes Wunschergebnis abzielen.
  • [46:25] Generationen-Check: Wie sich das Wahlverhalten zwischen Jungwählern und der Generation 60+ unterscheidet.
  • [55:04] Das Konzept des Bürgergeldes: Rückblick auf Binkerts Arbeit für Dieter Althaus und seine Vision eines liberalen Grundeinkommens.
  • [01:00:46] Zustand der Meinungsfreiheit: Umfrageergebnisse zur Angst der Bürger, ihre Meinung frei zu äußern.
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 4min 52s
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Erstellt: 05.03.2026 - 06:58  |  Geändert: 05.03.2026 - 06:58

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