Wie eine Revolte zum Mythos wurde. Vor 50 Jahren begehrten die 68er überall gegen die Autoritäten auf und verlangten mehr individuelle Freiheit. Die Mythen, die aus ihrer Rebellion entstanden, sind noch heute vielfach ungebrochen. Wolfgang Kraushaar problematisiert die vorherrschenden Deutungsmuster der 68er-Bewegung und betont zugleich, dass unsere Zivilgesellschaft kaum ohne ihre Impulse vorstellbar wäre.
Dr. Kraushaar: Die blinden Flecken der 68er-Bewegung - 30.07.18
auf YouTube (03.08.2018) 55:27
Auch ein halbes Jahrhundert und viele Kontroversen später ist das Kapitel „68“ einer historischen Gesamtdarstellung zwar um einiges nähergekommen, jedoch bleiben viele Fragen weiterhin unbeantwortet. Mit dem Anspruch, die führenden Akteure in einer angemesseneren Form zu würdigen, wird unser Referent Antworten suchen, die über die vorherrschenden Deutungsmuster der 68er Revolte hinausgehen.
So werden unter anderem die hohe Gewaltaffinität des Wortführers der Bewegung, Rudi Dutschke, und die von den Kerngruppen des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes an den Tag gelegte Faszination von Ausnahmezustand und Militanz im Fokus stehen.
Zudem wird sich Kraushaar unbequemen Ansichten stellen, wie dem Vorwurf, dass die damaligen Akteure ihren vom Nationalsozialismus geprägten Eltern ähnlicher gewesen seien, als üblicherweise vermutet. Und schließlich wird er versuchen, zumindest einige der blinden Flecken dieser Bewegung aufzuarbeiten.